1. Startseite
  2. Frankfurt

„Frankfurt hat mir Glück gebracht“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kathrin Rosendorff

Kommentare

Ist bester Laune - und hat auch allen Grund dazu: Margarita Broich erhielt den Hessischen Filmpreis als beste Schauspielerin.
Ist bester Laune - und hat auch allen Grund dazu: Margarita Broich erhielt den Hessischen Filmpreis als beste Schauspielerin. © dpa

Der Hessische Filmpreis geht an Margarita Broich, Heino Ferch und Klaus Maria Brandauer. Die zahlreichen Autogrammjäger tragen statt Smoking oder Abendkleid bequeme und vor allem wärmende Sportoberteile.

Schauspielikone Klaus Maria Brandauer erscheint als erster auf dem roten Teppich am Freitagabend. Ganz lässig, ganz fröhlich gelaunt. Er wird später in der Alten Oper bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises unter tosendem Applaus mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Der 73-jährige Österreicher, der 1981 mit dem Oscar-prämierten Film „Mephisto“ international bekannt wurde, gibt sich total volksnah. Er unterschreibt Autogrammbücher, posiert für Selfies. „Ich bin doch froh, dass die Leute mich noch erkennen“, sagt er. „Und ich freue mich natürlich sehr über den Preis. Sonst wäre ich doch auch gar nicht gekommen.“

Auf dem roten Teppich frieren derweil vor allem die Promi-Frauen. So auch „Germany’s Next Topmodel“-Gewinnerin Kim Hnizdo aus Bad Homburg in ihrem zartrosa Kleidchen.

Die zahlreichen Autogrammjäger, die sich rechts vom roten Teppich aufgestellt haben, tragen statt Smoking oder Abendkleid bequeme und vor allem wärmende Sportoberteile. Seit 11.30 Uhr bereits ist Anke Wink aus Gelnhausen da. „Ich habe ein paar Laudatoren schon bei den Proben am Künstlereingang abgefangen.“ 3500 Autogramme hat sie seit 1996 gesammelt.

Ein Autogrammjäger ist Voll-Profi und hat die Fotos der Promis, die sie gleich unterschreiben sollen, fein säuberlich im Aktenkoffer sortiert. Neben Brandauer schafft er es auch, die im HR-Tatort eine Kommissarin spielende Margarita Broich in ihrem grünen Samtkleid abzufangen.

Auch die 56-Jährige ist bester Laune: Sie ist in der Kategorie „Beste Schauspielerin“ nominiert. „Frankfurt hat mir viel Glück im Leben gebracht. Ich hatte hier mein erstes Engagement, habe hier meinen Mann kennengelernt und mein Sohn ist in Frankfurt geboren. Und ich bin hier auch Tatort-Kommissarin geworden. Ich sollte hier unbedingt mal Lotto spielen.“ Sie lacht.

Der Hessische Film- und Kinopreis ist insgesamt mit 185 000 Euro dotiert. Der Preis als bester Schauspieler geht an Heino Ferch. Und zwar für seine Rolle in „Allmen und die Libellen“. Eine Verfilmung der Martin-Suter-Romane. Der 53-Jährige verkörpert darin den abgebrannten Lebemann Johann Friedrich von Allmen. „Darin sehe ich etwas anders aus.“ Er lacht. Denn in den Film hat der privat haarlose Ferch plötzlich so schleimermäßige-schwarze Haare.

Wenig später geht auch der Preis in der Kategorie bester Spielfilm an den in Schwarz-Weiß-gedrehten Streifen „Fritz Lang“. Regisseur Gordian Maugg freut sich. Auch darin spielt Ferch die Hauptrolle.

Schauspielerin Jasmin Tabatabai besingt die Zuschauer zwischen den Blöcken. Ihr lustiges Lied über eine Mutter mit drei Kindern kommt mit viel Applaus an. Manche Laudatoren ziehen ihre Reden in die Länge.

Und dann aber: Frankfurt scheint Frau Broich tatsächlich viel Glück zu bringen: Schauspieler Axel Milberg überreicht ihr um 21.30 Uhr den Preis als beste Schauspielerin für „Aufbruch“. „Eine Rede habe ich vorher in der Badewanne mit einem Fake-Oscar aber nicht geübt“, hatte sie vorab gesagt. Das macht aber nichts, sie strahlt dennoch wie Oscar.

Auch interessant

Kommentare