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Die Buchhandlung Carolus muss schließen - nach 147 Jahren.

Buchhandel in Frankfurt

Buchhandlung Carolus macht zu

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Das Aus nach 147 Jahren: Die älteste Buchhandlung Frankfurts muss schließen. Die Mitarbeiterinnen verlieren ihre Jobs. 

Carolus Bücher, die älteste Buchhandlung Frankfurts, schließt. Mehr als 147 Jahre nach ihrer Gründung beginnt am 14. Juni der Räumungsverkauf im Geschäft an der Vilbeler Straße, nördlich der Zeil. Am 6. Juli wird die dem katholischen Herder-Verlag gehörende Buchhandlung zum letzten Mal geöffnet sein. Einen entsprechenden Bericht des Börsenblatts für den deutschen Buchhandel hat Filialleiterin Ariane Roth am Freitag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau bestätigt. Sie und drei weitere Buchhändlerinnen verlieren ihren Job.

Erst Ende 2015 umgezogen 

„Wir sind alle sehr traurig“, sagt Roth. „Wir haben viel Herzblut und viel Energie in die Buchhandlung gesteckt.“ Die Schließung des Geschäfts sei eine wirtschaftliche Entscheidung. Die Umsätze hätten die Kosten nicht mehr gedeckt, sagt sie. Sie hätten sich schon länger allgemein rückläufig entwickelt. Die Buchhandlung spüre wie viele andere Geschäfte das geänderte Lese- und Kaufverhalten der Kunden, etwa die steigenden Online-Umsätze, sagt die Filialleiterin. Dann sei auch noch ein Großauftrag weggebrochen.

Erst Ende des Jahres 2015 war die Buchhandlung aus ihrem angestammten Sitz am Liebfrauenberg – also in zentraler Innenstadtlage und direkt an der katholischen Liebfrauenkirche – an die deutlich weniger frequentierte Vilbeler Straße gezogen. Dabei musste sich das Traditionsgeschäft, dessen Umsatz mit Devotionalien und religiösen Büchern schon damals nur bei etwa einem Viertel lag, auch noch stark verkleinern. Statt 500 standen der Buchhandlung am neuen Ort nur noch 200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Von zuvor 14 Beschäftigten blieben nur noch fünf.

Grund für den Umzug der Buchhandlung war damals, dass der Eigentümer des Hauses, der Gesamtverband der katholischen Frankfurter Kirchengemeinden, für den Laden am Liebfrauenberg eine deutlich höhere Miete forderte.

Das stieß damals auf große Kritik. Auch das Haus an der Vilbeler Straße gehört allerdings dem Gesamtverband. In den Stammsitz von Carolus zog die Deko-Kette Butlers.

Die Neueröffnung von Carolus Bücher am neuen Standort sei nicht zum Scheitern verurteilt gewesen, sagt Roth rückblickend. Auch wenn weniger Laufkundschaft gekommen sei als am Liebfrauenberg. Immer wieder hatte sich die Filialleiterin dennoch zuversichtlich gezeigt. Doch nun sei es anders gekommen als geplant.

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