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Frankfurt: Grüne Jugend beklagt Vertagung von N-Wort-Antrag

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Von: Christoph Manus

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Von der Frankfurter Stadtverordeten Mirrianne Mahn (Grüne) stammt ein Antrag zur Ächtung rassistischer Begriffe.
Von der Frankfurter Stadtverordeten Mirrianne Mahn (Grüne) stammt ein Antrag zur Ächtung rassistischer Begriffe. © peter-juelich.com

Der Grüne Parteinachwuchs in Frankfurt zeigt sich entrüstet über den Umgang mit einem Vorstoß zur Ächtung rassistischer Sprache. Kritik gibt es auch an der eigenen Koalition.

Die Grüne Jugend Frankfurt kritisiert den Umgang der Römer-Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt mit einem ursprünglich von Mirrianne Mahn (Grüne) stammenden Antrag zur Ächtung rassistischer Begriffe wie dem N- und dem M-Wort.

Die Koalitionsrunde hatte den Antrag, der schon die Unterschriften der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Tina Zapf-Rodriguez und Dimitrios Bakakis trug, im Herbst nach einer emotionalen Diskussion abgelehnt. Daraufhin stellte die Fraktion „Die Fraktion“ den Antrag fast wortgleich. Die Koalition und weitere Fraktionen stimmten am Donnerstag im Stadtparlament für eine Vertagung. Das kritisierten Ökolinx-ELF, „Die Fraktion“ und die Linke jeweils scharf.

Grüne Jugend Frankfurt beklagt fehlenden Grundkonsens über rassistische Begriffe

„Wir lehnen die Verwendung rassistischer Begriffe ab und unterstützen die Forderung, die beiden Worte zu verurteilen“, teilt die Grüne Jugend Frankfurt mit. Beide Begriffe stammten aus einer Geschichte rassistischer Unterdrückung und seien verletzend und erniedrigend für Betroffene. „Wir sind entrüstet, dass dies nicht Grundkonsens der Frankfurter Koalition zu sein scheint und enttäuscht darüber, dass der Antrag nicht ohne für Betroffene verletzende Streitigkeiten beschlossen werden konnte“, sagt Leah Luwisch, Sprecherin der Grünen Jugend.

Zugleich warnt Rodi Cicek aus dem Vorstand der Jugendorganisation davor, sich „im parlamentarischen Zirkus zu verlieren“. Wichtig sei es nicht, in der Öffentlichkeit gut dazustehen, sondern die Lebensrealitäten Schwarzer Menschen anzuerkennen und durch gut abgestimmte Maßnahmen zu verbessern. Dazu fordert die Grüne Jugend die Koalition auf, bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung einen Antrag vorzulegen, der nicht nur das N- und das M-Wort verurteilt, sondern konkrete Schritte zur Bekämpfung von Rassismus gegen Schwarze Menschen nenne. Einen solchen Antrag hatten die Grünen im Römer angekündigt.

Die Grüne Jugend verweist darauf, dass im Koalitionsvertrag bereits wichtige Forderungen zu diesem Thema festgehalten seien, etwa die Umbenennung von Straßen und Plätzen mir Bezug zur Kolonialgeschichte und zum Nationalsozialismus, Mögliche Maßnahmen sollten im Austausch mit Schwarzen Communities erörtert, angepasst und umgesetzt werden, heißt es.

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