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Das Zoo-Gesellschaftshaus soll Spielstätte der städtischen Kinder- und Jugendbühne werden.

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Zoo-Gesellschaftshaus in Frankfurt wird für 500 Millionen zum Theater

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Das Zoo-Gesellschaftshaus soll Spielstätte der städtischen Kinder- und Jugendbühne werden.

Frankfurt - Das Zoo-Gesellschaftshaus wird zum neuen Kinder- und Jugendtheater der Stadt Frankfurt umgebaut. In demonstrativer Gemeinsamkeit hat die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen diesen Grundsatzbeschluss präsentiert. Vor Ort, nämlich im Foyer des denkmalgeschützten Gebäudes von 1876 am Alfred-Brehm-Platz.

Es ist der zweite Anlauf der Frankfurter Kommunalpolitik für eine solche Kulturinstitution. Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts hatte ein Kinder- und Jugendtheater kurz existiert, war aber dann von der Stadt geschlossen worden, um zu sparen. Nichtsdestotrotz sprach Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) jetzt von einem „Meilenstein“ für Frankfurt. Ein langgehegter Wunsch gehe in Erfüllung.

Koalition will weitere Millionen bereitstellen

Untersuchungen haben ergeben, dass sich das sanierungsbedürftige Zoo-Gesellschaftshaus für ein Kinder- und Jugendtheater eignet* Eine reine Sanierung des nur noch wenig für Veranstaltungen genutzten Hauses würde demnach 35 bis 38 Millionen Euro kosten. Für das Theater sollen 13 bis 14 Millionen hinzukommen. Insgesamt könnten sich die Baukosten also auf 48 bis 52 Millionen Euro addieren. Gegenwärtig gibt es lediglich 500 000 Euro für Planungskosten, im Doppelhaushalt 2020/2021 will die Koalition weitere drei Millionen Euro für Planung bereitstellen.

Wann das Geld für den Bau selbst beschlossen werden könnte, ist völlig offen. 2021 stehen Kommunalwahlen an, danach werden die Karten politisch neu gemischt. 2020 soll zumindest ein Architektenwettbewerb organisiert werden, kündigte Hartwig an. Gleichzeitig werde die Stadt eine Bau- und Finanzierungsvorlage sowie ein Betriebskonzept vorbereiten.

Kulturdezernentin nennt keinen Termin

Grünen-Fraktionschef Sebastian Popp, der in den 90er Jahren als Stadtverordneter den Kampf um das Kinder- und Jugendtheater erlebt hatte,* wünschte sich, die Eröffnung noch ohne Rollator besuchen zu können – das versprach die Kulturdezernentin, ohne einen Termin zu nennen. Die Römer-Koalition strebt an, den Bau des Kinder- und Jugendtheaters zeitlich parallel zum „Frankfurt Conservation Centre“ auf dem Zoogelände zu entwickeln. In diesem Zentrum wollen Zoo und Zoologische Gesellschaft gemeinsam mit Naturschutzorganisationen und Wissenschaftlern Projekte zu den Themen Biodiversität und Naturschutz erarbeiten.

Der Magistrat wird beauftragt, zu prüfen, ob für das „Conservation Centre“ am Osteingang des Zoos ein neues Gebäude, das „Entrée Ost“, errichtet werden kann. Nils Kößler, CDU-Fraktionschef im Römer, erhofft sich „Synergieeffekte“, wenn das Kinder- und Jugendtheater und das „Conservation Centre“ aufeinander abgestimmt werden. Derzeit sind die Zoologische Gesellschaft und die Verwaltung des Zoos noch im Gesellschaftshaus untergebracht. Sie könnten dann zum Teil in das neue „Conservation Centre“ umziehen.

Das neue Theater solle eigene Produktionen erarbeiten, aber auch Gastspiele ermöglichen, sagte Ina Hartwig. Ihr schwebt auch ein festes Ensemble mit Intendanz vor. Renate Wolter-Brandecker, kulturpolitische Sprecherin der SPD im Römer, sieht das Theater als „Kulturzentrum für alle“, mit „zeitgenössischem, modernem Angebot“.

Der heutige große Saal soll in zwei bespielbare Bühnenräume geteilt werden. Der größere böte Raum für 350 Menschen, der kleinere für 160. Mit Werkstatt, Büros, Garderoben und Lager würde das Theater 4000 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Der Betrieb des Fritz-Rémond-Theaters im Zoo-Gesellschaftshaus soll „mindestens bis zum Ende der Spielzeit 2021/2022 gesichert“ werden.

Intendant Claus Helmer erwägt, die Spielstätte danach aufzugeben.

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