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Livemusik im Beduinenzelt: Remine aus Darmstadt spielt auf.

Chillen am Mainufer 

Sommerwerft 2019 - Gelungener Auftakt beim Festival an der Weseler Werft

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Die Sommerwerft läuft und das erste Wochenende geht ganz gelassen los.

Frankfurt - Am Stand für Pfannkuchen hat sich eine kleine Schlange gebildet. Ein Kunde unterhält sich mit der Tresenkraft über deren Heimat. „Polen ist immer schön“, sagt die junge Frau. Der Kunde will jetzt noch ein paar Tipps. Die jungen Leute dahinter in der Schlange sind eher belustigt ob dieser Verzögerung. Denn so ist das hier auf der Sommerwerft: Es geht sehr gelassen zu, oberstes Gebot für viele Besucher des Festivals am Main ist an diesem Eröffnungssamstag zunächst mal das Chillen.

Körperliche Betätigung auf dem Festival 

Mancher Besucher betätigt sich aber auch körperlich. Bernhard Tessmann läuft gerade über die angespannten Bäuche von ein paar Kindern und Erwachsenen. „Der Bauchmuskel ist ein sehr starker Muskel“, doziert der Meister der koreanischen Kampfkunst Shinson Hapkido. 

Das Sommerfestival an der Weseler Werft dauert noch bis zum 4. August. An den Wochenenden beginnt das Programm oft schon am Vormittag, unter der Woche geht es ab 17 Uhr los.

Geboten werden Livemusik, Workshops, Theateraufführungen, Kinofilme, Performances und ein Kinderprogramm.

Die Organisatoren haben Tessmann gefragt, ob er für das Wochenende ein Kinderprogramm anbieten könne. Das kann der 58-Jährige, und was für eins. Tessmann bringt die Kampfkunst im Schatten des Theaterzelts gekonnt spielerisch rüber. Durcheinanderlaufen, in die Augen schauen, abklatschen, auf den Boden knien sind die ersten Herausforderungen für die Teilnehmer. Die Kinder haben große Freude daran, die Eltern machen artig mit. Nach einer Dreiviertelstunde haben die Teilnehmer alle Muskeln ordentlich beansprucht, ohne das so recht mitzukriegen.

Im Beduinenzelt wird sich deutlich weniger bewegt. Dort haben Isabella Roumiantsev und Max Clouth zu einer musikalischen Lesung eingeladen. Eine ziemlich schwere Kost für einen so heißen Sommernachmittag im Zelt, aber die eine oder der andere hängt einfach ein bisschen den eigenen Gedanken nach.

Installation des Künstlers Jorge Bascunan mit politischer Message 

Vor dem Theaterzelt flattern jetzt ein paar Dutzend orangefarbene Luftballons im Wind. Was lustig aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Die Installation des Künstlers Jorge Bascunan will auf Flüchtlinge in überfüllten Booten aufmerksam machen. Laut Programm war eigentlich die Installation an einer Brücke angekündigt und die Ballons sollten rot sein. „Das ist die Freiheit des Künstlers“, sagt ein Mitarbeiter am Infostand. Der Künstler Chesters, der laut Programm „ein außergewöhnliches Spektakel für Groß und Klein“ bieten sollte, hat sich wohl die Freiheit genommen und ist gleich gar nicht gekommen. Aber auch das regt hier bei der Sommerwerft wirklich niemanden auf.

Das komplette Programm zum Festival gibt es auf fr.de* und unter www.sommerwerft.de.

von Oliver Teutsch

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