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Reisen

Druck auf die Deutsche Bahn (DB): Mit dem Nachtzug von Frankfurt nach Barcelona?

  • vonTheresa Ricke
    schließen

Die Deutsche Bahn (DB) hat den Nachtzug-Trend bisher verschlafen. Nun bringt eine Studie wieder Schwung in die Debatte. Kommt eine Verbindung vom Hauptbahnhof Frankfurt nach Barcelona?

  • Über Nacht vom Hauptbahnhof Frankfurt* nach Barcelona fahren, das soll ein Nachtzug möglich machen.
  • Nachtzüge liegen nicht nur in der Corona*-Pandemie im Trend.
  • Eine französische Initiative hat eine Machbarkeitsstudie zu der Verbindung erstellt – doch die Deutsche Bahn (DB) hält sich raus.

Frankfurt – In Frankfurt am Hauptbahnhof in den Zug einsteigen, einschlafen und in Barcelona wieder aufwachen, wenn der Frühstückskaffee duftet – das wäre was. Ob es sich lohnt, die Nachtzugverbindung zwischen Frankfurt und Barcelona wieder anzubieten, hat sich eine französische Initiative gefragt. Sie hat mächtig die Werbetrommel gerührt und eine Machbarkeitsstudie zur Nachtzugstrecke erstellt. Neben Frankfurt soll der Nachtzug auch in Heidelberg und Karlsruhe halten.

Nachtzüge sind im Trend. Außer der Corona-Krise beeinflusst auch die Debatte über den Klimawandel das Reiseverhalten der Menschen. Wenn das Flugzeug für Langstrecken wegen der vielen Menschen an Flughäfen, engem Kontakt und des hohen CO₂-Ausstoßes unbeliebter wird, entsteht ein Markt für Alternativen. Eine Chance für das Bahnfahren, sich dem veränderten Denken anzupassen – unter anderem mit Nachtzugstrecken quer durch Europa.

Nachtzug zwischen Hauptbahnhof Frankfurt und Barcelona könnte sich lohnen

Am Mittwoch (17.02.2021) ist die Studie des französischen Nachtzug-VereinsAssociation Objectif Train de Nuit“ in Heidelberg vorgestellt worden. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bezeichnete gegenüber der Deutschen Presse-Agentur Nachtzüge als „gute Botschaft für Bahnreisende, für Europa und fürs Klima“.

Kommt eine Nachtzug-Verbindung vom Hauptbahnhof Frankfurt nach Barcelona? (Symbolbild)

Die Investition in die Verbindung zwischen Katalonien und dem Frankfurter Hauptbahnhof könnte sich durchaus lohnen, lautet die Einschätzung der Studie. Eine Kombination aus Personenwagen und Güterwaggons soll ein Konkurrent des stauintensiven Lkw-Verkehrs auf der langen Strecke zwischen Spanien und Deutschland werden. Es könne mit rund 164.000 Reisenden im Jahr gerechnet werden, heißt es. Ein Reisen ohne Stau und Stress, dafür aber mit der katalanischen Sonne beim Aufwachen: Das soll nach Meinung der französischen Initiative zu einer echten Alternative werden.

Geplante Nachtzugverbindungen von Deutscher Bahn und Partnern in der Übersicht:

StartbahnhofWichtige ZwischenzieleZielbahnhof
ZürichKölnAmsterdam
WienMünchenParis
ZürichBernRom
WienBerlinParis
Frankfurt am MainLyonBarcelona

Nachtzug vom Hauptbahnhof Frankfurt: Deutsche Bahn (DB) will wieder ins Geschäft

Den Trend zum Nachtzug hat die Deutsche Bahn (DB) bisher an sich vorbeiziehen lassen. Sie hatte ihre Schlafwagen Ende 2016 ausrangiert, da die Nachfrage zu niedrig gewesen sei. Nachbarländer wie die Schweiz und Österreich setzen dagegen auf Nachtzüge. Bahnunternehmen der Alpenländer betreiben bereits ein dichtes Netz von Nachtzügen. Die Schweiz ist über Schienen mit knapp einem Dutzend europäischer Metropolen verbunden, die über Nacht erreicht werden können. Das lückenhafte Angebot der Deutschen Bahn haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) genutzt. Sie bieten Nachtzugverbindungen auch nach Italien, in die Schweiz, die Niederlande oder nach Osteuropa an. In Deutschland betreiben die ÖBB den Nightjet unter anderem auf den Strecken von Hamburg nach München und Zürich sowie von Berlin nach Zürich. Vom Frankfurter Hauptbahnhof gibt es Nachtzüge nach Innsbruck und Wien. Die Deutsche Bahn ist Vertriebspartner.

Doch auch die Deutsche Bahn will sich wieder stärker am Geschäft mit den Nachtzügen beteiligen. Es ist schon länger im Gespräch, ob die Deutsche Bahn Schlafwagen-Verbindungen mit Kabinen wieder aufnimmt. Gemeinsam mit der ÖBB, der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) sowie dem französischen Staatskonzern SNCF will sie in den kommenden Jahren die Nachtzugverbindungen in Europa ausbauen. Schon im kommenden Dezember soll es möglich sein, per Nachtzug von Zürich über Köln nach Amsterdam zu fahren sowie von Wien über München nach Paris. Wiederum ein Jahr später soll von Zürich aus ein Nachtzug bis nach Rom fahren. Für Dezember 2023 sieht der Plan dann die Wiedereinrichtung einer besonders symbolträchtigen Verbindung vor: von Wien über Berlin bis nach Paris.

Nachtzug von Hauptbahnhof Frankfurt nach Barcelona ist internationale Kooperation

Auch die Franzosen wollen nicht zuletzt wegen ihrer sehr guten geografischen Lage das Potenzial von Nachtzügen stärker nutzen. Der Vorteil: Die Investitionen sind vergleichsweise gering, da Schienen und Logistik bereits vorhanden sind. Deshalb beteiligt sich die SNCF auch an der jüngsten französischen Machbarkeitsstudie, wie die offizielle Unterstützerin, die Heidelberger Grünen-Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner, mitteilt. Die Regionalregierungen von Okzitanien und Grand Est in Frankreich sowie die katalanische Eisenbahngesellschaft Ferrocarril Català (FGC) sind ebenfalls mit dabei.

Ob es sich lohnt, die Nachtzugverbindung zwischen dem Hauptbahnhof Frankfurt und Barcelona wieder anzubieten, hat eine französische Initiative geprüft.

In der Studie sollten vor allem die wirtschaftlichen und technischen Details der Nachtzugstrecke geprüft werden, die von Barcelona über Montpellier, Avignon, Lyon, Straßburg, Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim zum Frankfurter Hauptbahnhof führen könnte. Nach früheren Angaben des Vereins rechnen die Franzosen bei einem kombinierten Angebot von Personen- und Güterwaggons mit einem Potenzial von etwa 200 Reisenden pro Tag und Richtung sowie von einem guten Dutzend Güterwagen. „Die Verbindung von Fracht und Reisenden ermöglicht positive Betriebsergebnisse.“ (Theresa Ricke mit dpa) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerkes.

Für alle, die nicht nach Katalonien reisen können, sondern zu Hause bleiben müssen, gibt es auch erfreuliche Nachrichten: Denn die Deutsche Bahn (DB) saniert mit dem Hauptbahnhof Frankfurt den wichtigsten Knoten im deutschen Eisenbahnnetz, berichtet fnp.de*. Auch die berüchtigte B-Ebene soll umgebaut werden.

Rubriklistenbild: © Werner_Baum/dpa

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