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Frankfurt: Gutachten für den U4-Lückenschluss

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Von: Florian Leclerc

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Der Botanische Garten - hier mit blühenden Narzissen - soll beim U-Bahn-Bau nicht beschädigt werden.
Der Botanische Garten - hier mit blühenden Narzissen - soll beim U-Bahn-Bau nicht beschädigt werden. © Monika Müller

Die Stadtverordneten sollen 2023 über den U-Bahn-Ausbau zwischen Bockenheim und Ginnheim entscheiden - und auch über einen möglichen zentralen Halt am Uni-Campus Westend.

Für den U-Bahn-Lückenschluss der Linie 4 zwischen Bockenheim und Ginnheim lässt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) den Boden und das Grundwasser untersuchen. Die Untersuchungen dauerten zwölf Monate an. Im Jahr 2023 sollten die Gutachten fertig sein, teilte VGF-Sprecher Bernd Conrads mit.

Erstellt würden ein geologisches und ein hydrogeologisches Gutachten. Dafür werde entlang der verschiedenen Trassen der Boden untersucht und das Grundwasser gemessen. Die Trassen verlaufen zwischen der Miquelanlage im Norden und dem Palmengarten im Süden.

Ortsbegehungen für Bohrpunkte

Die Bohrpunkte sollen so weit von den vorhandenen Bäumen im Grüneburgpark, Palmengarten und Botanischen Garten entfernt sein, dass sie deren Vegetation nicht stören. Mit den Grundstückseigentümern, also der Stadt und der Goethe-Universität, den Fachämtern, Gutachtern und der Bohrfirma würden die Bohrpunkte im März bei Ortsbegehungen festgelegt. Baumsachverständige würden darüber hinaus eine Fotodokumentation erstellen.

Falls die Gutachten ergäben, dass die geplante Streckenführung möglich sei, ohne Grüneburgpark, Palmengarten und Botanischen Garten zu schädigen, könnten die Stadtverordneten das Projekt beschließen, sagte Conrads.

Im Römer ist die Mehrheit für eine Anbindung der U4 mit zentralem Halt auf dem Campus Westend. CDU, SPD, FDP und Linke sind für die sogenannte Variante 3. Die Grünen wollen die Gutachten abwarten, um Schäden im Grüneburgpark auszuschließen. Die Goethe-Universität und der Asta sind ebenfalls für den zentralen Halt am Campus Westend.

CDU sieht Verzögerung

Die CDU im Römer beklagt unterdessen eine Verzögerung des Projekts. „Bereits im März 2019 habe ich zusammen mit der damaligen Universitätspräsidentin Birgitta Wolff die Variante zur Anbindung des Campus Westend vorgeschlagen“, sagte der verkehrspolitische Sprecher, Frank Nagel. „Nun wird bekannt, dass wir ein weiteres Jahr, bis Mitte 2023, warten müssen um endlich die Grundlage einer Variantenentscheidung zu bekommen.“ Er erinnerte daran, dass seit zwei Jahren über Grundwasserströme und Baumsachverständige gesprochen werde. „Aber nichts ist passiert.“

Mehrere Bürgerinitiativen sprechen sich für die Variante 1a aus, bei der ein Halt am Botanischen Garten vorgesehen ist, etwa 800 Meter vom Campus Westend entfernt. Sie argumentieren mit dem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis, etwaigen Schäden am Grüneburgpark durch die Variante 3 und weniger Ausstoß von Kohlendioxid beim Tunnelbau, der in der Variante 1a kürzer wäre.

Zu den Kritikern zählen der BUND, die Verkehrsinitiative „Frankfurt22“, die Naturfreunde Frankfurt und die Aktionsgemeinschaft Westend. Mit dem Geld, das gegenüber der Variante 3 gespart werde, könne eine Straßenbahn vom Hauptbahnhof über den Reuterweg zum Campus fahren. Die Variante 1a kostet laut Variantenuntersuchung 162 Millionen Euro, die Variante 3 in ihren Untervarianten 238 bis 243 Millionen Euro. Im Haushaltsentwurf 2022 wird der U-Bahn-Lückenschluss mit Kosten von 193 Millionen Euro angegeben. Das Geld ist noch nicht eingeplant, dafür die Planungskosten von 1,5 Millionen Euro. Mit einer Inbetriebnahme der U-Bahn-Strecke wird erst für die 2030er-Jahren gerechnet.

Die Varianten für den Lückenschluss.
Die Varianten für den Lückenschluss. © FR

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