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Wer kann denn bloß etwas gegen Bienen haben? Andreas Wolf (rechts) erklärt es am Grüngürtel-Jubiläumstag.
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Wer kann denn bloß etwas gegen Bienen haben? Andreas Wolf (rechts) erklärt es am Grüngürtel-Jubiläumstag.

Stadtnatur

Frankfurt: Grüngürtel-Jubiläum mit Quak

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Statt einer Feier gibt’s zum 30. Grüngürtel-Geburtstag viel zu lernen. Der Auftakt des Jahresprogramms wird flankiert von einer starken Geräuschkulisse.

Geht das vielleicht auch ein bisschen leiser? Es ist immerhin Sonntag. Nein, kommt es vielstimmig zurück, geht leider nicht, die Familienplanung und so. Quak, quak, quak. Die Kröten und Frösche auf dem Alten Flugplatz. Man muss sie einfach gernhaben und man kann sie im Frühling nicht überhören.

Etwas gesitteter geht es am Sonntag bei den Menschen zu. Sie sind gekommen, einen Jubilar zu ehren: den Grüngürtel. Er wird in diesem Jahr 30 und normalerweise ist das Anlass für ein krachendes Fest. Diesmal nicht, es ist ja Pandemie, immer noch. Die Jubiläumsgäste müssen am Eingang des markierten Bereichs ihre Adresse und eine Erklärung abgeben, dass sie sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten, und dann los. Es gibt viel zu lernen an den zehn Ständen.

Etwa übers Radfahren. Der ADFC hat einen Parcours auf der Landebahn aufgebaut und fragt auch Wissen ab: Auf einer Spielstraße – wie schnell darf mit dem Rad gefahren werden? 30 Kilometer pro Stunde, „mäßige“ Geschwindigkeit oder Schritttempo? Mutter und Sohn müssen nur kurz nachdenken: Schritt. Der Fachmann vom Fahrradclub nickt.

Helga König ist aus Niederrad gekommen, denn: „Ich habe schon alles abgeklappert im Grüngürtel, aber im nördlichen Teil kenne ich mich noch nicht so gut aus.“ Sie setzt daher auf eine Führung übers Gelände. Die gibt es dann auch. Zu den Fröschen beispielsweise. Quak, quak.

Jahresprogramm

Weitere Veranstaltungen im Grüngürtel bis in den Herbst sind auf www.frankfurt.de zu finden, Suchwort: Grüngürtel.

Christine Schrader ist froh, dass es den Grüngürtel gibt. „Ich bin kein Großstadtmensch“, sagt sie, „es ist wichtig, dass ich einen Ausgleich in der Natur finde.“ Die Schwanheimer Dünen haben es ihr angetan, aber sie ärgert sich regelmäßig darüber, dass Hunde und Kinder trotz Verbots dort in der Landschaft herumrennen.

Ja, die Stadtnatur muss einiges mitmachen. Da tut es gut, wenn eine junge Rasselbande einfach nur aufs Wasser drängt – mit einem selbst gebauten Floß. Ist das nicht total schwierig? „Überhaupt nicht“, krähen die Jungen, „letztes Jahr schon gemacht“, und fügen mit dem Akkuschrauber zusammen, was zusammengehört. Nur mit den luftgefüllten Gummireifen müssen sie überlegen: Sechs unterschiedlich große Reifen sind da, aber nur fünf passen unters Floß. Wie anordnen?

„Umweltbildung ist etwas, worauf niemand verzichten kann“, sagt Peter Dommermuth, der Umweltamtsleiter, heute als einfacher Grüngürtel-Fan vor Ort; Jubiläumsreden gibt es nicht. Aber, wie gesagt: Bildung. „Deshalb ist diese Veranstaltung so wichtig.“

Bei den Landschaftslotsen lässt sich viel über den Alten Flugplatz lernen. Dass Leute aus der ganzen Welt anreisen, um mehr über den früheren Hubschrauber-Airport zu erfahren, den sich die Natur zurückerobert. Dass das ganze Gebiet jedes Jahr unter die Lupe genommen und kartiert wird, um zu dokumentieren, was hier lebt und wächst. Dass es anfangs, als der Beton aufgebrochen war, viele Arten gab, die trockene Standorte lieben. Inzwischen gibt es viel Wasser, damit verändern sich auch Fauna und Flora. Die Wechselkröte etwa, damals freudig begrüßt, ist nicht mehr da. Sie mag’s eben eher trocken. Aber der Beschluss steht: Die Natur machen lassen.

Die bienenfreundliche Künstlergruppe Finger hat einen Kasten dabei, da kann man abstimmen, ob Bienen auch gegessen werden sollten. „Wir haben da immer als Ergebnis: Die Hälfte sagt ja, die andere Hälfte nein“, sagt Andreas Wolf. Wie gesagt, man lernt viel im Grüngürtel.

Auch am Stand des Stadtwaldhauses, an dem ein Vorfahr des Grüngürteltieres zu sehen sein soll. Welcher? Ah - die Wutz! Und was für eine, ein riesiges Wildschwein. Weitere Vorfahren des Maskottchens, das bekanntlich von Wutz, Star und Molch abstammt, sind übers Gelände verteilt. Die Molche sind leicht zu finden: immer der Lautstärke nach. Quak, quak.

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