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Es dauert noch, bis Schwimmer:innen wieder regelmäßig trainieren können.
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Es dauert noch, bis Schwimmer:innen wieder regelmäßig trainieren können.

Freizeit

Frankfurt: Hängepartie beim Goethe-Bad

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Sportvereine und Studierende warten sehnsüchtig auf zusätzliche Schwimmflächen und Sprungturm. Ursprüngliche fertigstellung sollte 2025 sein.

Die ein oder der andere hat aufgehorcht, als Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) unlängst verkündete, im neuen Rebstockbad werde es kein 50-Meter-Becken mehr geben. Denn für Wettkampfschwimmer:innen sind die bei internationalen Veranstaltungen üblichen 50-Meter-Bahnen elementar, um adäquat trainieren zu können. Derzeit verfügt die selbst ernannte Sportstadt Frankfurt über keine 50-Meter-Bahn mehr. Den gut 400 Leistungsschwimmer:innen in Frankfurt bleiben nur vier 50-Meter-Bahnen des Landessportbunds in der Otto-Fleck-Schneise. Abhilfe sollte ein neues Schwimmsportzentrum an der Sport-Uni schaffen, doch um die Planung des sogenannten Goethebads ist es merkwürdig still geworden.

Im Mai 2019 hatten die Stadt Frankfurt und die Goethe-Uni eine gemeinsame Absichtserklärung für den Bau des Goethebads unterzeichnet. Die Fertigstellung des Bads auf dem Gelände der Sport-Uni in Bockenheim war darin für das Jahr 2025 terminiert. Für den Bau müssten zunächst ein bestehendes Gebäude abgerissen und Ausweichflächen geschaffen werden, hieß es aus der Sport-Uni. Doch das betreffende Gebäude steht noch immer.

Frankfurts Bäderchef Boris Zielinski betont, dass Uni, Stadt und Land dieses Bad bauen wollen, es sei aber eine „aufwendige Koordination“ nötig. Sportdezernent Frank antwortete bei Fragen nach dem Goethe-Bad zuletzt ausweichend und verwies auf die derzeit finanziell angespannte Lage und Kosten von rund 90 Millionen Euro für das Rebstockbad und 40 Millionen Euro für das Panoramabad, die fast zeitgleich entstehen sollen. Der Bau eines dritten neuen Schwimmbads ist da erst mal schwer zu vermitteln.

Michael Ulmer, der Chef der acht Frankfurter Schwimmvereine, hatte schon 2019 befürchtet, nach dem Bau eines prestigeträchtigen neuen Rebstockbads sei womöglich kein Geld mehr da für das dringend benötigte Schwimmleistungszentrum. Ulmer regte daher an, zunächst das Goethebad zu bauen und dann erst das Rebstockbad abzureißen. Auch, um zusätzliche Wasserflächen für die Zeit ohne Rebstockbad zu schaffen. Doch das alte Rebstockbad ist dermaßen marode, dass der Abriss nicht mehr aufschiebbar war, wie Zielinski verrät: „Das Bad kostet in der Erhaltung richtig viel Geld.“

Im Übrigen, so verrät Ulmer, habe Frankfurt schon seit längerer Zeit keine 50-Meter-Bahnen mehr, da die hydraulische Brücke des Rebstockbads zur Umwandlung in ein großes Becken schon seit vielen Jahren defekt sei.

Doch mit der Schließung von Frankfurts größtem Hallenbad fällt auch der letzte Sprungturm weg, den die Springer:innen im Winter nutzen können. Dann verfügt Frankfurt nicht mal mehr über einen beheizten Fünf-Meter-Turm. Die Turmspringer:innen hatten daher angeregt, die Sprungtürme im Stadionbad für den Winter einzuhausen. Das denkmalgeschützte Bad an der Mörfelder Landstraße verfügt über einen Fünf- und einen Zehn-Meter-Turm. Doch eine Einhausung des Zehn-Meter-Turms hält Bäderchef Zielinski für „nicht realistisch“.

Neben den Schwimmvereinen darben auch die Studierenden der Sport-Uni, denen für ihr Schwimmtraining an der Hochschule derzeit jämmerliche drei Bahnen à 16,7 Meter aus dem Jahr 1974 zur Verfügung stehen. An der Finanzierung eines Schwimmsportzentrums soll sich die Universität beteiligen. Das benötigte Geld dafür muss die Goethe-Universität im Hochschulbauprogramm (Heureka) beim Land beantragen. Im aktuellen Heureka II, das die Projekte bis zum Jahr 2026 avisiert, tauchen zwar Investitionen am Riedberg, in Niederrad und der angestrebte Neubau der Uni-Bibliothek auf, aber kein Goethe-Bad.

Vonseiten der Goethe-Universität hieß es auf FR-Anfrage, die Hochschule befände sich seit der Unterzeichnung des Letter of Intent in Abstimmung mit den zuständigen städtischen Ämtern und dem Regierungspräsidium. Derzeit würden „die Parameter für die Realisierung eines Schwimmzentrums mit dem Ziel geprüft, eine verlässliche Kostenprojektion zu erstellen“. Angaben zum möglichen Baubeginn oder gar der Fertigstellung des Bads machte die Hochschule nicht.

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