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Dr. Seyed Iranbomy bei einer Kundgebung für sein Recht, in den USA am Grab seines Sohnes zu trauern.

Deutsch-amerikanisches Freundschaftsfest

Trauernder Vater will sich mit Rede im Römer gegen USA-Einreiseverbot wehren

Seyed Iranbomy will am Grab seines Sohnes trauern. Doch die USA lassen ihn nicht einreisen. Nun will er beim deutsch-amerikanischen Freundschaftsfest im Römer sprechen.

Frankfurt – Am deutsch-amerikanischen Freundschaftsfest am 15. Oktober im Kaisersaal wird noch einmal ein Thema angesprochen, das zu Verstimmung in der Freundschaft führt: Das Verhalten der USA gegenüber Menschen aus erklärten sogenannten Feindstaaten. Sie erhalten kein Visum. Nicht einmal in extremen Situationen. Wie die, die der Rechtsanwalt Dr. Dr. Seyed Iranbomy erlebt hat

Im Sommer starb sein Sohn, der in Washington DC studierte, in Folge eines Unfalls. Der junge Mann wurde in den USA bestattet von seiner Mutter, die in den USA lebt. Der Vater durfte nicht einreisen. Iranbomy ist Rechtsanwalt. Er ist beredt und lässt sich so etwas nicht gefallen.

Von Frankfurt aus in die USA: Oberbürgermeister will Vater helfen 

Seit 40 Jahren lebt er in Deutschland, ist deutscher Staatsbürger. Geboren wurde er im Iran. Und dieser Staat steht ganz oben auf der Feindesliste der USA. Eine der ersten Handlungen der amerikanischen Regierung nach dem Amtsantritt von Donald Trump war, Bürgern, die mit dem Iran oder arabischen Ländern in Beziehung stehen, dort gelebt haben oder dort geboren wurden, unter Umständen die Visa zu entziehen. 

So auch Iranbomy, der zuvor ein Zehn-Jahres-Visum besessen hatte. Als sein Sohn starb, konnte er nicht einreisen. Bis heute nicht. Indessen hat der Artikel, den diese Zeitung über den Fall geschrieben hat, weltweit Aufsehen erregt. Der Spiegel hat sich des Themas angenommen, die Washington Post berichtete, zahlreiche andere Medien ebenfalls, Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat sich für Iranbomy eingesetzt, mehrere Bundes- und Landtagsabgeordnete haben sich an die Botschaft gewandt.

Grund unbekannt: Frankfurter darf nicht ans Grab des Sohns in die USA 

Iranbomy hat an Demonstrationen teilgenommen, gesprochen: Es blieb alles erfolglos. Bis heute weiß offiziell niemand, warum Iranbomy nicht in die USA ans Grab seines Sohnes darf. Die US-Behörden beantworteten auch keine entsprechende Anfrage von OB Feldmann. Darüber will Iranbomy beim deutsch-amerikanischen Freundschaftsfest fünf Minuten sprechen. Das Büro Peter Feldmanns prüft diesen Wunsch. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

 Iranbomy ist nicht der einzige Fall. Ironman-Champion Patrick Lange musste auf Hawaii auf seinen Trainer Faris Al-Sultan verzichten. Al-Sultan, der 2005 den Titel selbst gewonnen hatte, wird in der „Welt“ so zitiert: „Man kann mit arabischem Namen halt nicht einreisen.“ Zuerst hatte das Sportmagazin „Triathlon“ über das verweigerte Visum berichtet. Probleme bekommen kann jeder, der im Pass nur einen Stempel aus einer früheren Reise in einen Feindstaat der USA hat. Das war allerdings schon vor der Präsidentschaft Trumps so.

von Thomas J. Schmidt

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