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Max Schneider engagiert sich, auch weil er als Jugendlicher selbst profitiert hat.  

Ein Beispiel

Frankfurt: Gute Erfahrungen an andere weitergeben

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Max Schneider engagiert sich, auch weil er als Jugendlicher selbst profitiert hat.  

Ein weißes Hemd, schwarze Fliege, Hose und Schuhe – dazu der markante Vollbart. So nahm Max Schneider am Empfang zum Internationalen Tag des Ehrenamtes der Stadt Frankfurt im Römer teil. Tags darauf in seiner Frankfurter Wohnung ist er wieder etwas legerer gekleidet. Er trägt das T-Shirt der evangelischen Jugendreisen „Hin und Weg“. Genau für dieses Engagement ist der 26-Jährige neben vielen anderen Ehrenamtlichen im Römer geehrt worden.

„Ich bin selbst früher dort zwei- oder dreimal mitgefahren“, sagt Schneider. Ursprünglich kommt er aus Darmstadt, doch für sein Studium in Materialwissenschaften verschlug es ihn in die Mainmetropole. Und seit knapp sieben Jahren fährt er als ehrenamtlicher Betreuer bei den Kinder- und Jugendfreizeiten mit. Der Weg des 26-Jährigen ist beispielhaft für viele Engagierte. Zunächst profitiert man von den Angeboten als Teilnehmer, und später übernimmt man selbst eine ehrenamtliche Aufgabe dort.

Mehr als 20 Freizeiten hat der 26-Jährige im Laufe der Jahre nun schon begleitet. „Es ist eine schöne Sache, die aber auf Ehrenamt beruht. Ohne funktioniert es nicht.“ Schneider sagt, er möchte das, was er selbst machen konnte, auch anderen ermöglichen. Deshalb ist er Teil des Teams geworden.

Ansprechpartner für die Teilnehmer

Alles beginnt mit der Planung der jeweiligen Reise. Da man häufig zu bekannten Ausflugszielen zurückkehre, kenne man viele der Leute vor Ort. Es werden Aktivitäten und Übernachtungen geplant. Bei neuen Ausflugszielen muss man vorab recherchieren. Je nach Alter der Teilnehmer – es gibt mehrere Gruppen im Alter von sieben bis 18 Jahren – gehen die Fahrten zu einem Ziel in Deutschland oder Europa.

Während der Reise sei man dann Ansprechpartner für die Teilnehmer. „Ein bisschen Mutti für alles“, sagt Schneider und lacht. Die Jugendlichen würden die Arbeit der Betreuer aber sehr wertschätzen. Das zeige sich schon im Vorfeld, wenn viele der Jugendlichen extra anrufen und sagen, dass sie bei der nächsten Freizeit unbedingt wieder dabei sein wollen.

Auch in Zukunft will der 26-Jährige als Betreuer bei „Hin und Weg“ tätig sein. Aktuell im Studium sei die Teilnahme in der Regel kein Problem. Später hofft er auf einen verständnisvollen Arbeitgeber. Dieser müsse zwar Sonderurlaub für ehrenamtliches Engagement gewähren, doch er kenne viele, denen dann Boni gestrichen werden. „Bei meinem Vorstellungsgespräch werde ich es aktiv ansprechen“, sagt Schneider. Im absoluten Notfall würde er aber auch privaten Urlaub dafür nehmen.

Nichtsdestotrotz sei die Arbeit als Betreuer auch anstrengend. Man habe Verantwortung und fahre nicht einfach nur in den Urlaub. Aber für den 26-Jährigen überwiegen die Vorteile: „Es macht einfach Spaß. Und man bleibt auf dem Laufenden, was sich in der Lebenswelt der Jugendlichen so verändert.“

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