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„Gegebenenfalls provisorisch“: Radfahrende müssen weiter auf Schnellweg zwischen Frankfurt und Hanau warten

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Wie sehr der geplante Radschnellweg nach Hanau den Ostpark tangiert, ist noch umstritten.
Wie sehr der geplante Radschnellweg nach Hanau den Ostpark tangiert, ist noch umstritten. © ROLF OESER

Der Verlauf des Schnellwegs zwischen Frankfurt und Hanau ist umstritten. Noch immer ist unklar, wie genau der Fahrradweg bewerkstelligt werden soll – und wann.

Frankfurt/Hanau – Auf einen Schnellweg zwischen Frankfurt und Hanau müssen Radfahrer noch länger warten. Denn die Stadtregierung stemmt sich gegen die Vorzugstrasse, weil diese Ostpark und Riederwald tangieren würde. Deshalb wird nun erst einmal weiter nur geprüft.

Möglichst auf direkter Strecke, wenige Umwege, gut ausgebaut: So sollen Radschnellwege das Umland mit der Metropole verbinden, um den umweltfreundlichen Radverkehr zu unterstützen. Das sieht zumindest das Konzept des Landes so vor. In ersten Abschnitten ist der Radschnellweg Frankfurt-Darmstadt fertig, auch für die Verbindung in den Hochtaunuskreis gibt es Pläne.

Schnellweg zwischen Frankfurt und Hanau: Alternativtrasse gesucht

Die gibt es ebenso für die nordmainische Verbindung Frankfurt-Hanau: Der Radschnellweg soll auf Frankfurter Gebiet vom Danziger Platz am Ostbahnhof entlang der Bahnstrecke durch den Ostpark, am südlichen Rand des Riederwalds entlang und dann durch die Orber Straße führen. Diese Vorzugslösung hatte eine Machbarkeitsstudie ergeben, die der Regionalverband zusammen mit Frankfurt, Hanau und Maintal in Auftrag gegeben hatte.

Doch schon 2020 kam das Nein dazu aus der Unteren Naturschutzbehörde, die zum Umweltdezernat von Rosemarie Heilig (Grüne) gehört. Damals nannte der Magistrat „naturschutzrechtliche Bedenken“ für den Abschnitt, wo der Radweg am Rand des Walds zur Bahnstrecke hin verliefe. Gegen diese Einschätzung aber gab es selbst in der Regierung Widerstand: Es sei „die Meinungsbildung innerhalb des Magistrats zur Trassenführung noch nicht abgeschlossen“, hieß es offiziell.

Zwei Jahre später ist das Vorhaben aber offenbar nicht entscheidend vorangekommen. Die „Bedenken gegen die in der Machbarkeitsstudie vorgeschlagene Vorzugstrasse bestehen fort“, sagte Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) nun „im Einvernehmen mit Stadträtin Heilig“. Er reagierte auf eine Frage der mobilitätspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer, Kristina Luxen, nach dem Sachstand.

Fahrrad-Schnellweg zwischen Frankfurt und Hanau könnte noch lange dauern

Klar ist inzwischen nur: Nun soll zusätzlich eine von der Stadt geforderte Alternativtrasse untersucht werden. Diese soll von der Ostparkstraße am Bornheimer Hang über Max-Bromme-Steig, Am Erlenbruch und die Wächtersbacher Straße verlaufen. Damit beschriebe die Strecke einen Bogen nach Norden um den Ostpark und den Riederwald herum.

Allerdings ist diese Ergänzung der Machbarkeitsstudie offensichtlich noch nicht einmal beauftragt. Majer sagte lediglich, dass mit Land und Regionalverband geklärt worden sei, dass diese Studie „förderfähig wäre“. Und „der genaue Leistungsumfang, die Planungsvereinbarung mit dem Regionalverband und ein Grundsatzbeschluss zum Übergabepunkt an der Stadtgrenze zwischen Frankfurt und Maintal werden derzeit vorbereitet, um das Projekt interkommunal weiter voranzutreiben“.

Dass es noch sehr lange dauern könnte, bis die Radler auch schnell ins östliche Umland kommen könnten, dämmert offensichtlich jedoch auch dem Dezernenten. Schließlich liegen auf der von der Stadt nun favorisierten Strecke nicht nur demnächst die Baustellen der nordmainischen S-Bahn. Im Erlenbruch verliefe der Radschnellweg auch mitten durch die Baufelder des Riederwaldtunnels. Dort soll von 2024 bis Anfang des kommenden Jahrzehnts gebaut werden. Diese Baustellen hat die Frankfurter Stadtregierung wohl aber immerhin auf dem Schirm. Denn Dezernent Stefan Majer kündigt an, „trotzdem wird der Magistrat überall dort, wo möglich, Radverkehrsverbindungen – gegebenenfalls provisorisch – schaffen“. (Dennis Pfeifer-Goldmann)

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