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Interesse am neuen Corona-Impfstoff nicht nur beim Bahnbabo groß

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Im Frankfurter Impfzentrum wird seit Dienstag das angepasste Omikron-Vakzin verabreicht. Die Impfwilligen sind zahlreich.

Frankfurt - Extra aus Rodgau seien sie zum Impfen hergekommen, erzählt der Mann, der im Frankfurter Impfzentrum neben seiner Frau Platz genommen hat und an diesem Nachmittag geduldig auf seine zweite Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 wartet. Viel ist gerade nicht los, nur vereinzelte Menschen sitzen im Wartebereich. Aber als kurz vorher um 12 Uhr die Türen zum Impfzentrum in Sachsenhausen öffneten, standen schon einige Menschen bereit, von denen viele extra für den an die Corona-Variante Omikron angepassten mRNA-Impfstoff gekommen waren.

Auch das Paar aus Rodgau, beide über 60, haben mit ihrer nächsten Boosterimpfung gewartet, damit sie den Impfstoff Comirnaty Original / Omicron BA.4/BA.5 von Biontech bekommen. „Wir hätten auch noch länger gewartet, aber wir haben es dann heute gelesen, dass der neue Impfstoff hier in Frankfurt verfügbar ist und wollten dann direkt herkommen“, erzählt der Mann aus dem Kreis Offenbach. Im Impfzentrum in Heusenstamm, das eigentlich das Nähere für sie beide wäre, gebe es den neuen Impfstoff noch nicht, erzählt seine Frau.

Corona-Impfungen in Frankfurt: Neue Impfstoffe lassen Nachfrage wachsen

Deswegen seien sie jetzt eben hier. „Wir wollen den bestmöglichen Schutz bekommen und der neue Impfstoff wirkt ja hoffentlich besser bei der neuen Variante“, begründet sie ihre Entscheidung zu warten. Der Zeitpunkt für das Eintreffen des neuen Impfstoffes sei jetzt natürlich gut, da es wieder kälter werde und man sich ja wieder mehr in Innenräumen aufhalte.

Auch Peter Wirth, alias Bahnbabo, erhält das neue Vakzin im Impfzentrum.
Auch Peter Wirth, alias Bahnbabo, erhält das neue Vakzin im Impfzentrum. © Gesundheitsamt Frankfurt

Laut Gesundheitsamt Frankfurt sei die Nachfrage nach Impfungen gegen Covid-19 mit der Verfügbarkeit des neuen angepassten Impfstoffes leicht angestiegen, und zusammen mit den Hilfsorganisationen sei man gut vorbereitet, um auch auf eine länger anhaltende Nachfrage reagieren zu können.

Immer wieder kommt am ersten Tag, an dem es nun den neuen Impfstoff in Frankfurt gibt, ein neuer Schwung Impfwilliger in das Gebäude in Sachsenhausen. Die Neuankömmlinge werden nach und nach mit Impfungen versorgt, sodass kein großer Stau entsteht. „Es ist ja völlig entspannt hier“; meint Thomas Schlimme, Stadtverordneter der Grünen und gerade privat zum Impfen gekommen. Er habe einfach ohne Anmeldung vorbeigeschaut, um zu sehen, ob gerade Kapazitäten frei sind. Hätte es mit dem neuen Impfstoff noch länger gedauert, hätte er wahrscheinlich auch noch den alten Impfstoff genommen, so sei er aber gezielt für die angepasste Version ins Impfzentrum gekommen.

Corona-Impfungen in Frankfurt: Bahnbabo holt sich zweiten Booster

Im Wartebereich für diejenigen, die ihre Corona-Impfung schon hinter sich haben, sitzen etwas mehr Menschen als im ersten. Unter ihnen ist Frau Hübler, die so wie das Paar aus Rodgau und dem Stadtverordneten zur Gruppe der Über-60-Jährigen gehört und somit zu einer der Personengruppen, für die laut Stiko eine zweite Auffrischungsimpfung empfohlen wird. Sie erhoffe sich dadurch den bestmöglichen Schutz gegen das Virus. „Wir fahren am Wochenende weg und da wollte ich die Gelegenheit nutzen, um meine nächste Auffrischungsimpfung vorher zu erhalten“, sagt sie. Auch sie habe sich bewusst für den neuen Impfstoff entschieden.

Omikron-Vakzin

Laut Ständiger Impfkommission (Stiko) ist eine Impfung mit dem neuen Impfstoff ausschließlich als Auffrischungsimpfung, also zur dritten Impfung für Personen ab 12 Jahren und zur vierten Impfung für bestimmte Personengruppen empfohlen.

Die zweite Auffrischungsimpfung mit angepasstem Impfstoff ist für Personengruppen wie Menschen über 60 sowie Personen ab 12 Jahren mit einer Immunschwäche, Personal in medizinischen Einrichtungen, Personal und Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen und Personen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe empfohlen.

Im Frankfurter Impfzentrum in der Seehofstraße 41 sind täglich von 12 bis 19 Uhr Impfungen mit und ohne Anmeldungen möglich.

Auch eine Lokalprominenz stattete dem Impfzentrum an diesem Tag noch einen Besuch ab. Der Bahnbabo, eigentlich Peter Wirth und wohl bekanntester Straßenbahnfahrer Frankfurts, holte sich auch direkt seine zweite Auffrischungsimpfung mit dem neuen Impfstoff ab.

Corona-Impfungen in Frankfurt: „Alter“ Impfstoff weiter im Gebrauch

Trotz hoher Nachfrage für den angepassten Impfstoff ist der „alte“ aber weiterhin in Gebrauch. Laut Wiebke Reimann, vom Gesundheitsamt Frankfurt, werde für die Grundimmunisierung weiterhin der bisherige Impfstoff verwendet. „Nur die erste und zweite Auffrischungsimpfung wird mit dem angepassten Impfstoff durchgeführt“, so Reimann. Allgemein würden zwar ab und zu noch Erst- und Zweitimpfungen nachgefragt, zur Einführung des neuen Impfstoffes habe es aber im Impfzentrum vor allem Auffrischungsimpfungen gegeben. (Anna Laura Müller)

Ähnlich glatt wie in Frankfurt läuft es nicht überall: Vielerorts in Hessen ist der Beratungsbedarf groß, wenn es um die angepassten Corona-Impfstoffe geht – und dieser Umstand sorgt wiederum für lange Schlangen.

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