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Flankiert von den DFB-Übergangs-Verbandschefs Reinhard Rauball (ganz rechts) und Rainer Koch legt Kanzlerin Angela Merkel Hand an. Links DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius.

DFB-Akademie

Große Erwartungen an DFB-Akademie in Frankfurt

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Der Neubau soll dem deutschen Fußball eine neue „Fußballseele“ verleihen. Zur Grundsteinlegung kommt sogar Kanzlerin Merkel nach Frankfurt.

Die Organisatoren des Deutschen Fußball-Bundes hatten bei typischem Fritz-Walter-Wetter in weiser Voraussicht ein großes Zelt an der Baustelle aufgebaut, um die symbolische Grundsteinlegung der neuen DFB-Akademie in Frankfurt zu feiern. Es regnete Bindfäden, als Bundeskanzlerin Angela Merkel im mintgrünen Blazer den mehr als 500 geladenen Gästen im geschützten Bereich als Hauptrednerin des Nachmittags sagte: „Dass dieses Projekt ohne öffentliche Gelder umgesetzt werden kann, zeigt, wie sehr der Fußball in unserem Land prosperiert.“

Die erste Frau im Land äußerte die Hoffnung, der Neubau an der ehemaligen Galopprennbahn möge dem deutschen Fußball eine neue „Fußballseele“ verleihen. Und sie erntete Lacher, als sie wissen ließ, sie sei optimistisch, dass der Bau „besser vorangehe als der des Berliner Flughafens“.

Als Merkel ihre Rede schloss und symbolisch den Spachtel anlegte, lugte dann sogar die Sonne durch die Wolken.

6000 Tonnen Stahl werden in der DFB-Akademie verbaut

Bundestrainer Joachim Löw, grauer Rollkragenpullover unter grauem Jackett, sagte, es sei „erstrebenswert, dass die Nationalmannschaft sich vor Auswärtsspielen hier vorbereitet“. DFB-Direktor Oliver Bierhoff, Kopf hinter dem 150-Millionen-Euro-Projekt, glaubt, „dass hier neue Energie entsteht und wir uns viel mehr begegnen“, das Gebäude sei „ein sichtbares Symbol des deutschen Fußballs“.

6000 Tonnen Stahl werden in der Akademie verbaut. Der neue DFB firmiert plangemäß von Weihnachten 2021 an unter der Adresse Kennedyallee 274 in Frankfurt. Die Verbandszentrale befand sich seit den 1950er Jahren mit 19 Mitarbeitern in der Zeppelinallee in Bockenheim, ehe sie 1974 dann mit 40 Mitarbeitern in die Otto-Fleck-Schneise zog. 2021 erfolgt mit mehr als 500 Angestellten dann der dritte Umzug innerhalb Frankfurts.

Im Januar 2013, also vor sechseinhalb Jahren, hatte das DFB-Präsidium nach langem Widerstreben entschieden: Das Projekt wird geprüft. 2017 folgte der Entscheid: Es wird auch umgesetzt. Generalsekretär Friedrich Curtius erklärte die praktische Bedeutung des Neubaus unter anderem mit drei Naturrasenspielfeldern, einem Kunstrasenplatz, einer Fußballhalle und Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 60 Personen: „Wir platzen in unserer Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise aus allen Nähten.“ Auch das Thema Nachhaltigkeit spielte naturgemäß eine Rolle: Auf dem Parkhaus wird eine Photovoltaikanlage entstehen, die den DFB mit Strom versorgt. Zudem sind mehr als 200 Fahrradparkplätze geplant. Der Sachsenhäuser Curtius sagte: „Ich wünsche mir, dass viele Mitarbeiter mit dem Fahrrad kommen, und werde mit gutem Beispiel vorangehen.“

Dank an den OB für seine „Beharrlichkeit“

DFB-Vizepräsident Rainer Koch, mit dem Liga-Kollegen Reinhard Rauball bis zum Freitag Übergangs-Verbandschef, sprach von einem „Jahrhundertprojekt“. Er dankte besonders OB Peter Feldmann, der in der ersten Reihe neben Merkel saß, für dessen Beharrlichkeit, das „größte Bauvorhaben in der Geschichte des DFB“ durchzusetzen. „Wir wollen auch 2034 wieder Fußball-Weltmeister werden und schmieden hier den Bund für die Zukunft. Dieser Baukomplex soll das gemeinsame Band werden zwischen allen, die im Fußball tätig sind.“ Das Projekt stehe für den „Mut, neue Wege zu gehen“.

Peter Feldmann, laut Selbstauskunft einst selbst Spieler bei Concordia Eschersheim, sagte: „Frankfurt ohne Fußball und ohne den DFB ist nicht vorstellbar. Wir sind nicht nur Wirtschafts- und Kulturmetropole, sondern auch eine Fußballstadt. Wir hoffen, dass in der neuen Akademie auf hohem Niveau topqualifizierte Fußballmannschaften zusammengezimmert werden.“

Besonderen Beifall erhielt Feldmann, als er betonte, in Frankfurt gebe es keinen Platz für „Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus“, das seien „auch die Werte des DFB“. Zudem versprach der OB, dass der neue Bürgerpark in unmittelbarer Nähe „zugänglicher für die Bevölkerung sein wird als zuvor die Galopprennbahn“.

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