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Viele Leute nutzen das sonnige Wetter für einen Besuch am Goetheturm. Monika Müller
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Viele Leute nutzen das sonnige Wetter für einen Besuch am Goetheturm. Monika Müller

Goetheturm

Mal gucken, ob der Frankfurter Goetheturm noch da ist

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Ja, der neue alte Goetheturm steht noch – halb Frankfurt hat ihn zu Weihnachten besucht. Aber Vorsicht!

Wenn Frankfurterinnen lieben und Frankfurter auch, dann richtig. Dann lassen sie dich auch nicht im Stich, wenn dich mal ein widerliches Mistsubjekt niederbrennt. Mit anderen Worten: Auch an Weihnachten fliegen dem aus der Asche auferstandenen Goetheturm die Herzen zu – auch aus dem Umland. Denn Weihnachten besucht man seine Liebsten, selbst wenn’s 2020 nicht ganz ungefährlich ist.

Frankfurter Goetheturm: Nicht wegen Corona gesperrt

Andächtig lagern sie an den Feiertagen vor dem Schild „Öffnungszeiten: 1. April bis 31. Oktober“. In dem Zeitraum ist der Dezember leider nicht enthalten. Das muss man zugeben. „Halloween ist der letzte Tag“, erklärt ein junger Mann seiner Familie, „dann ist zu.“ Tapfer und verständig wenden sich die Liebenden jeweils nach ein, zwei Minuten ab, ein Grüppchen nach dem anderen, und ziehen ihrer Wege. „Zu gefährlich“, sagt ein Mann zur Begleiterin, und da ist was dran.

Zwar ist der Turm nicht wegen Corona gesperrt, sondern wegen der Winterpause, aber so ein Aufstieg samt Gedränge ganz oben auf der Plattform unterm Dach, das wäre jetzt gar nicht gut. Apropos ganz oben unterm Dach: Ist da etwa jemand? Da ist doch wohl hoffentlich niemand?! Nein, das wirkte wohl nur so aus der Entfernung. Ein Metallzaun riegelt das Terrain um den Turm ab, ein Schild warnt: „Alarmgesichert – Weiterschaltung zur Polizei“. Und im Hochparterre wäre sowieso Schluss, da verwehrt eine massive Stahltür den Aufstieg.

Schön ist die Außenanlage im Wald geworden, freundlich sieht sie aus, besonders im Weihnachtssonnenschein. Abgesehen von dem braunen Zeug, das da offenbar über den Zugangsweg geflossen ist. „Holzschutzmittel“, mutmaßt ein Besucher. „Brandschutzmittel?“, will es eine Frau präziser eingrenzen. „Brand?“, spottet der Mann, „da brennt nix mehr. Das ist Wurmschutz.“ Wäre ja dumm, wenn jetzt nach dem widerlichen Feuermistkerl noch ein böswilliger Wurm käme.

Üblicherweise hätten sich die Leute vor dem Fest hier auf dem schönsten Weihnachtsmarkt der Stadt und des Erdkreises getroffen (unverbrüchliches Credo der Goetheturm-Fange-meinschaft), aber wie gesagt: viel Virus – wenig Party. Abgesehen davon hätte es eh die ganze Zeit geregnet (ätsch, Corona). Aber sobald die Sonne scheint: Nix wie hin zum Turm.

Frankfurter Goetheturm: Ebenerdiges Lob

Es gibt Geländeführungen von Veteranen für Neulinge („Im Sommer gehmer ma nuff“) und immer wieder ebenerdiges Lob mangels höherer Alternativen („Von außen ist er auch schön“). Die Rutschröhre auf dem Spielplatz ist geöffnet. Aber eiskalt. Die Winterfesten rutschen trotzdem. Also die, die noch durchpassen. Manche haben die Hoffnung, hinter der (natürlich geschlossenen) Gaststätte Goetheruh auf die Toilette gehen zu können. „Hundertpro ist die zu“, ruft’s aus dem Familienrat hinterher. Hundertpro ist das richtig. Bis April heißt es ein- beziehungsweise aushalten. Das gilt übrigens auch für das WC am Grillplatz Scheerwald.

Es ist nicht wie auf einem Weihnachtsmarkt, aber es ist durchaus was los an den Feiertagen am Goetheturm – die beiden Parkplätze und die Zufahrtsstraße: randvoll –, es ist auch gesellig. Es gibt nur keinen Glühwein, und das ist auch gut so. Viele Tochter-Mutter-Kombinationen spazieren plaudernd über die Waldwege. Und Hunde, Hunde, Hunde. Manche Menschen haben es extrem eilig. Warum? Gelbe Schilder an den Wegkreuzungen erklären es: Der Spiridon-Silvesterlauf ist ja diesmal nicht für alle an Silvester, sondern alle laufen, wann sie Zeit haben. Noch bis zum 10. Januar.

Zum Abschluss ein Interview mit Mund-Nasen-Schutz und drei Metern Abstand. „Und was führt Sie hierher?“ – „Bippe?“ – „Warum! Kommen! Sie! Heute! Hier! Zum! Goetheturm!“ – „Mamu ha immerma gucke obber noda if.“ – „Wie?“ – „Waf?“ – „Danke fürs Gespräch.“ – „Gergeschää.“

Tja, die Verständigung bleibt schwierig mit Corona im Stadtwald. Im Frühjahr gab’s Corona wenigstens ohne Fluglärm. Das waren noch Zeiten.

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