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Mit den Nachtbussen fing das Angebot 1989 an, es soll weiter ausgebaut werden.

Nachtverkehr erfolgreich

Mehr Busse und Bahnen bei Nacht in Frankfurt

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Verkehrsdezernent Oesterling will das Angebot im kommenden Jahr weiter ausbauen. Vor allem die U4 und die U8 sind stark gefragt.

Frankfurt - Der Nachtverkehr mit Bus und Bahn in Frankfurt soll ausgebaut werden. Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) sprachen sich am Freitag dafür aus, ab Ende 2020 auch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zahlreiche Buslinien und U-Bahnen durchfahren zu lassen.

Ermutigt zu dem Vorstoß wurden die Politiker durch eine Umfrage des lokalen Verkehrsanbieters Traffiq. Demnach wird das derzeitige Angebot in den Nächten auf Samstag und Sonntag sehr gut angenommen. Mehr als 7000 Fahrgäste waren bei einer Zählung im Frühjahr mit den Nachtlinien unterwegs. Vor allem die U-Bahnlinien U4 und U8 waren gut frequentiert. Traffiq verweist auf Zählungen im Januar 2018, also vor der Etablierung des Nachtverkehrs in der heutigen Form und im Mai/Juni 2019. Bei der U4 stieg die Zahl der Fahrgäste von 971 auf 1516, bei der U8, die als einzige Linie auf der A-Strecke durchgängig verkehrt, gar von 674 auf 1415.

Frankfurt: Nachtverkehr soll ausgebaut werden

Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold räumte ein, dass die Zählungen „nicht zwingend repräsentativ“ sei. Doch mit der ersten Zwischenbilanz knapp ein Jahr nach Einführung des erweiterten Nachtverkehrs sei er sehr zufrieden. Die Verkehrsgesellschaft werte auch aus, wer das nächtliche Angebot nutzt. Dies seien, wenig überraschend, überwiegend junge Leute. Der Anteil der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen liege bei 46 Prozent. Tagsüber machen die jungen Erwachsenen hingegen nur 19 Prozent der Fahrgäste aus.

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Verkehrsdezernent Oesterling kündigte an, im kommenden Jahr die Erweiterung anzuregen, auch wenn er vorher „nochmal mit dem Kämmerer reden muss“. Ziel müsse es sein, dass das Angebot nachts langfristig wie im Tagesnetz angeboten werden müsse. Traffiq-Geschäftsführer Reinhold sieht das erweiterte Angebot als Teil der Verkehrswende, gibt aber zu bedenken, dass der RMV mit den S-Bahnen mitziehen müsse, damit ein noch besseres Angebot bei U-Bahnen und Bussen auch sinnvoll sei.

Öffis bei Nacht

An Freitagen, Samstagen und vor Feiertagen verkehren die S-Bahnlinien S1, S2, S3, S4, S5, S7 und S8 durchgängig die ganze Nacht. Dazu kommen die vier U-Bahn-Linien U4, U5, U7 und U8, sowie die Straßenbahnlinien 11, 12, 16 und 18. Darüber hinaus verkehren 15 Buslinien und fünf Nachtbuslinien.

Von Sonntag bis Donnerstag verkehren in der Nacht nur die S8 und seit 2016 die Buslinie 58 zwischen Höchst und Flughafen. Es war die erste Linie, die nach dem Prinzip 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche verkehrt. Dazu kommen 13 Nachtbuslinien, die mittlerweile auch Stadtteile wie den Riedberg bedienen.

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