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Frankfurt: Hier kommt die Mahd

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Von: Thomas Stillbauer

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Wachsen, schneiden, weiterwachsen. Wildwiese.
Wachsen, schneiden, weiterwachsen. Wildwiese. © Renate Hoyer

Wilde Wiesen sind jetzt dran mit dem Grasschnitt. Das passiert nicht oft, aber zweimal im Jahr.

Erst stellt die Stadt Schilder auf, die Wiesen würden nicht mehr gemäht – und jetzt mäht sie doch? Ja, zweimal im Jahr, berichtet Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Davon einmal im Juni, dort, wo es die Verhältnisse zulassen.

Die Wiesen in der Stadt hätten jetzt ihre Hauptblütezeit überschritten, die meisten Samen seien ausgereift, die Insektenlarven und Raupen gut entwickelt, berichtet Heilig. „Seit 2013 lassen wir unsere Wiesen Wiesen sein, legen neue in den Stadtteilen an und mähen sie nur noch zweimal im Jahr.“ Das verändere einerseits das Stadtbild und fördere zudem die Artenvielfalt: „Wo Wiesen sind, blüht es, und wo es vielfältig blüht, sind viele Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Und natürlich Vögel.“ Artenreiche Wiesen seien ökologische Multitalente.

410 Hektar Wildwiesen hat Frankfurt für die innerstädtische Artenvielfalt angelegt. Das entspricht etwa 575 Fußballplätzen und 0,002 Mal der Fläche des Saarlands. Die wilden Wiesen etwa in Parks und an Straßenrändern erkennt man am „Hummel-Pin“: schwarz-weiße Hummel auf gelbem Schild.

Wo es trocken ist, hat die Mahd bereits begonnen, auf feuchteren Standorten warten die Leute vom Grünflächenamt noch. In Einzelfällen verzichten sie ganz aufs Grasschneiden und sind dafür beim nächsten Termin etwas früher dort. Das alles stimmt das Amt mit Biologen und Naturschutzverbänden ab, auch den besten Zeitpunkt für die Mahd besonders wertvoller Wiesen, etwa solcher mit geschützten Pflanzen. Beim Mähen sind regelmäßig Bauern dabei, die das Mähgut als Viehfutter oder Einstreu gebrauchen können.

Die Broschüre „Wiesen, Stauden, Schmetterlinge – Mehr Artenvielfalt in die Stadt“ erzählt ausführlich davon, bestellbar beim Grünflächenamt per E-Mail an oeffentlichkeitsarbeit.amt67@ stadt-frankfurt.de

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