Wie geht es weiter mit der Theaterdoppelanlage? Das wird sich wohl Ende Januar entscheiden.
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Wie geht es weiter mit der Theaterdoppelanlage? Das wird sich wohl Ende Januar entscheiden. 

Kultur

Frankfurt: Grüne wollen Entscheidung zu Städtischen Bühnen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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In einem Positionspapier fordern die Frankfurter Grünen, die Debatte über die Bühnen zu einem Abschluss zu bringen.

Die Frankfurter Grünen setzen sich für eine zügige Entscheidung zur Zukunft der Städtischen Bühnen ein. „Die Zeit ist reif für eine mutige politische Entscheidung - und teuer wird es sowieso“, heißt es in einem Positionspapier der Frankfurter Grünen, das der Fraktionsvorsitzende Sebastian Popp und Bernd Messinger, langjähriger Amtsleiter im Umweltdezernat, verfasst haben. Die Grünen setzen sich für einen Verbleib der Städtischen Bühnen, ob saniert oder als Neubau, am Willy-Brandt-Platz ein.

„Wir glauben nicht, dass eine Lösung an zwei Standorten billiger ist als eine Lösung an einem Standort“, heißt es in dem Papier. Die Kosten für Bau, Betrieb, Administration und Arbeit der Gewerke seien an zwei Häusern voraussichtlich höher als an einem. Auch hielten am Willy-Brandt-Platz Straßenbahnen und U-Bahnen, Autos könnten in der Tiefgarage am Theater parken. Bei einem Neubau kämen Kosten für eine Anbindung an den Nahverkehr und eine Tiefgarage hinzu.

Bei den Kosten, ob für Sanierung oder Neubau, gleich an welcher Stelle, müssten sich die Stadtverordneten auf „weit mehr als eine halbe Milliarde Euro“ einstellen. Die Ehrlichkeit gebiete es, das jetzt zu beziffern.

Eine Verlagerung der Städtischen Bühnen stehen die Grünen kritisch gegenüber. „Unser Eindruck ist, dass es bei einer Freiräumung des Theaterplatzes eigentlich weniger um Kostenersparnis geht, als vielmehr darum, die Fläche für ein zweites Degussa-Gelände frei zu räumen, auf welches die Immobilienbranche schon lange mehr als ein Auge geworfen hat.“ In Nachbarschaft zu Oper und Schauspiel wurde das frühere Degussa-Areal mit hochpreisigen Büroimmobilien und Luxuswohnungen bebaut.

Die Befürworter eines Neubaus erhofften sich einen „Bilbao-Effekt“, so die Verfasser. In Bilbao ist das Guggenheim-Museum im dekonstruktivistischen Stil bei Touristen geschätzt. Allerdings seien die Zeiten solcher „Prestige-Bauten vielleicht schon vorbei“, heißt es in dem Papier. Auch sei der Osthafen dafür kaum geeignet.

Inhaltlich sollten die Stadtverordneten nun diskutieren, ob Oper und Schauspiel eine hohe Summe wert seien - was die Grünen bejahen - wie das räumliche Konzept für die Spielstätten aussehen soll, welche Architektur erwünscht und welche Sparten nötig seien.

Grundlage für eine solche Debatte sind die Prüfergebnisse, welche die Stabstelle Städtische Bühnen unter Leitung von Michael Guntersdorf erstellt hat. Die Vorstellung wurde zuletzt von Dezember ins neue Jahr verschoben. Die Ergebnisse sollen nun Ende Januar präsentiert werden. Dabei werden die Kosten für Neubau, Interim und Sanierung beziffert; die Arbeiten werden priorisiert. Der Prüfauftrag der Römer-Koalition stammt aus dem März 2018. Eine Machbarkeitsstudie hatte schon 2017 Kosten von mehr als 800 Millionen Euro für Sanierung oder Neubau der Bühnen ermittelt. Seitdem harrt die Politik einer Entscheidung.

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