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Pizza

„Frankfurt geht aus“

Das ist die beliebteste Pizzeria Frankfurts

Am Freitag, 28. Juni, erscheint der Restaurantführer „Frankfurt geht aus“. Es gibt einiges an neuen Kategorien, aber auch überraschende Verlierer.

Wir zahlen immer selbst, kommen unangekündigt und reservieren sogar unter falschen Namen“, erzählt Jan Paul Stich, Redaktionsleiter des Restaurantführers „Frankfurt geht aus!“. 100 Gastrotester seien diesmal im Einsatz gewesen. Am  Freitag, 28. Juni,  erscheint das jährliche Sonderheft von „Journal Frankfurt“ zum 31. Mal mit mehr als 300 Restaurants in 60 Toplisten.

Erstmals gibt es ein Ranking für den hawaiianischen Trend Poké. Beim Original handelt es sich um einen einfachen Salat aus rohen Fischwürfeln, angerichtet in einer Schale mit Sesamöl und Sojasauce auf Sushireis. Aber das Ganze geht heutzutage natürlich auch in vegan. Das Onocubes im Nordend belegt in dieser Kategorie den ersten Platz. Koch Linh Burkart (30) ist in Vietnam geboren und mit 15 Jahren nach Deutschland gekommen. „Ich habe schon immer hobbymäßig gekocht“, erzählt er. „Aber bis vorigen Sommer habe ich noch als Banker gearbeitet.“

Am Donnerstag bereitet er wenige Minuten, bevor er in der Genussakademie ausgezeichnet wird, mit seiner Frau Quynhanh Nguyen sogenannte Rainbow Rolls, Sommerrollen, vor. Die sind so vegan wie bunt: Die mit Blüten blau gefärbten Nudeln sind eine der Zutaten.

Pizzeria Olbia auf Platz Zwei, Dal Bianco auf Platz Eins

Andreas Krolik aus dem Lafleur im Palmengarten hat es wieder geschafft, der beste Koch der Stadt zu werden. Knapp dahinter landet Coskun Yurdakul aus dem Tigerpalast. Eine Überraschung gibt es in der Kategorie „Beste Pizzeria der Stadt“: Da gewinnt zum ersten Mal nicht die Pizzeria Olbia, die Zweite wird, sondern das Dal Bianco in Alt-Sachsenhausen. Apropos Pizza: Diese Kategorie löst laut Herausgeber Jan-Peter Eichhorn die meisten Leserreaktionen aus – zwischen schwer begeistert und erbost. Und deshalb beinhaltet das Heft erstmals einen Pizza-Sonderteil.

In der Kategorie „Feine Küche“ belegt André Rickert mit seinem kleines Restaurant Bidlabu unweit der Fressgass’ den ersten Platz.

Die Neueröffnung des Jahres ist für die Tester das Nihonryori Ken in der Wallstraße in Sachsenhausen. Hier gibt es japanische Haute Cuisine.

Sieger in der Kategorie „Klassisch deutsche Küche“ ist Koch und Betreiber Mario Furlanello vom Bornheimer Ratskeller in der Kettelerallee. Hier gibt es frisches regionales Fleisch aus der hauseigenen Metzgerei.

Bei den „Eat and Meet Hotspots“ gewinnen die Ardinast-Brüder mit ihrem Restaurant „Bar Shuka“ in der Niddastraße im Bahnhofsviertel. Hier gibt es Neue Tel-Aviv-Küche.

Bei Italian Fine Dining ist Carmelo Greco mit seinem gleichnamigen Restaurant im Ziegelhüttenweg der Kategoriesieger. rose

Neben der normalen Bestenliste gibt es noch solche für den Norden, Süden, die Mitte, den Osten und Westen Frankfurts. „Und wir haben eine Liste erstellt, die zwischen den Stilen Romana und Napoletana unterscheidet“, betont Eichhorn. Erstere ist dünn und knusprig, letztere teigig und weich, was laut Restaurantführer das Super Bro’s im Oeder Weg am besten hinbekommt. Und ja, es gibt auch wieder die Flopliste – unter den neun Namen sind auch zwei bekannte Restaurants, die vor einem Jahr noch auf der Topliste standen: zum einen das asiatische Fine-Dining-Restaurant „Zenzakan“ in der Taunusanlage, zum anderen das lokal-traditionelle wie internationale Restaurant Margarete in der Braubachstraße.

Flop heiße aber nicht gleich miese Küche.„Beim Zenzakan isst man nicht schlecht, aber für das teure Geld müsste es viel besser sein“, so Eichhorn. Gastronom Christian Mook, der mehrere Restaurants betreibt, sagt auf FR-Anfrage: „Außer Zweifel steht, dass die überwältigende Mehrheit meiner Gäste und ich selbst das Werturteil des Journals Frankfurt aus guten Gründen nicht teilen.“

Wie aber wird bewertet? Landet man beim einmaligen Ausrutscher gleich bei den Flops?

„Nein“, versichert Redaktionsleiter Stich, „bei den Floprestaurants testen wir zweimal. Der zweite Tester weiß nicht, dass der erste das Restaurant als Flop bewertet hat. So kann er mit einem zeitlichen Abstand unvoreingenommen rangehen. Wir haben auch kein Interesse daran, jemanden in die Pfanne zu hauen.“

Linh Burkart (li.) mit Ehefrau Quynhanh Nguyen gewinnt in der Trendkategorie Poké. 

Simon Horn, Koch und Betreiber der Margarete, trifft die Einstufung sehr. „Ich verstehe das Urteil nicht“, sagt er. In der Kritik steht beispielsweise: „Der bei 54 Grad gegarte Islandbarsch hätte wohl eine Chance gehabt, wäre er nicht derart versalzen.“ Horn sagt: „Für diesen Fisch bekommen wir ständig Lob.“ Er sagt aber auch: „Klar geht hin und wieder auch etwas bei uns schief, und wenn das passiert, entschuldigen wir uns dafür. Ansonsten reißen wir uns jeden Tag den Hintern auf, damit unsere Gäste zufrieden sind.“

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