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Stadtteilkonferenzen des Gesundheitsamtes widmen sich dem Wohlergehen der Kinder.
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Stadtteilkonferenzen des Gesundheitsamtes widmen sich dem Wohlergehen der Kinder.

KoGi

Gesundheit von Kindern fördern

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Das städtische Projekt erhält Bundesfördermittel und will Eltern stärker informieren. Schwerpunkte sind in Unterliederbach und Höchst.

Gesundheit ist nicht nur in Zeiten einer Pandemie ein wichtiges Thema. „Doch Migrantinnen und Migranten können wir als Stadt Frankfurt oftmals schlechter zu diesem Thema erreichen“, sagt Manuela Schade vom Frankfurter Gesundheitsamt. Um dem entgegenzutreten, gibt es seit 2007 das Programm „Kommunale Gesundheitsinitiativen – interkulturell“ (Kogi). Dabei werden seit 2012 Menschen mit Migrationshintergrund zu Gesundheitslotsinnen und –lotsen ausgebildet, um mehrsprachige und kultursensible Gesundheitsaufklärung anzubieten.

Im Laufe der zurückliegenden Jahre wurden fast 80 Männer und Frauen aus 29 unterschiedlichen Ländern ausgebildet. Sie können andere nun über Themen wie das deutsche Gesundheitssystem, Patientenrechte, übertragbare Krankheiten, gesunde Ernährung oder Mund- und Zahngesundheit informieren. „Sie sind Türöffner und Brückenbauer“, sagt Schade. Denn zu ihnen würden Menschen aus dem gleichen Kulturkreis schneller Vertrauen fassen, Kontakt suchen und Gesundheitsinformationen besser annehmen.

Das Projekt

Das Programm „Kommunale Gesundheitsinitiativen – interkulturell“ ist im Frankfurter Gesundheitsamt angesiedelt.

Eine Kontaktaufnahme ist über das Mehrgenerationenhaus im Gallus möglich. Tel. 069/97 32 11 55 oder 97 32 39 60. Per E-Mail an theresa.weber@kiz-gallus.de; martina.makowski@kiz-gallus.de

Im Jahr 2019 wurde das Projekt mit dem hessischen Gesundheitspreis ausgezeichnet. mic

So informieren sie gezielt in spezifischen Einrichtungen (zum Beispiel Migrant:innenvereine, Moscheen, kulturelle Institutionen) und klären die Menschen auf. Häufig sind sprachliche Barrieren vorhanden, etwa bei Personen mit wenig oder keiner Deutschkenntnis. Die mündliche Beratung in der Muttersprache ist dann umso wichtiger.

In 2016 wurden bereits ausgebildete Kogi-Lotsinnen und -Lotsen nochmals gezielt im Bereich der Gesundheitsbildung von Geflüchteten und Asylbewerberinnen und Asylbewerbern ausgebildet. Sie leisten seither insbesondere in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete wertvolle Arbeit, berichtet Manuela Schade. Auch in der aktuellen Corona-Pandemie wurden im Juli 2020 bereits ausgebildete Personen gezielt zu Sars-CoV-2 geschult und dienen seitdem als eine wichtige Informationsquelle für die Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt.

Ein weiterer Schritt im Kogi-Konzept wird im kommenden Jahr die Aufklärung in Krippen, Kindergärten und Schulen sein. Die nächste Gruppe von Lotsinnen und Lotsen soll dann speziell Eltern im Blick haben und über Themen, wie kindliche Entwicklung, Bewegung, Ernährung aber auch Medienkompetenz, Impfungen, seelische Gesundheit und Kinderrechte informieren. Die Ausbildung für die zusätzlichen 30 Frauen und Männer beginnt im Januar – unter Corona-Hygienebedingungen.

Für diesen besonderen Aspekt erhält das Programm eine Förderung im Rahmen des Kommunalen Förderprogrammes „Zielgruppenspezifische Projektförderung“ des GKV-Bündnisses für Gesundheit. Die Förderung erfolgt durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des Präventionsgesetzes. 90 000 Euro werden es für insgesamt drei Jahre sein. Die Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr besteht.

Die neuen Lotsinnen und Lotsen sollen dann in ihre Stadtteile gehen und dort Eltern gezielt in den Lebenswelten informieren. Ein Schwerpunkt soll auf Unterliederbach und Höchst liegen, weil diese Stadtteile als Pilotstadtteile im Rahmen von „Gut geht’s“ fungieren. Parallel dazu soll auch eine Schulung von Fachkräften in den Kitas und Schulen als zusätzlicher Baustein in Kooperation mit der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung angeboten werden.

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