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Das umfunktionierte Graffito an den Kirchentüren.

Kirche 

Gemeinde findet Schmiererei gut

Die Katholiken nutzen eine Aufschrift an ihrer Kirchentür zu einer Plakataktion.

Die katholische Gemeinde St. Pius in Frankfurt hat eine Graffiti-Schmiererei in eine erfolgreiche Aktion umgewandelt. Die drei großen Kirchentüren seien mit den Worten „Jesus ist Fake“ bemalt worden, berichtete der Pastoralreferent Harald Stuntebeck. Die Gemeinde habe das Graffito bislang nicht entfernt: „Mach’ aus dem Schlechten was Gutes“, sei ihre Auffassung. Die folgende öffentliche Aktion habe viele begeisterte Reaktionen hervorgerufen.

„Das Graffito kann nur jemand geschrieben haben, der keine Ahnung hat, was Jesus für Menschen bedeutet“, sagte Stuntebeck. Deshalb wolle die Gemeinde zeigen, was Jesus für sie bedeute. In der vergangenen Woche hängte sie neben die Worte „Jesus ist“ ein rotes Plakat mit einem großen weißen Herz auf die Tür mit dem Wort „Fake“. Viele Menschen hätten mit Stiften ihre Überzeugung draufgeschrieben, etwa „Hoffnung“ oder „Jesus begleitet mich auf meinem Lebensweg“. Ein kurzes, auf die Homepage des Bistums Limburg gestelltes Video über die Aufhängung habe ein großes Echo hervorgerufen. Auf der Facebook-Seite des Bistums finden sich Kommentare wie: „Super Idee“, „coole Aktion“ oder „Liebe statt Hass! Genau die richtige Antwort“.

In dieser Woche sind die Worte „Jesus ist“ ergänzt durch ein blaues Plakat mit dem Wort „Hoffnung“ in gelber Schrift. Auch in den folgenden beiden Wochen seien Plakate mit neuen Aufschriften geplant, sagte Stuntebeck. Über das Internet seien viele Vorschläge eingegangen. Die Aktion sei ermutigend und werde auch in die Gottesdienste einbezogen. „Irgendwann werden wir das Graffito wegmachen müssen“, räumte der Pastoralreferent ein. Einfach werde das nicht, die Kupfertüren hätten eine 60 Jahre alte Patina. (epd)

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