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Wenn man die Streusel kauft, sind sie immer warm. Wie bei Oma. 

Gastronomie

In Frankfurt gibt es jetzt eine Streuselbar

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In der Streuselbar auf der Freßgass kann man jetzt naschen wie früher, als Oma buk. Denn hier gibt es Streusel pur in der Naschtüte, aber auch Ministreuselkuchen mit Apfel- oder Vanillefüllung. 

  • Streuselbar auf der Freßgass
  • Konzept aus Oma-Nostalgie mit moderner Enkel-Bezahlart
  • Leute stehen Schlange

Eigentlich kein Passant läuft an der Streuselbar auf der Freßgass einfach vorbei. Alle bleiben mindestens zehn Sekunden stehen und sehen zwei Dinge, die sie faszinieren, wenn sie durch die Glasscheibe schauen. Erstens: Man kann sich eine Naschtüte voll warmer Streusel bestellen, also wirklich nur die Streusel. Ein Herr sagt: „Das erinnert mich an meine Kindheit. Wenn meine Oma Kuchen backte und man vorab die Streusel naschte. Toll.“

Frankfurt: Die erste Streuselbar in ganz Deutschland

Und zweitens: Bargeld ist an der nostalgischen Kasse aus Omas Zeiten, die nur der Deko dient, nicht erlaubt. Man zahlt mit Karte oder Smartphone. „Wir glauben, dass bargeldlos zu bezahlen in der Gastronomie die Zukunft ist. Außerdem ist das auch einfach hygienischer, wenn man mit Lebensmitteln arbeitet“, sagt Christof Opiela, Projektleiter der Streuselbar. „Die erste Streuselbar in ganz Deutschland“, sagt er.

Vor wenigen Wochen wurde der Laden mit dem Konzept aus Oma-Nostalgie mit moderner Enkel-Bezahlart gegenüber dem Apple Store eröffnet.

Hinter der Streuselbar steht der Frankfurter Dienstleistungskonzern Wisag. Opiela hat das Gastrokonzept entwickelt. „Die Idee aber hatte der Wisag-Vorsitzende Michael Claus Wisser. Er sagte eines Tages zu mir: ‚War es nicht immer das Beste als Kind, wenn man von Mamas Kuchen die Streusel klaute?“

Anderthalb Jahre testeten Opiela und seine Mitarbeiter das Konzept, indem sie mit einem Foodtruck durch ganz Deutschland fuhren. Und stellten schnell fest: Die Leute stehen Schlange.

Eine junge Frau betritt in diesem Moment den Laden, weil sie ihn auf Instagram entdeckt hat. „Mein Freund liebt Streusel“, sagt sie und nimmt eine gemischte Naschtüte. Es gibt die Auswahl zwischen Granola- und traditionellen Butterstreuseln. Eine Tüte kostet 2,80 Euro. Wer mag, kann für 40 Cent auch noch eine Soße drüber gießen: Schoko, Karamell oder Zuckerguss.

Ministreuselkuchen mit Apfel- oder Vanillefüllung

Eingerahmt im goldenen Bilderrahmen hängt das Rezept des Butterstreusels. „In den Streuseln sind keine künstlichen Zusatzstoffe, sie haben Bioqualität und sie werden von Hand zubereitet.“ Es gibt aber mehr: „Omas Liebling“, zum Beispiel, einen Ministreuselkuchen mit Apfel- oder Vanillefüllung (3,30 Euro) oder das „Schleckermäulchen“ für 4,90 Euro, eine Art Windbeutel: Darin sind Eis aus eigener Herstellung, saisonales Obst, Streusel und Schokosoße. Wie im ersten Café der Wisag-Gruppe in Sachsenhausen gibt es auch hier den eigenen, fair produzierten Kaffee aus Honduras, Doña Victoria. Die Ladenfläche ist klein, drei Sitzplätze mit Blümchen in Oma-Vasen. „Im März eröffnen wir unsere zweite Streuselbar in Berlin. Da wird es mehr Sitzplätze geben“, kündigt Opiela an.

Und was ist das Tollste am Job? „Das Schönste ist, dass die Leute lächeln, wenn sie beim Streuselessen von ihren Kindheitserinnerungen erzählen.“

Streuselbar, Große Bockenheimer Straße 23, Montag bis Samstag 9 bis 20 Uhr, www.streuselbar.com

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