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Frankfurt: Harte Vorwürfe gegen ABG in der Energiekrise

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Von: Christoph Manus

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Für Zehntausende, die bei der ABG Frankfurt Holding leben, wird das Heizen teurer. Manche treiben die steigenden Kosten in die Verzweiflung.
Für Zehntausende, die bei der ABG Frankfurt Holding leben, wird das Heizen teurer. Manche treiben die steigenden Kosten in die Verzweiflung. © Peter Juelich

Der DMB-Mieterschutzverein Frankfurt kritisiert den starken Anstieg der Heizkosten bei der ABG. Viele Mieter seien verzweifelt. Doch der Chef der Wohnungsgesellschaft verteidigt den Kurs.

Die Kritik an den stark steigenden Heizkostenvorauszahlungen, die die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding gut 34 000 Haushalten angekündigt hat, reißt nicht ab. Mit der Erhöhung um 110 Prozent setze die ABG die Mieterschaft massiv unter Druck, kritisiert der Geschäftsführer des DMB-Mieterschutzvereins Frankfurt, Rolf Janßen.

„In unsere mietrechtliche Beratung kommen Mieterinnen und Mieter, die verzweifelt sind und nicht wissen, wie sie noch höhere Heiz- und Energiekosten bezahlen sollen“, berichtet er. Die ABG scheine zu übersehen, dass Zehntausende von Mieterhaushalten in Frankfurt „höhere Vorauszahlungen schlicht und einfach nicht bezahlen können“.

Mieterschutzverein wirft ABG vor, mit Verweigerung von Ratenzahlungen zu drohen

Der Mieterschutzverein wirft der ABG zudem vor, Mieter:innen, die einer Anpassung der Vorauszahlungen nicht zustimmten, keine Ratenzahlung bei Nachforderungen zu gewähren. „Anstatt die Keule zu schwingen, sollte die ABG Frankfurt Holding nach Lösungen für Mieterinnen und Mieter mit geringen Einkommen suchen“, sagt Janßen. Und schlägt etwa Stundungsmöglichkeiten vor.

ABG-Geschäftsführer Frank Junker bezeichnet die Vorwürfe des Mieterschutzvereins als Unverschämtheit. Es treffe etwa schlicht nicht zu, dass die ABG drohe, Haushalten Ratenzahlungen zu verweigern, sagte er am Freitag der Frankfurter Rundschau. Unverschämt sei es auch, wenn Janßen behaupte, die ABG setze ihre Mieter:innen unter Druck. Die Wohnungsgesellschaft tue vielmehr alles, um diese zu unterstützen. Junker verweist auf Beratungsangebote für Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten.

ABG-Chef Junker weist Vorwürfe des Frankfurter Mieterschutzvereins in scharfer Form zurück

Anders als vom Mieterschutzverein behauptet, gebe es auch die Möglichkeit, Forderungen zu stunden, längst. Schon vor einigen Wochen hatte Junker zudem versichert, dass die ABG keinen Haushalten kündige, die in der Krise die steigenden Nebenkosten nicht zahlen können.

Die zum Januar stark steigenden Heizkosten verteidigt der ABG-Geschäftsführer. Der städtische Energieversorger Mainova habe keine andere Wahl gehabt, als den Preis für Erdgas, den die ABG-Mieterschaft zahle, auf nun etwa zwölf Cent pro Kilowattstunde zu erhöhen. Dieser sei aber zumindest im Vergleich immer noch niedrig, entspreche er doch der Höhe des vom Bund geplanten Preisdeckels für Erdgas.

ABG-Chef Junker: „Wir können doch nicht Betriebskosten subventionieren“

Die ABG wiederum müsse die entstehenden Mehrkosten von 25 Millionen Euro an die Mieterinnen und Mieter weitergeben. Kritik, das städtische Wohnungsunternehmen könne doch nur einen Teil umlegen, weist der Geschäftsführer zurück. „Wir können doch nicht Betriebskosten subventionieren“, sagt Junker. Zumal das Geld dann für die Instandhaltung und Sanierung von Wohnraum fehle.

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