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Einfach mit dem Handy in die Bahn steigen – und los. 

Verkehr

Frankfurt: Handy bucht das Ticket ab

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Der RMV testet ein Pilotprojekt, um den Fahrkartenkauf zu vereinfachen.

Wer regelmäßig mit der Straßenbahn fährt, kennt das Problem. Man ist ein paar Minuten zu spät losgegangen und muss die letzten Meter zur Haltestelle rennen. Wer dann noch ein Ticket kaufen muss, läuft Gefahr, die Bahn zu verpassen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) testet ab Montag ein Pilotprojekt, das dieser ärgerlichen Erfahrung ein Ende bereiten soll.

Das Projekt nennt sich „RMVsmart-In/Out“ und verspricht den Ticketkauf zu vereinfachen und zu beschleunigen. Funktionieren soll das über die „RMVsmart-App“ auf dem Smartphone. Dort aktiviert der Fahrgast vor der Fahrt einen Schieberegler, steigt anschließend in die Bahn, fährt bis zur Zielhaltestelle und deaktiviert den Schieberegler wieder.

Die App erkennt per Bluetooth und Ortungsdiensten, wie weit die Person gefahren ist, und berechnet den Preis der Fahrt. Am Ende des Monats bezahlt der Nutzer alle getätigten Fahrten per Rechnung.

Vertreter des RMV versprechen, dass die App sogar erkenne, wenn jemand vergessen habe nach einer Fahrt auszuchecken. In diesem Fall schickt das System dem Fahrgast eine Erinnerung. Bei der Präsentation des Pilotprojekts am 31. Oktober erläutert der RMV außerdem, dass das Ein- und Auschecken lediglich die erste Stufe des Tests sei. Noch während der Laufzeit des Piloten wolle man den Check-out so weiterentwickeln, dass das Fahrtende automatisch erkannt wird.

In der Theorie klingt das Pilotprojekt sehr praktisch und einfach. Es wirkt wie der logische nächste Schritt in der Digitalisierung der öffentlichen Verkehrsmittel. Ob das System wirklich so gut funktioniert, werden die nächsten knapp eineinhalb Jahre zeigen.

Bis Ende März 2021 testen 1000 Fahrgäste die „RMVsmart-In/Out“-Funktion. Von der Testphase erhofft sich der Verkehrsverbund einen regen Austausch mit den Nutzern. In einer Pressemitteilung heißt es: „Verbesserungsvorschläge und Erfahrungsberichte sind dabei ausdrücklich erwünscht.“

Einen ersten Erfahrungsbericht kann die FR bereits liefern. Bei einer Testfahrt am Donnerstag funktionierte das Ein- und Auschecken per App gut. Nach der Fahrt wurde auf dem Testgerät allerdings eine Station zu wenig berechnet. Glück für den Tester, schade für den RMV.

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