+
Auf dem Mainkai ist wenig los, seit die Straße gesperrt ist. Rund 20 000 Autofahrer suchen sich andere Wege - oder steigen um.

Verkehr

Stau wegen Mainkai-Sperrung in Frankfurt befürchtet

Die Frankfurter Politik diskutiert die Verkehrsverlagerung infolge der Sperrung der nördlichen Mainuferstraße, die sich zum Ferienende verschärften wird.

Frankfurt - Vor dem Ende der Sommerferien wächst in Frankfurt die Sorge, dass die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße die anliegenden Straßen überlasten könnte. „Der neuralgische Punkt Battonnstraße/Kurt-Schumacher-Straße ist zu jeder Tageszeit dicht“, kommentierte die Stadtverordnete Ursula auf der Heide (Grüne) auf Facebook, und weiter: „Die Sperrung des nördlichen Mainufers ist definitiv kein Beitrag zur Luftreinhaltung – außer vielleicht dort“, was eine lebhafte Debatte auslöste.

„Die Berliner Straße ist komplett dicht“, bemängelte Stephan von Wangenheim (FDP). „Mal abwarten, wie sich die Verkehrsflüsse verteilen werden. Das ist noch alles sehr neu“, sagte Martin Kliehm (Linke). Roland Frischkorn (SPD) meinte: „Als ich vor 28 Jahren in die Innenstadt gezogen bin, waren die Staus viel, viel schlimmer.“

Markus Frank fragt nach Erfahrungen mit Mainufer-Sperrung

„Wie sind eure Erfahrungen mit dem gesperrten nördlichen Mainufer?“, fragte auch Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) im sozialen Netzwerk, woraufhin Autofahrer und Gewerbetreibende die Sperrung kritisierten, wie zuvor die Industrie- und Handelskammer Frankfurt und die Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main. Andererseits bekräftigte Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums: „Das Ziel muss sein, die gesamte Innenstadt bis zum Alleenring autofrei zu bekommen.“

Die Mainkaisperrung: Alles, was sie wissen müssen  

Von der Sperrung der nördlichen Mainuferstraße zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke sind am Tag rund 20 000 Autofahrer betroffen, die sich andere Wege suchen oder auf den Umweltverbund umsteigen müssen. Derzeit sind wegen der Ferien etwa ein Fünftel weniger Fahrzeuge in der Stadt unterwegs. Von Montag an wächst Frankfurt, gemessen am Verhältnis der Einwohner zu den Einpendlern, allerdings wieder zur deutschen Pendlerhauptstadt heran. Genau 376 442 Beschäftigte pendeln nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit nach Frankfurt hinein, 98 698 Frankfurter pendeln hinaus. Vier von fünf nutzen das Auto.

„Wir müssen abwarten, wie sich die Verkehrsströme entwickeln“, sagte Gert Stahnke, der Leiter des Frankfurter Straßenverkehrsamts. Er schätzt die Verkehrsverlagerung infolge der Sperrung derzeit nicht als dramatisch ein. Auf der Berliner Straße und der Kurt-Schumacher-Straße sei der Verkehr seit Beginn der Sperrung am 30. Juni „ganz gut“ geflossen, „zäh“ hingegen auf der Untermainbrücke in Richtung Stadtmitte. „Dort gibt es abends Rückstaus bis auf die Schweizer Straße in Sachsenhausen“, sagte Ursula auf der Heide, die damit eine persönliche Ansicht zum Ausdruck bringen will, keine Fraktionsmeinung. Die Grünen im Römer unterstützen die Sperrung, welche von der SPD initiiert und der CDU im Römer mitgetragen wird.

Probeweise Sperrung bis zum Museumsuferfest

Probeweise ist das nördliche Mainufer bis zum Museumsuferfest im August 2020 gesperrt. Restaurantbetreiber dürfen ihre Außengastronomie erweitern. Die Stadt will Sitzmöbel aufstellen, die Straße für kleine Veranstaltungen öffnen, was Hassan Taleballa begrüßt. Der Kunsthandwerker verkauft Ringe, Armreifen, Skulpturen am Fahrtor und meint: „Die Leute sollten hier sitzen und chillen können, damit sich die Mainuferstraße belebt.“

Das könnte Sie auch interessieren: Frankfurter Mainkai wird gesperrt

Am Donnerstagmorgen, halb neun, nutzten zahlreiche Radfahrer die ansonsten verwaiste Mainuferstraße auf dem Weg zur Arbeit. Der Autoverkehr floss laut Straßenverkehrsamt auf der Kurt-Schumacher- und Berliner Straße. Auf der Untermainbrücke und am Schaumainkai brauchten Autofahrer hingegen Geduld.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare