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Blick von Westen aus der Autogenstraße auf das Neubauprojekt.
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Blick von Westen aus der Autogenstraße auf das Neubauprojekt.

Frankfurt-Griesheim

Wohnen am Gleis

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Der Eigentümer Francesco Parrinello stellt Pläne für das Bahnhofsgebäude in Griesheim vor. 24 Apartments entstehen, dazu Ladenflächen, Gastro und Arztpraxen.

Der Griesheimer Stadtumbau schreitet voran. Nächster Halt: das ehemalige Bahnhofsgebäude sowie die Flächen östlich und westlich davon. Eigentümer Francesco Parrinello hat Pläne vorgestellt. 24 Wohnungen in drei Baukörpern sollen entstehen. Sollen, so formuliert es der Bürgerverein in einer Pressemitteilung, „eine vorzeigbare Visitenkarte“ für den Stadtteil sein.

Die Mietwohnungen werden zwischen 17 und 80 Quadratmeter groß, alle sollen Terrasse oder Balkon haben. Eine Tiefgarage bietet Platz für Autos und Fahrräder, dort sind Ladestationen für E-Mobilität geplant, gespeist aus der Solaranlage auf dem Dach. Die drei Gebäude sollen so hoch werden wie die umliegenden Einheiten. Im Erdgeschoss sind Flächen für Geschäfte und Gastronomie mit Außenbereich vorgesehen. Auch Räume für Arztpraxen sind geplant.

Zurzeit ist das Bahnhofsgebäude ein recht trauriger Solitär in dunklem Anthrazit, etwas trotzig gelegen zwischen Brachflächen und vor einer sanierungsbedürftigen S-Bahn-Station. Noch in diesem Jahr könnten die Bauarbeiten beginnen. Parrinello möchte bald den Bauantrag einreichen. „Die Finanzierung steht“, sagt der Bauherr. Nur ein paar Details seien noch mit der Stadt zu klären, ergänzt der 66-Jährige optimistisch.

Etwa das mit dem begrünten Dach. Parrinello wollte die Fläche eigentlich nur für die Fotovoltaikanlage nutzen. Im Gespräch mit dem Umweltamt hat er sich aber vom Wert von Begrünung überzeugen lassen. Auch weil Frau und Töchter ihm zugeraten haben. So sollen die künftigen Mieter nun auch von begrünten Flächen profitieren. „Ein bisschen Garten haben“, sagt er verschmitzt.

Streit mit Stadt beigelegt

Das städtische Planungsdezernat bestätigt indes, Dezernent Mike Josef (SPD) begrüße Parrinellos Bauvorhaben grundsätzlich. „Wenn er sich an unsere Vorgaben hält“, sagt Kolja Müller, Referent im Dezernat. Der Bahnhofsbau passe gut zur Zielsetzung des Projekts Stadtumbau Mitte, den Stadtteil attraktiver zu machen.

Der Griesheimer Bürgerverein dankt dem Dezernenten schon einmal für seine Arbeit als Vermittler. Josef habe den seit zwölf Jahren schwelenden Streit zwischen dem Bahnhofseigentümer und der Stadt „mit großer Fachkompetenz“ beendet.

Der Bürgerverein wünscht sich nun ein Café und einen italienischen Feinkosthändler für die Ladenflächen im Erdgeschoss. „Es gibt auch nur einen Metzger im Stadtteil“, sagt die Vorsitzende Marita Seifarth. Zeitnah möchte sie an die Wirtschaftsförderung herantreten und um Unterstützung bei der Vermarktung bitten.

Immerhin ist Francesco Parrinello Mitglied des Bürgervereins, „seit der ersten Stunde“, wie Seifarth sagt. Früher habe er stets davon geträumt, was er mit dem Bahnhofsgebäude anfangen würde, erzählt der Bauherr gutgelaunt. Mit seiner Frau hat er 18 Jahre lang den Imbiss an der Unterführung betrieben. Jetzt sieht es so aus, als gingen seine Träume in Erfüllung.

Vom Umbau der Bahnstation ist sein Projekt nicht betroffen, sagt Parrinello. 2023 möchte die Bahn die Station barrierefrei machen. Solange die Bauarbeiten nicht gleichzeitig laufen, sei keine Beeinträchtigung zu erwarten, bestätigt eine Bahnsprecherin. Der Zeitplan für die Arbeiten an der städtischen Unterführung 2022 und der bahneigenen 2023 sei immer noch aktuell, sagt die Sprecherin. Voraussetzung seien allerdings sowohl der Abschluss der Planfeststellung (das Verfahren läuft noch) als auch die finale Bestätigung der Sperrpausen für die Arbeiten vom Gleise aus. Die komme voraussichtlich im April.

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