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Volleyballstar Tobias Krick eröffnet die Leseaktion „Buchstapler“ in der Bücherei in Griesheim. 

Griesheim

Frankfurt-Griesheim: Volleyballstar in der Bibliothek

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Profisportler Tobias Krick eröffnet die Leseaktion „Buchstapler“. Kinder sollen dabei für Bücher begeistert werden.

Es wird getuschelt am Montagmorgen zwischen den Bücherregalen. Eigentlich ist die Griesheimer Stadtbücherei neben dem Saalbau an diesem Morgen geschlossen. Doch rund 40 Griesheimer Grundschüler dürfen beim Auftakt der Leseaktion „Buchstapler: Buch auf – Meinung ab“ dabei sein, bei der Kinder für Bücher und deren Bewertung begeistert werden sollen.

Erwartungsfroh sitzen die Boehle- und Eichendorffschüler in Stuhlreihen nebeneinander, stecken die Köpfe zusammen und warten auf den Profi-Sportler, der ihnen gleich vorlesen soll. Als Tobias Krick, Volleyballspieler der United Volleys Frankfurt, vor die Mädchen und Jungen tritt, müssen sich ihre Hälse strecken. Zwei Meter und elf Zentimeter misst der Mittelblock-Spieler.

Das Programm „Buchstapler“

Mit dem Programm „Buchstapler“der Stadtbücherei und der Stiftung der Frankfurter Sparkasse sollen Kinder zwischen acht und zwölf Jahren zum Lesen und zur Medienkritik animiert werden.

Unter 35 Neuerscheinungenkönnen sich die Teilnehmer Bücher ausleihen und im Anschluss bewerten. Kurze Kritiken von einigen Zeilen bis zu längeren Bewertungen sind möglich. Zur Belohnung winken Preise wie etwa Turnbeutel.

Rund 3000 Schülermachen jährlich bei der Aktion mit, darunter Einzelpersonen sowie Schulklassen und Kindergruppen. Während des Aktionszeitraums bis zum 21. März stehen teilnehmenden Gruppen die Türen zu allen Stadtbüchereien offen – auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten. 

Im rot-blauen Trainingsanzug seines Vereins setzt er sich auf Augenhöhe mit den Viertklässlern an einen Tisch mit Mikrofon. Vor ihm liegt das Buch „Monstermäßig beste Freunde“. Darin gehe es genauso wie im Teamsport um „Freundschaft und Zusammenhalt“, berichtet der 21-Jährige. Dann beginnt er – etwas holprig – vorzulesen, während die Kinder dem hoch gewachsenen, jungen Mann aufmerksam zuhören.

Für Roswitha Kopp von der Stadtbücherei sind „Vorlese-Vorbilder und besonders männliche“ wichtig, weil etwa in den Bibliotheken die Mitarbeiter „überwiegend weiblich“ seien. „Ein cooler Sportler, der dann noch vorliest“, das ermutige auch zum eigenen Lesen. Und das ist ein Ziel des Buchstapler-Programms, das die Stadtbücherei und die Stiftung der Frankfurter Sparkasse vor einem Vierteljahrhundert initiiert haben. Auch das „vertiefende Lesen“ mit einer Bewertung der Lektüre sollen dabei geschult werden, sagt Kopp.

Eine „gute Mischung aus Sachbüchern, schöner Literatur für Mädchen, Jungen und beide, Krimis und Bücher mit leichterer Sprache“, hätten die Verantwortlichen in diesem Jahr herausgesucht, berichtet Stadtbücherei-Mitarbeiterin Nele Wächter.

Volleyballspieler Krick gesteht, dass er meist „Sportartikel und Trainingspläne“ lese. Mit sechs Jahren habe er vergleichsweise früh mit seinem Sport begonnen und sei mit 16 Jahren nach der Mittleren Reife an der Carl-von-Weinberg-Schule Profi im Team seines Vaters geworden.

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