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Frankfurt: Gewappnet bei Stromausfall

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Von: Judith Köneke

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Der Versorger Süwag gibt sich gut aufgestellt. Die Preise für Gas und Strom steigen für die Kunden

Dass die Menschen im Frankfurter Westen wieder mehrere Stunden ohne Strom dastehen, soll sich nicht wiederholen. „Wir sind den Ursachen nachgegangen“, sagt Markus Coenen, Vorstandsmitglied des Versorgers Süwag Energie AG. Vergangenes Jahr waren 11 000 Haushalte betroffen. Ein defektes Teil, ein Spannungswandler, im Umspannwerk Höchst war der Auslöser gewesen. An mangelnder Wartung habe es nicht gelegen, sagte Coenen bei einem Pressegespräch am Dienstag.

Man werde sich künftig so aufstellen, dass man im Ernstfall schneller wieder ans Netz gehen könne, etwa indem man auf andere Anlagen ausweiche. Eine Studie mit einem Beratungsunternehmen laufe ebenfalls. Zudem wolle Süwag zwei mobile Schaltanlagen kaufen. Um die Versorgung sicherzustellen, will der Energieversorger außerdem rund 200 Millionen Euro pro Jahr in den Netzausbau investieren.

Ein Teil der Kunden muss sich derweil auf eine höhere Rechnung einstellen. Süwag erhöht die Gaspreise zum 1. Juli je nach Produkt um 4,5 bis 6,0 Cent pro Kilowattstunde (kWh) – Grund seien die stark gestiegenen Rohstoffpreise. Bei einem Jahresverbrauch von 15 000 kWh bedeute das 56 bis 75 Euro pro Monat mehr, rechnet das Unternehmen vor. Betroffen seien rund 24 000 Kunden.

Der Strom wird ebenfalls etwas teurer, ab 1. August im Schnitt um 4 Cent pro Kilowattstunde. Das liege an den erheblich gestiegenen Beschaffungspreisen an den Großhandelsmärkten. Allerdings falle gleichzeitig die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) von 4,43 Cent weg.

Die Nachfrage nach Netzanschlüssen für Rechenzentren nehme insbesondere in der Rhein-Main Region und vor allem auch in Frankfurt sehr zu. Dem Versorger lägen Anfragen vor, Machbarkeitsstudien seien in der Erarbeitung, Projekte in Umsetzung sowie Anschlüsse bereits realisiert, mit insgesamt rund 3500 Megavoltampere. Das eigene Datacenter, das die Süwag in Hofheim plant, soll 2025 in Betrieb gehen. Man hoffe, Ende des Jahres das Baurecht zu bekommen, so Vorstand Mike Schuler.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine bereite sich der Versorger auf alle Eventualitäten vor, auch auf ein Gasembargo, erläutert Coenen. Zudem wolle man mehr auf grüne Energie setzen, auch um unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu sein.

Die Vorstände zeigten sich darüber hinaus zufrieden mit dem Jahresergebnis 2021, das bei 53,2 Millionen Euro lag. Zudem stieg die Zahl der Kunden um 24 000 auf 834 000.

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