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Goethe-Universität Frankfurt/Main

Rechtsextremismus

Uni in Frankfurt erstellt Konzept gegen Rechts

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Unbekannte haben eine mutmaßlich rechtsextreme Studentin „geoutet“ - mit Folgen.

Drei Wochen nach der Störung einer Psychologie-Vorlesung durch mutmaßliche Antifa-Aktivisten will die Goethe-Universität ein eigenes Konzept zum Umgang mit Rechtsextremen auf dem Campus erarbeiten. Wie Olaf Kaltenborn, der Sprecher der Hochschule, der Frankfurter Rundschau bestätigte, hat der Senat der Universität sich bei am Dienstag mehrheitlich einem Vorschlag der Grünen Hochschulgruppe angeschlossen, ein Maßnahmenpaket gegen rechte Ideologien und rechtsextreme Akteure an der Universität zu erstellen.

Der nun angenommene Antrag der Grünen Hochschulgruppe sieht vor, dass der Senat eine eigene Arbeitsgruppe zum Entwurf eines „Konzepts gegen Menschenfeindlichkeit und extreme Rechte“ bildet. Im Rahmen dieses Konzepts sollen Studierende und Lehrende dann mit Handreichungen und Veranstaltungen „für Erkennungsmerkmale und Diskursstrategien der extremen Rechten“ sensibilisiert werden. Außerdem soll ein Leitfaden für den Umgang mit Personen entwickelt werden, „die durch menschenfeindliche Ideologien und Handlungen auffallen“. Der Antrag spricht sich zudem für die Einrichtung einer zentralen Meldestelle aus, an die sich Angehörige der Uni bei konkreten Vorfällen wenden können. Eine „Task-Force“ soll dann gegebenenfalls Maßnahmen einleiten oder externen Rat einholen.

Hintergrund des Antrages der Grünen Hochschulgruppe ist unter anderem die „Outing-Aktion“ gegen eine Psychologie-Studentin vor gut drei Wochen. Unbekannte waren damals in eine Vorlesung am alten Campus Bockenheim geplatzt und hatten Flugblätter verteilt, auf dem sie einer Studentin unter Nennung ihres Namens und ihrer privaten Adresse vorwarfen, Mitglied der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ zu sein und in der Vergangenheit auch schon an Neonazi-Aufmärschen teilgenommen zu haben.

Rechte auf Campus aktiv

Die Aktion war hinterher scharf kritisiert worden, unter anderem von der Fachschaft Psychologie. Sie hatte am Campus aber eine breite Debatte über den Umgang mit Rechtsextremen ausgelöst. In der Diskussion war auch bekannt geworden, dass die politische Einstellung der betreffenden Studentin am Fachbereich Psychologie bereits länger bekannt war.

Ben Seel, studentischer Vertreter im Senat und Mitglied der Grünen Hochschulgruppe, sagte der FR, Sticker der „Identitären Bewegung“ fielen am Campus häufiger auf. Die „Junge Alternative“, die radikale Jugendorganisation der AfD, habe dort bereits Flugblätter verteilt. Obwohl die Lage an der Goethe-Uni glücklicherweise noch relativ ruhig sei, brauche es dringend Strukturen, „die schneller reagieren können und über den richtigen Umgang Bescheid wissen“. Er freue sich daher über die breite Zustimmung im Senat und habe von Kommilitonen und aus der Professorenschaft bereits einige positive Rückmeldungen zur Idee eines Konzepts gegen Rechtsextreme erhalten, sagte Seel. Er hoffe, dass die Arbeitsgruppe in drei bis vier Monaten einen Konzeptentwurf präsentieren könne.

Der Senat der Goethe-Universität ist die zentrale Vertretung der unterschiedlichen Statusgruppen an der Universität und hat aktuell 17 Mitglieder.

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