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Frankfurt: Halfpipe im Trockenen für Skaterszene

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Von: Judith Köneke

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Menschen genießen das schhöne Wetter im Hafenpark, Foto: Michael Schick,
Menschen genießen das schhöne Wetter im Hafenpark, Foto: Michael Schick, © Michael Schick

Verein Concrete Skate wünscht sich eine Halle und den Labsaal als Übergangslösung / Stadt sucht Standort

Gerade erst waren Tausende Skaterinnen und Skater in der Stadt, um sich bei der Skateweek im Rahmen der Fashion Week selbst aufs Brett zu schwingen oder den Profis zuzuschauen. Aber auch sonst sind die Sportlerinnen und Sportler präsent, seit mehreren Jahrzehnten wächst die Szene. Was es allerdings nicht gibt, ist eine Skatehalle. Das möchte Marius Karas vom Verein Concrete Skate ändern. Am liebsten wäre ihnen eine permanente Adresse, aber bis es so weit sei, wäre auch eine temporäre Lösung gut, sagt der 33-Jährige. Dafür haben sie den Labsaal auf dem ehemaligen Uni-Campus in Bockenheim im Auge, der momentan leer steht.

Turm „Nion“ im Gespräch

Der Bodenbelag und die räumlichen Dimensionen böten beste Bedingungen zum Skaten. Mobile Elemente ließen sich auf- und leicht abbauen. Anfang des Jahres hat der Verein dem Sportdezernat das Konzept für eine Halle vorgelegt und auch die Übergangslösung beschrieben. Die Stadt kennt also die Pläne und hat die Szene im Blick. „Die Skateweek war ein toller Erfolg und passt zu Frankfurt“, findet auch Mark Gellert, Sprecher des Sportdezernenten Mike Josef (SPD). Die Stadt habe schon einiges ermöglicht und erneuert, wie im Hafenpark oder die Anlage unter der Friedensbrücke, die Anstöße hierfür seien ja auch von Concrete Skate gekommen. Auch sonst gebe es zahlreiche Angebote, etwa im Niddapark, am Rande von Harheim oder in Nieder-Eschbach.

Die Zwischennutzung im Labsaal werde geprüft. Aber die Stadt habe da nicht die Hand drauf, das Land müsse zustimmen. Und es gebe zudem verschiedene Wünsche zur Zwischennutzung. Dem Sportamt sei auch bewusst, dass eine Überdachung oder Halle wichtig sei. Denn ohne wird es bei Nässe nicht nur ungemütlich, sondern gefährlich.

Im Gespräch ist auch der Büroturm „Nion“ an der Europaallee. Josef hatte bei der Vorstellung vor zwei Wochen betont, dass er sich eine Halfpipe innen oder außen vorstellen könne. Der Investor habe das aufgenommen und wolle es ernsthaft prüfen, sagt Gellert. Denn das Erdgeschoss sowie das Gelände sollen zugänglich sein. Allerdings soll das Hochhaus erst 2026 fertiggestellt werden. „Andere Lösungen führen vielleicht schneller zum Ziel“, gibt Gellert zu bedenken.

Er schlägt vor, die Anlage in Nieder-Eschbach mit einem Dach zu versehen. Das sei den Skaterinnen und Skatern vielleicht nicht zentral genug, aber man müsse möglicherweise einen Kompromiss eingehen. Die Überdachung hält der Verein jedoch für keine gute Lösung. Denn Wind, Regen oder Frost bahnten sich erfahrungsgemäß ihren Weg durch die offenen Seiten und machten eine Benutzung der Anlage gefährlich bis unmöglich, heißt es in ihrem Konzept.

Jede größere Stadt habe eine Skaterhalle, sagt Karas. Außerdem werde der Sport immer beliebter, das merkt auch der Verein, der Kurse für Kinder und Jugendliche, Feriencamps, in Schulen Workshops organisiert. „In einer Halle könnte man diese das ganze Jahr über anbieten.“ Concrete Skate hat rund 100 Mitglieder, auch immer mehr Frauen und Mädchen übten den Sport aus. Die Halle solle für alle zugänglich sein, so Karas, falls nötig könne ein geringes Eintrittsgeld erhoben werden.

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