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Zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart gibt es bereits einen, nun soll auch zwischen Hanau und Frankfurt ein Radschnellweg entstehen. 

Verkehr

Frankfurt - Hanau: 2000 Radpendler am Tag erwartet

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Ein Radschnellweg soll von Frankfurt nach Hanau führen, aber wohl nicht durch den Ostpark. Die Radfahrer wären auf der Strecke etwa so schnell wie Autofahrer im Berufsverkehr.

In fünf bis acht Jahren sollen Pendler auf dem Radschnellweg zwischen Frankfurt und Hanau fahren können. Dafür setzt sich der Regionalverband Frankfurt Rhein-Main ein, der eine entsprechende Machbarkeitsstudie vorgelegt hat. Im Einzugsgebiet der 17 Kilometer langen Trasse leben den Angaben zufolge 100.000 Menschen. Um den Radweg zu bauen, müssten ihn 2000 Radfahrer täglich nutzen. Diese Zahl werde „problemlos“ erreicht, teilte der Regionalverband mit.

In Frankfurt würde die Vorzugstrasse vom Frankfurter Ostbahnhof durch den Ostpark sowie teilweise an diesem vorbei über die Orber Straße zur Hanauer Landstraße führen. Es ist aber auch eine Alternativtrasse geplant, die um den Ostpark herumführt. Für diese macht sich das Frankfurter Umweltdezernat stark.

„In Frankfurt weisen wir Radwege generell nicht durch Grünanlagen wie den Ostpark aus, weil das Naherholungsgebiete sind und dadurch Konflikte mit Fußgängern oder spielenden Kindern entstehen könnten“, sagte Janina Teresa Steinkrüger, Referentin von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Die Bedenken gegen die Vorzugstrasse sollen in die Magistratsvorlage einfließen. Über diese sollen die Stadtverordneten abstimmen. Auch im Riederwald soll die Trasse nicht durch Grünanlagen führen, wo Fledermäuse leben, sondern an vorhandenen Straßen wie der Wächtersbacher Straße entlang.

Von der Hanauer Landstraße soll die Trasse den Plänen des Regionalverbands zufolge weiter am Main entlang zur Stadtgrenze nach Maintal führen, von dort durch das Naherholungsgebiet Grüne Mitte bis zum Bahnhof Maintal-Ost. Durch den Wald ginge die Trasse weiter zur Hanauer Stadtgrenze und entlang der Frankfurter Landstraße bis zur Otto-Hahn-Schule. Danach verliefe sie entlang der Kleingartenanlage zur Kinzigaue, über eine neu zu bauende Kinzigbrücke zur Hanauer Innenstadt. Abschnittsweise sind Alternativrouten möglich.

Für die Fahrt von Hanau nach Frankfurt bräuchten Radfahrer auf dem Radschnellweg den Angaben zufolge 50 Minuten. Das entspreche der Zeit, die Autofahrer im Berufsverkehr benötigten. Die Kosten der Trasse werden mit 35 Millionen Euro angegeben. Die Studie kostete 62.000 Euro.

Der Radschnellweg würde größtenteils vorhandene Wege nutzen, die nachgebessert werden sollen. Auf etwa der Hälfte der Strecke ist ein eigenständiger Radweg geplant, die andere Hälfte wäre im Wesentlichen eine Fahrradstraße, zu kleinen Teilen ein gemeinsamer Fuß- und Radweg. Insgesamt sind neun Radschnellwege in der Region geplant. Am weitesten ist der 35 Kilometer lange Radschnellweg von Darmstadt nach Frankfurt, der 2022 fertig sein soll.

„Die neun Radschnellwege sollen die Region vernetzen und den Alltagsverkehr sicherer und komfortabler machen“, sagte Rouven Kötter (SPD), Erster Beigeordneter des Regionalverbands. „Attraktive Radschnellwege führen dazu, dass sich mehr Pendler aufs Rad setzen und das Auto stehen lassen“, so der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Maintal leide seit Jahrzehnten unter dem motorisierten Pendlerverkehr, sagte Ralf Sachtleber (parteilos), Erster Stadtrat von Maintal, der die nordmainische S-Bahn und den Radschnellweg unterstützt. Durch den Radschnellweg rückten Frankfurt, Maintal und Hanau näher zusammen, so Thomas Morlock (FDP), Stadtrat von Hanau.

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