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Das August-Stunz-Zentrum hat keine Kapazitäten, auch Besucher:innen zu testen.
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Das August-Stunz-Zentrum hat keine Kapazitäten, auch Besucher:innen zu testen.

Pflegeheime

Heimbesuch bleibt wegen Corona-Testpflicht teuer

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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FR-Leserinnen und Leser wollen helfen, damit Franz Wegstein seine Frau trotz Testpflicht im Heim in Frankfurt besuchen darf. Doch ihr Angebot bringt keine Lösung.

Es wäre ein Happy End geworden: FR-Leser Frank H. wollte Franz Wegstein monatlich 150 Euro schenken, damit der weiterhin seine Frau im AWO-Pflegeheim besuchen kann. Auch Christine L. hat die Geschichte des Mannes berührt, den die neue Corona-Testpflicht für Heimbesucher:innen in finanzielle Nöte bringt. „Ich würde ihm gerne 90 Euro zukommen lassen“, schrieb die Darmstädterin der Redaktion.

Welch schöne Gesten aus der Leserschaft der Frankfurter Rundschau. Franz Wegstein hätte eine Sorge weniger. Doch so einfach ist es leider nicht: „Vielen Dank für Ihre Hilfsbereitschaft aber ich kann Ihr Geld nicht annehmen“, schrieb er an Frank H. „Der Betrag von 150 Euro würde als Einkommen angerechnet, und ich müsste ihn als Zuzahlung für den Heimplatz verwenden. Ansonsten gibt es Ärger mit dem Sozialamt, und ich stehe nachher schlechter da wie vorher.“

Auch die Leiterin des Frankfurter AWO-Pflegeheims August-Stunz-Zentrum sieht sich außerstande, Wegstein zu helfen. Der 63-Jährige sei kein Einzelfall. Viele andere Angehörige seien ebenfalls knapp mit Geld. „Ich muss alle gleich behandeln“, sagt Sabine Kunz.

An jedem der wöchentlich zwei Besuchstage stünden in der Regel um die 70 Menschen vor dem Heim Schlange, um nach Registrierung und Aufklärung eingelassen zu werden. Schon das koste sehr viel Zeit. Sie auch noch zu testen und danach an einem geschützten Ort auf das Ergebnis warten zu lassen, sei logistisch nicht zu bewältigen. „Wenn die Landesregierung mir ein Zelt hinstellt und das Personal dafür zahlt, dann können wir das gerne machen.“

Soldaten einsetzen?

Eine Lösung, die auch Peter Pagendarm entgegenkäme. „Mein Bruder lebt im AWO-Pflegeheim August-Stunz-Zentrum und kann derzeit nur nach kostenpflichtigen externen Tests besucht werden“, schreibt der Baden-Württemberger, der den FR-Artikel über Wegstein gelesen hat. In seinem Heimatort seien Soldaten für die Testung der Besucherinnen und Besucher in Pflegeheimen eingesetzt. Ob das nicht eine Lösung wäre?

Auch die Stadt Frankfurt hat am Donnerstag Hilfe von der Truppe für die Pflegeheime angefordert. Allerdings einzig um die Beschäftigten zu testen – und das auf drei Wochen begrenzt. Ihre Einrichtung brauche eine Dauerlösung, sagt Heimleiterin Kunz dazu, deren Team seit knapp einem Jahr am Anschlag arbeitet. „Wir werden jetzt einen Dienstleister für die Testung des Personals engagieren.“

Das Jüdische Alten- und Pflegezentrum in Frankfurt geht einen anderen Weg, sagt Leo Latasch. Die jüdische Gemeinde, deren Vorstand er angehört, hat vor der Einrichtung zwei beheizte Zelte aufgestellt – in einem werden Besucher:innen getestet, im anderen warten sie auf das Ergebnis. Das zusätzliche Personal sei auf dem freien Markt zu finden, sofern man gut zahle, sagt Latasch. Etwa Pflegekräfte, die in einem anderen Beruf arbeiteten oder in Rente seien.

Für jeden Test von Personal oder Besucher:in erstatteten die Kassen neben sieben Euro Materialkosten auch neun Euro für den Abstrich. Sicher bedeute das zusätzliche Arbeit, sagt Latasch. „Es ist ein organisatorischer Aufwand, aber Sie bekommen ihn ja finanziert.“

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