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Durch die geplante Erweiterung soll es im Günthersburgpark künftig weniger eng werden. 

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Frankfurt: Günthersburgpark soll noch größer werden

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Nach den Sommerferien 2020 wird der Betriebshof im Norden der Grünanlage abgerissen. Die Stadt möchte Bürger in die Planung einbeziehen.

Frankfurt - Die ersten Arbeiten zur geplanten Erweiterung des Günthersburgsparks beginnen voraussichtlich nach den kommenden Sommerferien. Dann sollen die Gebäude der ehemaligen Stadtgärtnerei abgerissen werden. 

Mit der eigentlichen Gestaltung des mehr als zwei Hektar großen Areals wird nach Angaben des Grünflächenamts erst 2023 begonnen. Zuvor soll es eine intensive Bürgerbeteiligung geben.

Frankfurt: Günthersburgpark wird erweitert

Derzeit ist auf das Areal nördlich des Parks noch die Merianschule ausgelagert, während das alte Schulgebäude an der Burgstraße saniert wird. Ursprünglich sollte die Grundschule bereits im August zurückziehen, sagt Elke von Busekist vom Baudezernat. 

Die Firma, die sich um die Fassade kümmere, sei jedoch in Verzug, „und dadurch verzögern sich auch alle folgenden Fachgewerke entsprechend“. Derzeit rechnet die Stadt damit, dass die Arbeiten Ende April/Anfang Mai abgeschlossen werden können. „In den Sommerferien könnte dann der Umzug stattfinden“, sagt von Busekist.

Sobald die Merianschule das Grundstück am Günthersburgpark* geräumt habe, könnten die Abrissarbeiten beginnen, sagt die stellvertretende Leiterin des Grünflächenamts Heike Appel. Diese seien aufwendig, da dort früher der Fuhrpark der Behörde gestanden habe und das Areal möglicherweise kontaminiert sei. „Wir wissen nicht, was im Boden ist.“ 

Frankfurt: Das Geld für die Parkerweiterung kommt aus dem Haushalt 20/21

Einer Kostenschätzung zufolge, müsse die Stadt mehr als eine Million Euro zahlen. Eine weitere Schule könne dorthin nicht mehr ausgelagert werden, sagt Appel. Im Gespräch war bereits die Schwarzburgschule. Vertreter der Schule und des Ortsbeirats hatten überlegt, ob sie während des Abrisses des nahen Glauburgbunkers an den Park umziehen solle. Das möchte Appel nicht. Sonst werde sich das Projekt um weitere drei bis vier Jahre verzögern.

Für die Planung der Parkerweiterung soll laut Appel im Haushalt 2020/2021 Geld eingestellt werden. Dann könne das Landschaftsarchitekturbüro, das bereits über einen Wettbewerb gefunden worden sei, loslegen. Gewünscht sei eine ausgedehnte Phase der Bürgerbeteiligung. Denkbar sei ein ähnliches Verfahren wie für den Bürgerpark-Süd. Dort gab es etwa Workshops und Umfragen.

Wie die künftige Erweiterung einmal aussehen solle, sei noch offen. Sicher sei, dass es dort „keine neuen Angebote“ wie Spielplätze geben werde. Gewünscht sei „eine ruhige Fläche“, die dazu beitragen solle, den gesamten Park zu entzerren. Dreh- und Angelpunkt werde die Fläche vor dem Abenteuerspielplatz Günthersburg, wo eine Art zentraler Platz entstehen könnte.

In einer früheren Planung seien für die Parkerweiterung ein Teich und ein Wäldchen im Gespräch gewesen, sagt Appel. Letzteres sei vom Tisch. Neu geplant werde auch die Wiese, auf der derzeit das Festival „Stoffel“ des Stalburgtheaters stattfindet. Überlegungen, ob die Open-Air-Veranstaltung künftig an einem anderen Standort im Park stattfinden solle, seien ihr derzeit keine bekannt.

Günthersburgpark wird erweitert: Aus für Boulefeld

Ganz anders steht es um das Areal, auf dem derzeit Bornheim Boules spielt. Der Verein könne das Teilstück des Betriebshofs künftig nicht mehr nutzen, sagt Appel. „Wir suchen nach einer Ersatzfläche“ – was eigentlich keine Aufgabe des Amts sei. Sie geht nicht davon aus, dass die Sportler in der künftigen Parkerweiterung Platz finden werden. „Das ist eine öffentliche Grünanlage, die nicht nur von einem Verein genutzt werden kann.“ Denkbar sei jedoch ein kleineres Boulefeld wie vor der Orangerie. Schließlich sei mit den im Umfeld geplanten Baugebieten künftig mit noch mehr Besuchern zu rechnen.

Die Parkerweiterung soll laut Appel so gestaltet werden, dass sie mit den Neubaugebieten wie den Günthersburghöfen verknüpft werden kann. Fuß- und Radwege würden entsprechend gestaltet. Der Bebauungsplanentwurf für das Baugebiet „Nördlicher Günthersburgpark“ auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Friedrich sei bereits im Vorfeld darauf abgestimmt worden. Am Übergang zur Parkerweiterung sei etwa eine grüne Zone geplant, sagt Appel, so „dass man nicht direkt auf Häuser schaut“. Auch werde es Wege geben, um auf die Dortelweiler Straße gelangen zu können.

„Noch Zukunftsmusik“ sei die im Norden des Betriebshof anschließende drei Hektar große Fläche. Dort, wo derzeit Freizeitgärten sind, sollen öffentliche Grünflächen entstehen, sobald die Ernst-May-Siedlung gebaut wird.

Die Stadt Frankfurt versucht auch abseits des Günthersburgparks, neue Quartiere auf möglichst kleiner Fläche zu errichten. Die Bebauung soll dicht sein, damit viel Grün erhalten bleibt. Auf dem Gelände der Gärtnerei Friedrich im Nordend in Frankfurt werden Wohnungen und eine Kita gebaut. Doch was ist mit dem Günthersburgpark? 

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