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Die Tochter des Hauses, Jacqueline Heller, backt selbst.

Griesheim

Frankfurt: Ein eigenes Café am Griesheimer Friedhof 

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Familie Heller eröffnet im Blumenladen am Friedhof ein Café.

Jacqueline Heller backt gerne. Blechkuchen, Torten, Cupcakes. Eigentlich schon immer. Nur hat die heute 20-Jährige lange Zeit viel zu wenige Leute gehabt, denen sie ihre Kreationen auftischen konnte. „Meine Eltern essen nicht so gerne süß“, sagt sie. Also reift in ihr schon seit „der neunten Klasse“ der Traum, ein eigenes Café zu eröffnen.

Am heutigen Samstag, 1. Juni, feiert Heller um 11 Uhr nun ihren Start als Kaffeehausbetreiberin. Mit Sektempfang und Häppchen und vollem Back-Repertoire. Ort des Geschehens ist der elterliche Blumenladen am Griesheimer Friedhof. Und es ist auch nicht mehr ihr Traum alleine. Die ganze Familie sinnt schon länger, ob nicht ein kleines Café eine sinnvolle Ergänzung fürs Geschäft wäre.

„Der Raum ist da“, sagt Sabine Heller trocken, die Mama der Kuchenfee. Früher ist der Laden am Bingelsweg ein Lebensmittelmarkt gewesen, dann hat „unsere Vorgängerin“ einen Blumenladen mit Friedhofsgärtnerei daraus gemacht. 2005 haben die Hellers übernommen, zusätzlich zum Stammgeschäft an der Hartmannsweilerstraße.

Jacqueline Heller hat einige Blumentöpfe zur Seite geschoben, Tische aufgestellt. Das Ergebnis sieht zwar nicht aus wie ein klassisches Wiener Kaffeehaus mit Plüsch, Kronleuchtern und dunklem Holz. Dafür aber luftig und leicht, hell und blumig. An der Wand funkelt die Kaffeemaschine. Die Hellerfrauen haben beide den Grundkurs in Kaffeezubereiten absolviert. „Ich bin ja die einzige Kaffeetrinkerin in der Familie“, sagt Mutter Sabine. Tochter Jacqueline holt aber auf. Früher mochte sie lieber Kakao. Jetzt nascht sie immerhin schon gerne Latte Macchiato. „Zur Espressotrinkerin werde ich aber nicht mehr“, sagt sie und lacht.

Café in Hellers Blumenladen, Bingelsweg 40. Ab Samstag, 1. Juni, 11 Uhr. Geöffnet Mo. bis Fr. 8-16 Uhr, Sa. und So. 9-17 Uhr; Hellers Blumenladen öffnet Mo.-Sa. 9-13 Uhr. Telefon 38 10 12. www.hellers-blumenladen.de

Dabei hat sie guten Espresso im Sortiment. „Ich habe lange nach etwas besonderem gesucht“, sagt sie. Fündig ist sie im Seckbacher Gewerbegebiet geworden, bei Tricambi, einem Fachhandel für Kaffeemaschinen samt eigener Rösterei. Irgendwann will sie den Barista-Aufbaukurs dort besuchen, um zu lernen, kleine Kunstwerke in den Milchschaum zu formen. Wobei sie das vielleicht als Event im Café anbieten wird. „Wenn die Gäste das möchten.“

Damit verrät Jacqueline Heller gleichermaßen ihr Café-Konzept: Interaktion mit den Besuchern. Auch bei den Kuchen oder beim Frühstück will sie sich mit den Kunden absprechen. Eine kleine Küche hat sie im Nebenraum eingerichtet. Dort will sie frisch backen.

Von 9 bis 13 Uhr ist auch eine Floristin im Geschäft. Wer möchte, kann sich ein Blümchen kaufen oder fachliche Beratung einholen. Ein wenig soll das Café auch eine Schauhalle für Floristik sein. Wofür im Haupthaus an der Hartmannsweilerstraße der Platz fehlt. Am Bingelsweg können die Hellers experimentieren. Auch ungewöhnlich Pflanzen ausstellen, die Neugier der Besucher wecken. Warum sich nicht einmal einen Olivenbaum oder eine Orange ins Wohnzimmer stellen? „Nicht wegen der Ernte“, sagt Jacqueline Heller und lächelt, für den Urlaub zu Hause.

Nebenher möchte sie jetzt noch ein Fernstudium in Eventmanagement absolvieren. Als Fernziel will sie vielleicht ein Catering aufbauen. Aber zunächst soll erst einmal das Café anlaufen. Bewusst haben die Hellers den Raum nicht so voll gestellt. Für den Sommer wollen sie auf der Terrasse vor dem Geschäft servieren. Eine Bekannte hat angeboten, sie könne Handarbeitskurse anbieten. Vorstellen könnte Heller sich das, auch Backkurse für Kinder oder Pflanzkurse.

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