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Frankfurt hat ein neues Prinzenpaar

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Frisch im Amt: Larry I. und Nadin I. starten in die Karnevalssaison.
Frisch im Amt: Larry I. und Nadin I. starten in die Karnevalssaison. © Rolf Oeser

Das neue Frankfurter Prinzenpaar stellt sich unter das Motto des Regenbogens.

An diesem Freitag, dem 11.11. ist es trubelig im Nordwestzentrum, denn die Narren und Närrinnen feiern die Amtseinführung ihres neuen Prinzenpaares. An den Geländern im Obergeschoss schauen Passant:innen gebannt den ausgelassenen Feierlichkeiten zu. Vor der Bühne stehen Menschen mit Karnevalshüten, Familien in Vereinsjacken und Gardetänzer:innen, die Regenbogenfähnchen schwenken.

Der Regenbogen ist Teil des Mottos der diesjährigen Kampagne und ein „Symbol der Zeit“, sagt der gerade eingeführte Prinz Larry. Da könne sich jede:r wiederfinden. Er sei ein Zeichen der Friedensbewegung, trage auch die Farben der Ukraine, rot und weiß für Frankfurt in sich (wobei weiß nun genau genommen keine Farbe des Regenbogens ist). Außerdem sei er ein Zeichen der Hoffnung. Dem Prinzenpaar gehe es darum, wie ein strahlender Regenbogen eine Verbindung zwischen Fastnachtsvereinen, Alt und Jung, gesittet Feiernden und angetrunkenen Pöblern zu schaffen. Das Motto dazu: „Frankfurts Fastnacht – schrill und fein und sechsfarbbunt noch obendrein!“

Können die beiden diesem Anspruch auf den rund 160 Veranstaltungen, die sie in diesem Jahr besuchen werden, genügen? Bunte Charaktere sind sie allemal. „Seine Tollität“, auch bekannt als Larry Alexander Crichton, stellt sich als „amerikanischer Hessebub“ vor. Schon in seinem Heimatort Großkrotzenburg war der 49-Jährige ein fester Bestandteil der Fastnacht der katholischen Vereine und stand als Musiker und in der Bütt auf der Bühne. Als er ganz allein für seine Lehre als Florist nach Frankfurt kam, sei Fastnacht das Erste gewesen, was ihm Halt gab.

Viele Jahre später ist er als Senator beim Großen Rat und Mitglied im Verein „Die Stichlinge“ tief mit der Frankfurter Fastnacht verbunden. Nach seiner Ausbildung hat er sich bald der Gastronomie zugewandt und ist seit über einem Jahrzehnt bei der Festhalle Hausmann als „gute Seele im Hintergrund“ unterwegs. Mit der Figur des Szenekellners war er 2007 auch bei der rosa Sitzung „Da zucke die Tucke“ dabei.

„Ihre Lieblichkeit“ Nadin die Erste, mit bürgerlichem Namen Nadin Otto, wurde „mit Karnevalsschuhen geboren“ und ist ein Multitalent. Sie hat jahrelange Erfahrung als Gardetänzerin und war als Duo mit ihrer Mutter mit selbst geschriebenen Reden in der Bütt unterwegs. Die erfahrene Saxofonspielerin hat auch schon Preise für ihre Bodypainting- Werke gewonnen und Hoheitserfahrung als Apfelweinkönigin gesammelt. Die 35-Jährige ist gelernte zahnmedizinische Fachangestellte. Schon ihre Mama und ihre Oma wollten Fastnachtsprinzessin werden. Nadin „kann immer noch nicht glauben“, dass sie selbst es jetzt wirklich ist. Später auf der Bühne hat sie es dann wohl realisiert, da kullern ein paar kleine Freudentränen.

Bei so viel Nahbarkeit und Qualifikation für die prinzliche Allianz stellt sich natürlich auch die Frage, ob einer der beiden nicht eine andere kürzlich frei gewordene Stelle im Römer besetzen will. „Ich habe leider keine Zeit“, sagt Larry. „Aber Oberbürgermeisterin Nadin? Das klänge doch gut.“ ( Von Marlene App)

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