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Kam schnell zum Punkt, um seinen Zug zu bekommen: Politiker Gregor Gysi.
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Kam schnell zum Punkt, um seinen Zug zu bekommen: Politiker Gregor Gysi.

Wahlkampf

Frankfurt: Gysi schließt Kriegseinsätze aus

Der langjährige Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi kommt in die Mainmetropole, um den Frankfurter Linken im Wahlkampf zu helfen. Er schießt gegen die FDP und bleibt trotzdem pazifistisch.

Im Hintergrund ragen die Hochhäuser des Bankenviertels bis in den bewölkten Himmel, vorne bäumt sich ein lebensgroßer weißer Hai in die Luft. Er macht einen angriffsbereiten Eindruck. Drum herum hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Aber kein Grund zur Beunruhigung – der Hai ist mit Luft aufgeblasen und auf seiner weißen Brust steht in weißer Schrift „Miethaie zu Fischstäbchen!“. Es ist die Linkspartei, die am Freitag für einen gefüllten Platz an der Hauptwache sorgt. Dietmar Bartsch und Janine Wissler, die Spitzenkandidat:innen der Partei sind auf Städtetour. In Frankfurt ist heute außerdem noch der über Parteigrenzen beliebte Gregor Gysi zu Gast. Der Politiker wird begrüßt wie ein Popstar. Kaum trifft er ein, formt sich eine Menschentraube um die Bühne. Alle rücken näher und zücken ihre Handykameras, um diesen Moment festzuhalten.

„Entschuldigen Sie bitte, mein Zug hatte 45 Minuten Verspätung“, sagt er zur Begrüßung. „Mein nächster Zug fährt um 19:02 Uhr, deshalb verzeihen Sie, dass ich jetzt besonders schnell reden muss.“ Irgendwie schafft er es dennoch, so viel Inhalt wie möglich in die nächsten 20 Minuten zu packen. Und auch seine Parteikolleg:innen sparen nicht mit Worten. „Wer soll die Coronakrise bezahlen?“, fragt Dietmar Bartsch und verweist auf die Verschuldungspolitik, die die aktuelle Bundesregierung fährt. Die Linke habe mit der Besteuerung Superreicher und der Entlastung der „Leistungsträger“, wie etwa Lehr- oder Pflegepersonal, ein Konzept entwickelt, durch das keine Defizite entstünden. Es sei ein Skandal, Konzerne wie BMW während der Pandemie Staatshilfen erhalten und trotzdem Dividenden gemacht hätten.

Wissler solidarisiert sich mit dem streikenden Personal der Charité in Berlin. „Nicht der Streik gefährdet die Patienten und Patientinnen, sondern der Normalzustand.“ Fallpauschalen sollten abgeschafft und das Pflegepersonal endlich besser bezahlt werden. Dabei erzählt die Parteivorsitzende von ihrer Begegnung mit einer Altenpflegerin, die sich nach 45 Jahren Arbeit in der Branche nun allein von ihrer Rente keinen Pflegeplatz leisten könne. Außerdem geht es um Klimaschutz und Mindestlohn. „Wenn Grüne und SPD es wirklich ernst meinen damit, dann reden sie mit uns. Mit der Union und der FDP sind die Ziele, die sie in ihr Programm geschrieben haben, schlicht nicht umzusetzen“, sagt Wissler.

Auch der politikerfahrene Gregor Gysi betont das immer wieder. „Die sozial-ökologische Wende fällt mit der FDP aus.“ Die Linke sei zu Koalitionsgesprächen bereit, aber ein Bekenntnis zur Beteiligung an Kriegseinsätzen würden sie grundsätzlich ausschließen. „Das können Sie vergessen“, ruft er und macht sich nach seiner Rede schließlich wieder auf den Weg zum Hauptbahnhof.

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