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So soll die neue Multifunktionshalle "The Dome" am Frankfurter Flughafen aussehen.

Platz für 23.000 Zuschauer 

Multifunktionsarena: „Dome“-Investoren locken Löwen Frankfurt und Skyliners

Die geplante "Dome"-Arena in Frankfurt könnte Platz für 23.000 Zuschauer bieten. Profiteure wären auch die Löwen und die Skyliners. 

Frankfurt - In der Diskussion über eine Multifunktionsarena in Frankfurt machen die Investoren, die eine Halle am Flughafen bauen wollen, der Stadt sowie den Sportvereinen Löwen und Skyliners weitreichende Angebote. Sowohl die Eishockey-Löwen als auch die Basketballer der Skyliners sollen ihre Heimspiele in der Arena austragen, ohne dafür Miete zu zahlen. Zudem sieht das Verkehrskonzept eine S-Bahn-Station an der 23 000 Zuschauer fassenden Halle vor, deren Bau die Investoren ebenfalls bezahlen würden.

Keine Miete für Löwen Frankfurt und Skyliners

Hinter dem Projekt steht die kanadische Katz Group, der unter anderem das Eishockeyteam Edmonton Oilers gehört. Einer der Investoren ist Felix Scheuerpflug, der in Deutschland vor allem Tennisturniere ausrichtete und Manager des Star-Tenors Luciano Pavarotti sowie weiterer Künstler war. Scheuerpflug machte am Dienstag im Gespräch mit der FR deutlich, dass er auf eine schnelle Entscheidung für das „The Dome“ genannte Projekt hofft: „Es nervt mich kolossal, dass große Konzerte und Sportereignisse in Frankfurt nicht möglich sind, weil es keine anständige Halle gibt.“ Die von der Katz Group geplante Arena wäre „die größte und modernste Halle in Europa“. Entwerfen soll sie der Architekt Michael Felka von der WPV Baubetreuung GmbH, der unter anderem für den Gebäudekomplex „The Squaire“ verantwortlich zeichnet: „Von daher kenne ich die Flächen am Flughafen sehr gut“, sagte Felka.

Multifunktionsarena: Politik einig 

Dass Frankfurt eine Multifunktionsarena braucht, ist in der Politik weitgehend unstrittig. Im Koalitionsvertrag ist dafür ein Gelände am Kaiserlei vorgesehen, eine Ausschreibung läuft. Doch die Verhandlungen mit dem französischen Unternehmen Lagardère, das die rund 12 000 Zuschauer fassende Halle dort bauen will, gestalten sich schwierig. Lagardère verlangt eine städtische Bürgschaft, für die es im Römer keine Mehrheit gibt. Zudem ist das Areal mittlerweile auch für den Neubau der Europäischen Schule im Gespräch, zu dem die Stadt laut Vertrag mit der Europäischen Zentralbank verpflichtet ist.

Dass die erste Veröffentlichung der Pläne für „The Dome“ vor einigen Wochen ausgerechnet in die heiklen Verhandlungen zwischen Stadt und Lagardère platzte, sei nicht beabsichtigt gewesen, sagte Scheuerpflug. Man treibe das Projekt seit zwei Jahren voran, bis vor kurzem aber ohne Öffentlichkeit, „da es jede Menge Fragen gab, die wir erst klären wollten“.

Zu diesen Fragen zählt vor allem das Verkehrskonzept, das die Investoren am Freitag bei einer Pressekonferenz am Flughafen vorstellen wollen. Es sieht vor, dass die Bundesstraße B43 von der Halle überbaut wird, wobei kein klassischer Tunnel entstünde, da die etwa 100 Meter lange Unterführung im Norden offen wäre. Ähnlich sei „The Squaire“ gebaut worden, sagte Architekt Felka. Unter Teilen des Gebäudekomplexes verläuft die A3. Die S-Bahn-Linien S8 und S9 sollen an der Arena einen Halt bekommen, der aber nur bei Veranstaltungen angefahren wird.

"Gelände gehört Fraport" 

Eine Ausschreibung für die Bebauung des Grundstücks ist laut eines Rechtsgutachtens, das die Katz Group eingeholt hat, nicht erforderlich. „Das Gelände gehört der Fraport, die es uns verkaufen würde – vor Klagen habe ich keine Sorge“, sagte Scheuerpflug.

Sportlich könnten vor allem die Löwen von „The Dome“ profitieren. Eine Kooperation mit den Edmonton Oilers ist denkbar. Die Katz Group habe aber auch gute Kontakte in die nordamerikanische Basketballliga NBA, sagte Scheuerpflug: „Die Arena ist definitiv für Skyliners und Löwen gedacht.“

Obwohl die Vereine keine Miete bezahlen sollen und die Investitionssumme mit 300 Millionen Euro nicht eben niedrig ist, rechnet Scheuerpflug mit Gewinnen. Zusätzlich zu den Ligaspielen von Skyliners und Löwen sollen 120 Veranstaltungen im Jahr in „The Dome“ stattfinden. Bei Konzerten gehen die Investoren von einem ausverkauften Haus aus.

In den vergangenen Wochen hatte unter anderem die SPD im Römer gefordert, das Konzept für „The Dome“ zu prüfen. Sportdezernent Markus Frank (CDU) sagte auf Anfrage der Frankfurter Rundschau, die Stadt sei an die Ausschreibung für das Gelände am Kaiserlei gebunden: „Das Verfahren werden wir auf jeden Fall abschließen.“ 

Von Georg Leppert 

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