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Andrea Hampel sichtet andere Fundstücke.

Denkmalschutz

Die Kämpferin: Andrea Hampel, Leiterin des Denkmalamtes Frankfurt

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Andrea Hampel, Leiterin des Denkmalamts arbeitet seit vielen Jahren für das Denkmalamt. Nun wurde ein Schädel aus der Jungsteinzeit gefunden. 

Sie ist an diesem Tag wieder ganz die resolute Kämpferin. Seit fast drei Jahrzehnten arbeitet Andrea Hampel jetzt im Denkmalamt der Stadt Frankfurt, seit 2007 leitet sie es. Die 59-jährige Archäologin hat Zeiten erlebt, in denen der Denkmalschutz in Frankfurt hart zu kämpfen hatte und wenig politische Unterstützung seitens der Stadtregierung erfuhr.

„Jetzt ist es sehr gut geworden“, sagt die Wissenschaftlerin offen. Seit Planungsdezernent Mike Josef (SPD) im Jahre 2016 die politische Verantwortung auch für das Denkmalamt übernahm, ist das kleine Team um drei Köpfe auf zwanzig Personen gewachsen. Josef stellt sich immer wieder demonstrativ hinter die Denkmalpfleger, auch an diesem Tag in Harheim lobt er sie vor den Journalisten für ihre Arbeit.

Denkmalpflege: Druck von Investoren

Tatsächlich steht die Denkmalpflege in Frankfurt unter einem starken wirtschaftlichen Druck von Investoren, die von geschützten Gebäuden möglichst wenig übrig lassen wollen. Ein sogenannter Kompromiss, der bundesweit Aufsehen erregte, war die Bebauung des früheren Bundesrechnungshofsgeländes an der Berliner Straße.

Obwohl das Gebäude aus den 50er Jahren unter Denkmalschutz stand, wurde es bis auf die Fassade entkernt.

Noch immer ist der Etat, den Amtsleiterin Andrea Hampel im Jahr für ihre Grabungen im Stadtgebiet zur Verfügung hat, mit 200.000 Euro nicht gerade üppig ausgestattet. Dennoch tritt die Archäologin mit der Rückendeckung des Planungsdezernenten durchaus selbstbewusst auf. So auch im Falle des Wohnungsbaugrundstücks in Harheim, auf dem der Schädel aus der Jungsteinzeit gefunden wurde.

Grabungshelfer Alina Bulka und Adel Plancic bei der Arbeit.

„Als der Bauantrag für die Wohnungen kam“, sagt die Amtsleiterin, „haben wir Bedingungen formuliert.“ Nämlich die, erst einmal ohne großen Zeitdruck archäologische Grabungen auf dem geschichtsträchtigen Gelände anstellen zu dürfen.

Planungsdezernent Josef lässt im Gespräch mit der FR keinen Zweifel daran, dass er das Gewicht des Denkmalamts weiter stärken möchte. Für den kommenden städtischen Doppelhaushalt 2020/2021 hat er noch einmal zwei neue Stellen beantragt.

Andrea Hampel ist eine Archäologin aus Leidenschaft. Sie hat in Frankfurt schon spektakuläre Grabungen geleitet. So entdeckte sie bei der Restaurierung des Kaiserdoms das Grab eines Mädchens aus merowingischer Zeit, Oder sie legte im Stadtteil Nieder-Eschbach eine Villa aus römischer Zeit frei. Ihr Aufgabengebiet ist groß: Mehr als 1600 archäologische Denkmäler gibt es in Frankfurt.

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