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Die Cellistin Sylvia Demgenski ist eine der Musiker:innen der Kammerphilharmonie Frankfurt, die auf Bestellung spielen.
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Die Cellistin Sylvia Demgenski ist eine der Musiker:innen der Kammerphilharmonie Frankfurt, die auf Bestellung spielen.

Kultur

Frankfurt hat jetzt einen Lieferdienst für Musik

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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Die Kammerphilharmonie Frankfurt musiziert auf Bestellung im privaten Treppenhaus / Premiere am Sonntag

Bestellt und frei Haus geliefert wird in diesen Zeiten ja so allerhand, von Essen über Bücher und Klamotten bis hin zum Supermarkt-Einkauf. Warum also nicht auch Livemusik? „Die Menschen hungern mittlerweile nach Kultur“, weiß Kerstin Adineh vom Künstlerischen Management der Kammerphilharmonie Frankfurt aus teils „überwältigenden“ Zuschriften und Anrufen. Um diesen Hunger zumindest etwas zu stillen, hat sich das Orchester etwas Besonderes einfallen lassen: einen Musiklieferdienst.

Auf Bestellung via Online-Formular kommen Musikerinnen und Musiker jeweils sonntags zwischen 15 und 18 Uhr in Frankfurter Treppenhäuser und Flure, um dort ein etwa zehnminütiges Konzert zu geben. Sie treten entweder solo oder im Duo auf, was sie spielen und in welcher Besetzung, ist eine Überraschung. Ob Geige, Flöte, Kontrabass oder Oboe: Größtenteils stehe Klassik auf dem Programm, sagt Kerstin Adineh, aber auch Medleys mit Ausflügen in Jazz, Rock und Pop seien vorstellbar.

So funktioniert die Musikbestellung

Die Kammerphilharmonie Frankfurt bringt an den Sonntagnachmittagen im Februar und März jeweils von 15 bis 18 Uhr Livemusik in die Treppenhäuser und Flure der Stadt. Jede Woche sind andere Stadtteile an der Reihe.

Die Musikerinnen und Musiker spielen solo oder im Duo jeweils Konzerte von etwa zehn Minuten Dauer. Das Programm ist eine Überraschung. Die Hausbewohner:innen hören von der offenen Wohnungstür aus zu.

Zur Buchung einer Musiklieferung gibt es das Bestellformular auf der „Projektseite Musiklieferdienst“ auf der Homepage der Kammerphilharmonie. Dort ist auch eine Liste mit den Stadtteilen und Termine zu finden. myk

www.kammerphilharmonie-frankfurt.de

Der kostenlose Musiklieferdienst ist vorerst für Februar und März geplant, verschiedene Stadtteile sind im Wechsel an der Reihe, zur Premiere am morgigen Sonntag etwa sind es Bornheim, Höchst, Sachsenhausen und das Westend.

Idee und Konzept für das Projekt, das vom Kulturdezernat der Stadt Frankfurt gefördert wird, stammen von der Cellistin Sylvia Demgenski und der Kontrabassistin Nicola Vock aus dem Organisationsteam der Kammerphilharmonie. Bereits im Sommer haben Mitglieder des 26-köpfigen Orchesters unter dem Titel „Nachbarschaftsmusik“ in kleiner Besetzung Konzerte im Freien gegeben, Auftritte in Hausfluren sind quasi die konsequente Fortsetzung für die kalten Wintermonate. „Wenn die Menschen schon nicht zur Musik kommen können, kommt die Musik eben zu den Menschen“, fasst es Kerstin Adineh zusammen.

Wer den Lieferdienst bestelle, sollte das innerhalb der ganzen Hausgemeinschaft kommunizieren und vielleicht auch eine kleine Spende sammeln, schließlich sei die momentane Situation für viele Musikerinnen und Musiker existenzbedrohend. „Und die Signale gehen in die Richtung, dass es in diesem Jahr wohl keine normalen Konzerterlebnisse mehr geben wird“, fürchtet Adineh. Daher versuchten viele, auch weiterhin „kreativ zu werden“ und vor allem kleine Konzertformate zu ersinnen. So wie den Musiklieferdienst, der schließlich nicht nur den Zuhörer:innen Freude bereite, sondern auch den Konzertierenden, „weil sie so endlich mal wieder mit ihrem Publikum in Berührung kommen“. Auf Abstand natürlich.

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