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Frankfurt gibt Geld für Schießsport

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Von: Florian Leclerc

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Schießsport-Training - hier im Schützenverein 1864 Nieder-Erlenbach. Foto: Rolf Oeser
Schießsport-Training - hier im Schützenverein 1864 Nieder-Erlenbach. © Rolf Oeser

Die Koalition fördert die Nachrüstung eines Leistungszentrums für Sportschützinnen und Sportschützen. Das Geld wäre besser an anderer Stelle ausgeben, findet die Opposition.

Der Hessische Schützenverband rüstet in seinem Leistungszentrum in der Schwanheimer Bahnstraße 115 die Schießstände um. Das kostet gut 530 000 Euro, wobei das Land Hessen eine Viertelmillion beisteuert – und die Stadt 90 000 Euro, wie die Koalition im Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Sport am Donnerstagabend beschlossen hat. Das Geld war übrig, weil Sportveranstaltungen während der Pandemie ausgefallen waren.

Der Täter des Anschlags von Hanau sei auch im Schützenverein gewesen, erinnerte Georgi Iliev (Volt) von der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) in Frankfurt. „Und an den Jahrestag des Anschlags gedenken wir gerade.“

„Waffen gehören nicht in die Hände von Menschen“

„Wer begeht Attentate? Rechte Sportschützen“, sagte Nico Wehnemann (Die Partei). „Waffen gehören nicht in die Hände von Menschen. Sie gehören eingeschmolzen, und dann machen wir hübsche Römer-Plaketten daraus.“ Der Zusammenhang von Leistungssport und Anschlägen sei sehr weit hergeholt, sagte Natascha Kauder (Grüne). „Schießen ist eine olympische und eine paralympische Sportart“, sagte Jan Klingenhöfer (SPD).

„Ich verbitte mir zu behaupten, dass seien alles Rechte, die darauf warteten loszuschießen.“ - „Natürlich gibt es einen Zusammenhang von Schießvereinen und Menschen, die Amok laufen. Man sollte nicht so tun, als ob das alles Einzelfälle seien“, entgegnete Jutta Ditfurth (Ökolinx). „Ich halte Schießen auch nicht für einen Sport.“ Die 90 000 Euro sollte die Koalition lieber in eine 50-Meter-Bahn in einem Schwimmbad investieren.

„Wenn Geld übrig ist, sollte die Koalition es für andere Projekte ausgeben“, sagte Michael Müller (Linke). Britta Wollkopf (Volt) stellte klar: „Wir sollten Menschen nicht verurteilen für den Sport, den sie treiben.“

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