Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

An der Frankfurter Goethe-Universität beginnen die Examensprüfungen. Die Fachschaft Lehramt fordert Transparenz zum Corona-Hygienekonzept und wünscht sich Zugeständnisse von der Hessischen Lehrkräfteakademie.
+
An der Goethe-Universität in Frankfurt beginnen die Examenspüfungen für Lehramtsstudierende.

Corona-Hygienekonzept

Reicht das Corona-Hygienekonzept aus? Studierende haben Angst vor Prüfungen

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
    schließen

An der Frankfurter Goethe-Universität beginnen die Examensprüfungen. Die Fachschaft Lehramt fordert Transparenz zum Corona-Hygienekonzept und wünscht sich Zugeständnisse von der Hessischen Lehrkräfteakademie.

  • Lehramtsstudierende der Goethe-Universität Frankfurt fürchten Prüfungen in Zeiten der Corona-Pandemie
  • Prüfungen an der Goethe-Universität Frankfurt nur unter strengen Corona-Auflagen möglich
  • Frankfurter Studenten befürchten Nachteile aufgrund der erschwerten Bedingungen in Zeiten von Corona
  • Keine Nachrichten aus Frankfurt am Main mehr verpassen: Abonnieren Sie den Frankfurt-Newsletter der FR.

Frankfurt. Nächste Woche beginnen die Examensprüfungen an der Frankfurter Goethe-Universität Frankfurt. Lehramtsstudierende der Goethe-Universität vermissen Zugeständnisse und Transparenz beim Ablauf der Abschlussprüfungen in Zeiten der Corona-Pandemie. Das teilte die Fachschaft Lehramt der Uni Frankfurt mit. Vielen Studierenden bereite es Sorge, dass wenig darüber bekannt sei, wie genau und nach welchem Hygienekonzept die Prüfungen zum Staatsexamen, die in der nächsten Woche beginnen, ablaufen sollen. Bekannt sei nur, dass in großen Räumen – aber auch in großen Gruppen – geschrieben werden solle.

Prüfungen an der Uni Frankfurt unter strengen Corona-Auflagen

Auf Anfrage der FR sagte Andreas Lenz, der Präsident der für die Staatsexamenprüfungen zuständigen hessischen Lehrkräfteakademie: „Es liegt ein Hygienekonzept vor, die Auflagen sind an der Goethe-Universität in Frankfurt, wo die Prüfungen laufen werden, sehr streng. Die Abstandsregeln von zwei Metern werden eingehalten. Und die Räume werden auch während der mehrstündigen Klausuren regelmäßig gelüftet.“

Auch der Befürchtung einiger Studierender, die sich bei der FR gemeldet hatten, dass auf dem Weg zu den Toiletten keine Masken getragen werden müssten, widersprach Lenz. „Während der Prüfung selbst muss man an seinem Platz keine Maske tragen. Aber auf dem Weg zu den und auf den Toiletten ist sie Pflicht.“

Die Fachschaft wies auch darauf hin, dass gerade Studierende, die Risikopatienten seien oder mit solchen zusammenlebten, sich flexiblere und bedarfsgerechte Lösungen wünschten. Zum Beispiel eine räumliche Ausweichmöglichkeit mit weniger Beteiligten.

Aufgrund der Corona-Pandemie fast alle Prüfungen innerhalb einer Woche

Lenz entgegnete, für Risikogruppen wie Diabetiker oder Asthmatiker, die ein ärztliches Attest vorwiesen, oder Studierende, die Risikopatienten pflegen, gebe es die Möglichkeit eines Nachschreibtermins im Frühjahr. „Früher ist leider aus organisatorischen Gründen kein Nachholtermin möglich.“ Bislang hätten sich aber keine Studierenden gemeldet, die zur Risikogruppe zählten.

Studierende beklagten zudem, dass fast alle schriftlichen Prüfungen innerhalb einer Woche geschrieben werden müssten. Normalerweise zögen sich die Examen über einen deutlich längeren Zeitraum. Lenz erläuterte, aufgrund von Corona hätten sich alle Prüfungen nach hinten verschoben. „Je nach Fächerkombination kann es in der Tat sein, dass man alle Prüfungen innerhalb einer Woche ablegen muss. Aber es gab keine andere Option. Die Alternative wäre gewesen alle Examen ausfallen zu lassen. Und das wollten wir nicht.“

Corona erschwert die Prüfungsbedingungen an der Uni Frankfurt

Die Studierenden beklagten auch, es sei komplizierter, an Literatur zu kommen, da ein großer Teil nicht online verfügbar sei. Der Präsenzbestand in den Bibliotheken könne nur eingeschränkt über ein vorheriges Platz-Buchungssystem genutzt werden, und viele Bücher seien wegen einer Sonderregelung der Bibliotheken seit Februar entliehen, nun bereits vorgemerkt und damit bis zum Examen nicht mehr verfügbar. „Das stimmt leider“, bestätigte Lenz, „aber das trifft alle gleich. Die Prüferinnen und Prüfer werden auf die missliche Lage Rücksicht nehmen.“ Das gelte auch, wenn ein Dozent zur Risikogruppe zähle und ein Vertreter die Prüfung abnehme.

Bedenken äußerten die Studierenden auch, dass die Kapazitäten der Prüfer, die schon in einem „normal besetzten“ Prüfungsjahrgang ohne Corona kaum ausreichten, im Frühjahr noch stärker eingeschränkt seien. Das bedeute, dass viel weniger Lehramtsstudierende ihren Abschluss machen könnten. Dadurch blieben Referendariatsplätze für ein halbes Jahr unbesetzt bleiben, und es stünden noch weniger Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stünden. Lenz sagte dazu: „Niemand muss Angst haben, dass es nicht genug Prüfer gibt. Wir sind vorbereitet. Und es wird auch kein Referendariatsplatz unbesetzt bleiben.“

Prüfungen können in Zeiten von Corona auch nachgeholt werden

Zum Vorwurf, dass die hessische Lehrkräfteakademie wenig Bereitschaft erkennen lasse, Nachteilsausgleiche zu schaffen, verwies Lenz auf das bis zu einem Semester aufgestockte Bafög. „Also können Studierende, die Angst vor Corona haben, die Prüfung auch ein Semester später nachholen.“

Generell sei Angst vor Corona jedoch kein guter Ratgeber. „Und wenn man im Lehrberuf arbeitet, hat man einen Beruf gewählt, bei dem man mit vielen Leuten Kontakt und auch in Nicht-Corona-Zeiten mehr Krankheiten ausgesetzt ist, als wenn man allein im Büro sitzt“, sagte Lenz. Für weitere Fragen biete er den Fachschaftsvertretern der Uni Frankfurt Gespräche an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare