+
Spuren eines Waldbrands nahe dem Goldsteiner Friedhof.

Frankfurter Stadtwald

Was tun, damit’s in Frankfurt nicht brennt?

  • schließen

Die Waldbrandgefahr in Frankfurt ist groß, Forst- und Feuerwehrleute warnen. Löschflugzeuge gibt es nicht - aber eine andere Möglichkeit der Hilfe von oben.

Frankfurt – Die schlechte Nachricht zuerst: die Stadt besitzt keine Löschflugzeuge. Sollte der gesamte Stadtwald in Flammen stehen, fiele diese Rettungsvariante flach. Die gute Nachricht: Wenn wir dieses Wochenende überstanden haben, sind die furchtbar heißen Tage und die allergrößte Waldbrandgefahr fürs Erste vorbei.

Aber am Mittwoch war’s noch mal brüllend heiß. Grund genug für die Fachleute, bei 35 Grad im Goldsteiner Wald zu warnen: „Auch bei uns kann es brennen“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Nicht nur am Amazonas, nicht nur in der Taiga. Darum: „Es darf weiterhin nicht gegrillt werden.“ Denn wenn es auch etwas kühler werden sollte: Viel zu trocken ist es weiterhin. „Ich werde dafür sehr beschimpft“, berichtet die Stadträtin. Motto: Es hat doch geregnet! Jedoch: „Viel zu wenig – das war nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.“ Der Ort des mittwöchlichen Treffens ist dafür Beweis genug. Verkohlte Baumstämme allenthalben, kahler Boden. Hier hat’s im Frühjahr gebrannt. Dass nicht mehr passierte, lag daran, dass das Feuer schnell von Passanten gemeldet wurde. „Ein Lob an die Bevölkerung“, sagt Peter Rodenfels, stellvertretender Stadtforstchef im Grünflächenamt.

Elf Feuer in zwei Jahren

Acht Brände zählte er im vorigen, bisher drei in diesem Jahr im Frankfurter Stadtwald. Zum Vergleich: In der Bundesrepublik stand 2018 insgesamt 1708-mal Wald in Flammen, in Hessen 75-mal. Für Hessen stufte der Deutsche Wetterdienst laut dpa die Gefahr im Süden und teilweise im Westen als hoch ein, auch fürs kommende Wochenende.

Brandamtsrat Michael Müller mit Waldbrandset und Löschrucksack.

Brandursache sind meist weggeworfene Kippen oder Glasscherben, die als Brennglas wirken – darauf deutet der Umstand hin, dass Feuer stets in der Nähe von Wegen ausbrechen. „Es ist verboten, im Wald zu rauchen“, sagt Rodenfels. „Die wenigsten nehmen ihre Fluppe wieder mit. Der Stummel bleibt doch eh immer im Wald.“

„Was bringt man mit in den Wald?“ 

Feuerwehrdezernent Markus Frank (CDU) fragt daher rhetorisch: „Was bringt man mit in den Wald?“ Und antwortet: „Am besten nichts.“ Und wenn doch: „Dann nimmt man alles wieder mit raus.“ Sollte jemand das Gefühl haben, dass es brennt, lautet die Devise: „Sofort die Feuerwehr rufen“, sagt Frank, und dafür sei es gut zu wissen, wo man ist, denn: „Bei einem Feuerereignis geht es nur noch um Ort und Zeit.“

Woher weiß ich, wo ich bin? Rodenfels rät, an Wegkreuzen die Augen offenzuhalten – Schilder zeigen die Namen der Schneisen an. Besonders hilfreich ist es für die Feuerwehr, wenn Piloten Feuer entdecken: Sie seien geschult in Navigation und könnten den Ort genau ansagen, lobt Andreas Ruhs, Leiter der Abteilung Vorbeugung und Planung der Branddirektion – und entdeckt prompt ein verlorenes Einwegfeuerzeug auf dem Waldboden. Geht gar nicht. Wenn es schon keine Löschflugzeuge gibt (Ruhs: „Die müssten wir im Main betanken, das stelle ich mir spektakulär vor“), so hat das Land Hessen immerhin einige „Bumbi-Buckets“ angeschafft, 2000-Liter-Behälter, die sich unter einen Hubschrauber schnallen lassen. „Wir sind ein klassisches Hubschrauberland“, sagt Ruhs. Für Bodeneinsätze gibt es aber auch den Firefighter-Rucksack Alpha mit 20 Litern Wasser oder Schaum. Und man stelle angesichts der Hitze gerade auf leichtere Kleidung um. Aber keine Angst. Wenn’s brennt, kommt die Feuerwehr auch mit dem ganz großen Auto. Hauptsache, sie erfährt schnell, wohin.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: 

Waldbrand im Amazonas-Gebiet: Die Klimamaschine vor dem Kollaps

Der Kipp-Punkt für den Amazonas-Regenwald rückt durch die vielen heftigen Feuer näher. Es drohen dramatische Folgen - nicht nur für die Region.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare