Der letzte Stoffel in diesem Jahr zieht viele Besucher an.

Kultur

Noch mehr Open Air in Frankfurt

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Grüneburgpark und Höchster Porzellanfabrik laden ein. Die Sommerwerft beginnt am 19. Juli.

Frankfurt - Abends draußen Kultur erleben – das geht auch, nachdem der Stoffel den Günthersburgpark verlassen hat. Allerdings müssen sich die Besucher auf neue Spielstätten einlassen – den Grüneburgpark im Westend, zum Beispiel. Wer dort am heutigen Montag, 15. Juli, um 20.15 Uhr vorbeischaut, erlebt eine Revue der Dramatischen Bühne, die für gewöhnlich in der Bockenheimer Exzess-Halle zu Hause ist.

Die Dramatische Bühne bespielt den Grüneburgpark noch bis zum 18. August. Heute Abend wird „Der Boxer“ aufgeführt, eine Revue voller Tanz, Nachtclubatmosphäre und zwielichtigen Mafiosi. Das Freilichtfestival zeigt das gesamte Repertoire des Ensembles, darunter viel Shakespeare.

Der große Dichter aus dem 16. Jahrhundert hat auch das Selbstverständnis der Dramatischen Bühne mitgeprägt. Im Internet ist von einem „aberwitzigen, tolldreisten Theatertraum“ die Rede, „wie er seit Shakespeares Zeiten kaum mehr geträumt wird: Geschichten voller Alberei und Tiefsinn zugleich“. In den nächsten Tagen, jeweils 20.15 Uhr, stehen zunächst „Die Leiden des jungen Werther“ und dann der „Sommernachtstraum“ auf dem Programm.

Fliegende Volksbühne und hessische Mundart

Wen es noch weiter nach Westen treibt, der sollte unbedingt an der Höchster Porzellanmanufaktur in der Palleskestraße 32 innehalten. Dort gastiert Abend für Abend jeweils ab 20 Uhr Michael Quast, der Leiter der Fliegenden Volksbühne – noch bis Sonntag, 4. August, dann allerdings bereits ab 16 Uhr, wird der „Tartüff“ frei nach Moliere und in hessischer Mundart gegeben. Die Komödie mit dem Titel „De Deibel in Gestalt“ wurde von Wolfgang Deichsel verfasst und verspricht beste Unterhaltung. Allein die Manufaktur ist einen Besuch wert – sie ist nach Meißen die älteste ihrer Art in Deutschland.

Ab Freitag, 19. Juli, bis zum 4. August kommt dann in der Frankfurter Open-Air-Szene auch der Main mit ins Spiel: Rund 200 Künstler sind in diesem Jahr bei der „Sommerwerft“ am Osthafen mit dabei, 300 freiwillige Helfer tragen dazu bei, dass die vielen Begegnungen zwischen Kulturschaffenden und Publikum gelingen. Circa 100 000 Gäste wurden im vergangenen Jahr gezählt. Außer Theater und Tanz gibt es auch ein Kinderprogramm. Im neuen Beduinenzelt werden Liedermacher politische Themen wie etwa die Seerettung von Flüchtlingen im Mittelmeer aufgreifen. Erstmals werden ausschließlich vegetarische Speisen angeboten.

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