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Viel los im Hafenpark.

Freizeit

Getümmel im Hafenpark

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Die Sonne bringt die Menschen in Frankfurt nach draußen, um Sport zu treiben, der Abstand wird jedoch nicht von allen gehalten.

Am Samstagnachmittag ist bei strahlendem Sonnenschein kein Wölkchen am blauen Himmel zu sehen. Da zieht es viele nach draußen. Im Hafenpark tummeln sich Sporttreibende und Erholungssuchende. Besonders an der Skateanlage herrscht großes Getümmel. Ob hier ausreichend Abstände eingehalten werden? „Auf jeden Fall nicht“, sagt der 13-jährige Liam in empörtem Tonfall, der wissen will, ob das Ordnungsamt zu Besuch sei. Mit seinem Tretroller steht er am Rand und zeigt auf eine Handvoll Jugendlicher gegenüber, die ebenfalls mit Rollern da stehen, sich unterhalten und dem Treiben zuschauen. „Ich stelle mich nicht genau in die Mitte“, sagt Liam.

Rund um die Anlage sind meist junge Rollerfahrer:innen und einige etwas ältere Skateboarder:innen zu sehen. Sie warten auf eine Lücke in der Betonwanne, in die sie hineinrollen können, einige alleine, andere in Gruppen. Erwachsene stehen daneben oder haben ihre Decken auf Gras ausgebreitet, alleine, zu zweit, teils auch mehrere. Wie viele Haushalte da zusammengekommen sind, kann nur spekuliert werden. Kontrolliert wird das weder von Polizei noch vom Ordnungsamt. Mund-Nasen-Bedeckung trägt kaum jemand, ist aber auch nicht geboten. Die innenstädtische Maskenpflicht endet kurz vor dem Hafenpark an der Deutschherrnbrücke.

Auf den voll belegten Basketballfeldern teilen sich drei oder mehr Spielende einen Korb. Auch hier kommen sich manche Sportler:innen bei Zweikämpfen um den Ball nahe, obwohl viele nur einzeln auf die Körbe zielen. Etwas weiter werden Spielgeräte und Klettergerüste fleißig von Kindern genutzt. Auf den Grünflächen dazwischen sind die einen in Bewegung, zum Beispiel mit Frisbee oder Volleyball, andere ruhen.

Idealer Boden für Sport

Drei Männer haben ihre mitgebrachten Turnringe mit Seilen an einem hohen Geländer neben einem Bolzplatz befestigt, wo Kinder Fußball spielen. Kugelhanteln und andere Gewichte liegen neben ihnen auf dem Boden. Das Trio arbeite als Crossfittrainer in einem benachbarten Fitnessstudio, das nach erneuten Corona-Einschränkungen seit Anfang der Woche geschlossen sei. Von dort hätten sie auch die Geräte mitgebracht. Sie rätseln, ob sie in dieser Form offiziell zusammenkommen dürften. Die hessische Landesregierung habe doch zuletzt die Beschränkungen für Sport etwas gelockert, meint Mujib Pashtoon, und schaut in seinem Handy nach: „Allein oder zu zweit, aus zwei Haushalten“, liest er vor. So sei Sport derzeit erlaubt. Das treffe für die drei wohl nicht zu, gesteht Thomas Thom ein. „Bei Crossfit hat man eh nicht so viel Kontakt“, ergänzt Fabian Schindler. Dass es gerade im Hafenpark sein müsse, wo es so viele hinzieht, begründen die Männer mit den Bedingungen. Der weiche Boden des Bolzplatzes sei optimal zum Turnen und beuge Verletzungen bei Stürzen vor.

Auch Damir Tomas schwört auf den Hafenpark für seinen Sport Basketball. „Ein einzigartiger Hotspot zum trainieren“, sagt der 50-Jährige. Klar gebe es in der ganzen Stadt Körbe. Häufig erfüllten die jedoch keine ausreichenden Standards für den Vereinssportler. Einige Körbe seien zu niedrig, manche Felder hätten Schotter als Untergrund. Mit seiner Tochter Frida macht Tomas zunächst Gymnastikübungen auf der Wiese. Die Bälle liegen im Gras. Daneben haben sie eine Gymnastikmatte ausgerollt. Mit Blick in die Sonne machen sie Hocksprünge und Kniebeugen. Die Übungen hat ihr Fridas Trainerin mitgegeben, nachdem das Teamtraining zuletzt wieder abgesagt worden war. „Überwindung“ koste es, die Übungen umzusetzen. Daher sei sie froh, dass ihr Vater sie motiviert habe rauszugehen, sagt die Zwölfjährige.

Am Mainufer, Höhe Weseler Werft, sind kaum Sportbegeisterte unterwegs, dafür zahlreiche Spaziergänger:innen. Mehr Platz als im Hafenpark scheint trotzdem zu sein, etwa für zwei Joggerinnen aus Bornheim, die diese Strecke aber auch ohne Corona-Einschränkungen regelmäßig liefen, wie sie berichten. Weil derzeit ihre Yogakurse ausfielen, nutzten sie die Halbzeit an der Weseler Werft für ihre Übungen am Wasser, in der Sonne und mit ausreichend Abstand zu anderen.

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