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Die Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz in Frankfurt können im heutigen Bestand saniert und für die Zukunft umgebaut werden

Umbau

Bühnen am Willy-Brandt-Platz können saniert werden

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Fachleute empfehlen einen Umbau am Willy-Brandt-Platz für rund 700 Millionen Euro. Die Gebäude sollen zukunftsfähig gemacht werden. 

Die Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz in Frankfurt können im heutigen Bestand saniert und für die Zukunft umgebaut werden. Zu diesem Ergebnis sind sieben private Fachfirmen im Auftrag der kommunalen Stabsstelle Städtische Bühnen gekommen. Nach Einschätzung der Experten ist es möglich, Oper und Schauspiel mit Investitionen von rund 700 Millionen Euro zukunftsfähig zu machen.

Diese Summe liegt deutlich unter den knapp 900 Millionen Euro, die eine Machbarkeitsstudie im Sommer 2017 für Sanierung oder Neubau genannt hatte. Die reinen Baukosten werden jetzt auf knapp 600 Millionen Euro beziffert. Hinzu kämen für ein Logistikzentrum, das Werkstätten, Lager und Fundus umfasst, weitere 70 Millionen Euro.

Noch nicht eingerechnet wären allerdings die Kosten für eine Interimslösung für das Schauspiel Frankfurt während der Bauarbeiten. Die Stabsstelle unter der Leitung des erfahrenen Architekten und Managers Michael Guntersdorf hatte zum Jahreswechsel 2018/2019 Bauphysiker, Statiker, Brandschutzexperten, Architekten und andere Fachleute mit neuen Untersuchungen und Berechnungen zur Zukunft der Theater-Doppelanlage beauftragt. Diese Arbeiten haben insgesamt etwa eine Million Euro gekostet.

Umbau am Willy-Brandt-Platz: Kein völliger Abriss nötig 

Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass ein völliger Abriss und Neubau der Theater-Doppelanlage aus dem Jahr 1963 nicht notwendig ist. Im Kern sollen die großen Bühnen von Oper und Schauspiel sowie im Grundriss die Zuschauerräume erhalten bleiben. Auch die moderne Oberbühne der Oper kann weiter genutzt werden.

Die Haustechnik wie Klima, Heizung, Kühlung muss aber vollständig erneuert werden. Auch das heutige große Foyer mit seiner Verglasung bliebe infolge unzureichender Dämmung nicht erhalten. Die neue bauliche Hülle der Bühnen wird durch einen internationalen Architektenwettbewerb ermittelt.

Dabei sollen die Architekten und Planer auch Entwürfe für eine neue Gestaltung des Willy-Brandt-Platzes liefern. Dessen heutige Gestalt wird als unwirtlich eingestuft.

Das riesige Bühnengebäude der Zukunft muss auch eine neue verkehrliche Erschließung bekommen. Die heutige wird als unzureichend angesehen.

Für den Bau des Logistikzentrums fasst die Stabsstelle Städtische Bühnen ein kommunales Grundstück im Ostend ins Auge, das allerdings noch freigeräumt werden muss. Das bisher diskutierte Areal Schmidtstraße 12 im Stadtteil Gallus ist aus dem Rennen. Dort hatten überzogene Preisvorstellungen des Grundstücksbesitzers für Verärgerung im Römer gesorgt.

Empfehlung an Kommunalpolitiker 

Die städtische Stabsstelle wird nach Informationen der FR die Ergebnisse der Fachleute jetzt in einer schriftlichen Empfehlung für die Kommunalpolitiker zusammenfassen. Die Stabsstelle wird also die Sanierung der Bühnen an Ort und Stelle am Willy-Brandt-Platz empfehlen. Noch vor Weihnachten 2019 wird die Stabsstelle ihren Bericht offiziell vorlegen.

Die Sanierung im Gebäude kann nach Einschätzung der Experten abschnittsweise erfolgen. Die Oper soll in dieser Zeit mit ihrem Spielbetrieb auf die Bühne und in den Zuschauerraum des Schauspiels umziehen.

Noch nicht abschließend geklärt ist die Interimslösung für das Schauspiel Frankfurt. Eine einfache Erweiterung der heutigen kleinen Spielstätte im Bockenheimer Depot, die von Oper und Schauspiel genutzt wird, ist als unzureichend verworfen worden.

Die Empfehlung der Stabsstelle soll als Grundlage für eine politische Entscheidung der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen dienen. Mit dieser wird allerdings nicht mehr vor der Kommunalwahl im Frühjahr 2021 gerechnet.

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