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Hier auf dem Spielplatz im Günthersburgpark stand einst ein Klettergerüst.
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Hier auf dem Spielplatz im Günthersburgpark stand einst ein Klettergerüst.

Grünflächen in der Stadt

Frankfurt hat kein Geld mehr für Spielplätze

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Der Jahresetat der Stadt für die Instandsetzung ist schon im Sommer ausgeschöpft. Das Grünflächenamt spricht von einer „defizitären Situation“.

Frankfurt gilt allenthalben als reiche Stadt. Auf manch zentralem Gebiet geht ihr allerdings spürbar das Geld aus – Beispiel: Grünpflege, und dazu gehören auch die Spielplätze.

„Im vergangenen Frühjahr wurden im Günthersburgpark zwei Klettergerüste demontiert“, beklagt die Bornheimerin Hendrikje Noel, „und bis heute ist kein Ersatz geplant.“ Zum Spielen hätten die kleinen Kinder in dem beliebten Park nur noch einen riesigen Sandkasten, der bei gutem Wetter in der prallen Sonne liege. Auf ein verbliebenes Klettergerüst trauten sich die Kleinen nicht, weil es von älteren Kindern belegt sei, die dort oben Fangen spielten. „Man hat dort als Elternteil auch nicht die Möglichkeit, sein Kind wirklich im Blick zu behalten“, sagt die Mutter.

Sie informierte sich beim Ortsbeirat 3 und erfuhr: Abhilfe sei nicht in Sicht, weil kein Geld dafür da sei. „Ein Unding“, findet Hendrikje Noel. „Wie kann es sein, dass in einem der größten Parks Frankfurts, noch dazu in einem, der von vielen Familien genutzt wird, nur ein so spärliches Angebot zu finden ist?“ Sie fragt sich: „Ist es das, was wir unseren Kindern bieten wollen, die eh schon durch Corona einige Abstriche machen mussten?“

Auch anderswo gebe es Mängel. So sei etwa auf dem Spielplatz in der Schopenhauerstraße eine Rutsche abmontiert worden und nicht wieder aufgetaucht. „Es gibt im Nordend und in Bornheim ja durchaus ein Angebot an Spielflächen“, sagt Hendrikje Noel. „Aber es gibt auch sehr viele Familien, da knubbelt es sich dann.“ Ein Ort wie der Günthersburgpark, sagt sie, sei doch prädestiniert dafür, mit viel Platz gute Spielmöglichkeiten für die vielen Kinder der Umgebung zu bieten.

Das Grünflächenamt macht gar keinen Hehl aus der Situation. „Für dieses Jahr haben wir leider keine Mittel mehr, die Spielgeräte im Günthersburgpark zu ersetzen“, berichtet Sprecherin Lena Berneburg. Das sei schon in den vergangenen Jahren so gewesen: Da reichten die sogenannten konsumtiven Haushaltsmittel – also das Geld, das zum Einsatz im jeweils laufenden Jahr vorgesehen ist – auch nicht aus, um alle defekten und altersbedingt abgebauten Spielgeräte zu ersetzen: „So entsteht ein Substanzverlust an Spielgeräten“, bekennt die Behörde offen.

Zur ohnehin „schon defizitären Situation“ kämen noch die Folgen des Klimawandels: Mehrausgaben für Nachpflanzungen, Baumpflege- und Wässerungsarbeiten, die durch die drei vergangenen Dürrejahre verursacht wurden. „Zudem wird unser Budget durch den hohen Nutzungsdruck auf Grünanlagen und die damit verbundene erhöhte Müllbeseitigung durch Corona zusätzlich geschmälert“, erklärt die Sprecherin.

Die Folge: Derzeit sei noch nicht absehbar, wann die Spielgeräte im Günthersburgpark wieder ersetzt werden könnten. Für die Rutsche vom Spielplatz in der Schopenhauerstraße besteht allerdings Hoffnung: Sie sei gerade in der Werkstatt des Grünflächenamts zur Reparatur und werde anschließend wieder aufgebaut. Das Warten der Kinder auf ihre Spielgeräte ist nicht aufs Nordend beschränkt. Erst jüngst gab es eine ähnliche Diskussion im Ortsbeirat 8 über den sanierungsbedürftigen Spielplatz in Alt-Heddernheim. Dort greift das Stadtteilparlament nun in die eigene Schatulle, weil das Amt kein Geld mehr hat.

Schon seit Jahren ist es kein Geheimnis, dass beispielsweise auch die Untere Naturschutzbehörde beim Umweltamt nicht mehr hinterherkommt, auch nur annähernd alle Verstöße gegen das Naturschutzgesetz zu ahnden. Es fehlt an Personal. Die Belastung der Frankfurter Stadtnatur nimmt spürbar zu durch den Drang der Menschen, nach draußen zu gehen, gerade während der Corona-Pandemie, und die Ressourcen der Ämter können nicht Schritt halten. Zugleich wird das Geld aus dem Klimafonds-Programm „Frankfurt frischt auf“ des Umweltamts von den Bürger:innen noch nicht voll in Anspruch genommen.

Um die gestiegene Belastung durch den Klimawandel abzufangen, erhält das Grünflächenamt seit 2016 jährlich zwei Millionen Euro mehr, seit 2019 weitere drei Millionen Euro mehr aus dem städtischen Haushalt. Aber es reicht offenbar in diesen schwierigen Zeiten noch längst nicht fürs städtische Grün.

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