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Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt rollen einen Lastenrad-Container aus einer Straßenbahn.
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Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt rollen einen Lastenrad-Container aus einer Straßenbahn.

Verkehr

Frankfurt: Gütertransport mit Straßenbahn?

Bei der Nationalen Radlogistik-Konferenz in Frankfurt wird über die Entlastung des Innenstadtverkehr beraten. Auch Straßenbahnen sollen sich künftig am Gütertransport beteiligen.

Auf dem Betriebshof Gutleut der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) stehen sie herausgeputzt in einer Reihe, als würden sie die Verkehrswende schon triumphierend einläuten: Lastenfahrräder in verschiedenen Formen, Farben und Größen. In der Halle haben sich Besucherinnen und Besucher in orangenen Warnwesten bereits halbmondförmig um eine Straßenbahn versammelt, um zu sehen, wie es gehen könnte: das Umdenken des Innenstadtverkehrs. Die kleine Demonstration ist Teil der Eröffnung der zweiten Nationalen Radlogistik-Konferenz, organisiert vom Radlogistik Verband Deutschland (RLVD), an der rund 30 Aussteller und über 150 Fachbesucherinnen und -besucher teilnehmen.

Zwei VGF-Mitarbeiter ziehen nun vorsichtig einen Container mit Rollen über zwei kleine Rampen von einem Lastenrad hinunter. Der wuchtige Kasten ist 1,70 Meter lang, 80 Zentimeter breit, 1,75 Meter hoch und hat ein Fassungsvermögen von zwei Kubikmetern, sodass Europaletten darin Platz finden. Dann schieben sie ihn über eine Rampe in die Straßenbahn und befestigen ihn mit Gurten. Er steht in dem Bereich, der normalerweise Platz für Kinderwagen und Rollstühle bietet.

Das Prozedere wirkt fast schon routiniert, aber noch etwas ungelenk. Silke Höhl von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) nennt es selbst noch „provisorisch“, aber deutet an, wo es hingehen soll: „In der Praxis und im laufenden Linienverkehr soll das Umfrachten 20-30 Sekunden dauern.“ Die Idee, die dahinter steckt, beruht darauf, den Gütertransport von der Straße auf die Schienen des Innenstadtverkehrs zu legen. Dadurch soll der Verkehr entzerrt und Emissionen eingespart werden. Das Konzept ist nicht neu und wurde schon in anderen Städten probiert, doch die VGF versucht nun die Kombination aus Lastenrädern und öffentlichen Nahverkehr weiterzuentwickeln und anwendbar zu machen.

Michael Rüffer, Geschäftsführer der VGF, erklärt hierbei, dass die VGF bereits seit 2018 mit unterschiedlichen Partnern in Kontakt sei, um das Projekt voranzutreiben und betont gleichzeitig die Notwendigkeit eines Umdenkens: „Wir brauchen ein Start-up-Denken, um den Gütertransport in die urbane Logistik einzubetten.“

Die VGF kooperiert dabei mit dem Berliner Unternehmen Onomotion GmbH, das das E-Lastenrad ONO entwickelt hat und gleichzeitig Konzepte für die innerstädtische Logistik auf Verkehrsebene erarbeitet.

In ihrem Whitepaper „Intermodale Logistikkette im urbanen Raum“, das sie mit Partnern Anfang des Jahres veröffentlicht haben, zeigen die Autoren am Beispiel von Frankfurt, dass in so einem kombinierten Verkehr bis zu 80 Prozent der Lieferungen in der Stadt realisiert werden könnten. Zudem würden dadurch die CO2-Emissionen um knapp 64 Prozent reduziert werden.

In der Praxis könnte das Konzept dann so aussehen: Entweder würden die Container außerhalb der Pendlerzeiten in der Straßenbahn transportiert werden oder es würde eine Tram gestellt werden, die ausschließlich Güter transportiere. In der Stadt würde dann der Weitertransport über die ONO-Lastenfahrräder organisiert werden, Die VGF prüft zurzeit, ob Postzustellungen und Werkzeuglieferungen, die normalerweise mit Lastwagen in der Stadt befördert werden, auf diese Weise transportiert werden könnten. Das erste ONO-Rad ist bereits seit Juli bei der VGF im Einsatz: Das „VGFlex“ wird zurzeit als flexibler Kundenservice genutzt, um kurzfristig vor Ort über Umleitungen und Baustellen zu informieren.

Im Rahmen der Radlogistikkonferenz ist die Gütertram eines der Konzepte, die zum Um- und Weiterdenken anregen sollen, um den innerstädtischen Verkehr klimaneutral und effizient zu gestalten. Die beladene Tram fährt unterdessen Richtung Messegelände, um die Container wieder zu entladen.

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