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Frankfurt: Geschichtsort Adlerwerke eröffnet Ende März

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Von: Florian Leclerc

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Im Erdgeschoss des Gebäudes in der Kleyerstraße 17 ist künftig der „Geschichtsort Adlerwerke“.
Im Erdgeschoss des Gebäudes in der Kleyerstraße 17 ist künftig der „Geschichtsort Adlerwerke“. © Rolf Oeser

In Frankfurt erinnert der „Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager“ ab Ende März an das KZ-Außenlager. Kurator Thomas Altmeyer stellt das Konzept vor.

In Frankfurt wird der „Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager“ ab Ende März an das KZ-Außenlager unter dem Decknamen Katzbach erinnern. Das kündigten Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), Kurator Thomas Altmeyer und Schirmherr Andreas von Schoeler am Mittwoch an. Von August 1944 bis März 1945 mussten im KZ Katzbach 1616 überwiegend polnische Häftlinge Zwangsarbeit unter anderen für den Bau von Schützenpanzern leisten.

Wie Kurator Thomas Altmeyer, der wissenschaftliche Leiter des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945, darstellte, ist der Geschichtsort im Erdgeschoss der Adlerwerke in der Kleyerstraße 17. Von dem Raum aus kann man den östlichen Turm der Adlerwerke sehen, in dem das KZ war. Im Eingangsbereich, einem Flur, wird den Besucherinnen und Besuchern eine Chronologie der Geschehnisse präsentiert. Dort werden der Geschichtsort, die Adlerwerke und ihre Belegschaft im Kontext des Gallusviertels dargestellt.

Spenden:

Spenden für den Geschichtsort Adlerwerke gehen an: Nassauische Sparkasse, IBAN: DE53 5105 0015 0162 0790 40, BIC: NASSDE55XXX

Der Hauptraum, der etwa 160 Quadratmeter groß ist, behandelt in einem Bereich die Zwangsarbeit in Frankfurt. In der Stadt waren im Frühjahr 1944 zwischen 43 000 und 50 000 zivile Zwangsarbeiter:innen beschäftigt. Weitere Ausstellungsbereiche informieren über das KZ Katzbach und die Themen Vergessen, Verdrängen und Erinnern. Im hinteren Teil ist der Bereich zum Arbeiten und Nachdenken. Ein Medientisch zeigt Videointerviews mit Überlebenden. Zeichnungen des früheren Häftlings Zygmunt Swistak stellen den Alltag im KZ dar. „Diese Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark“, sagte Altmeyer. Eine Animation schildere die Geschichte von zwei Kindern, die unter der Brutalität im KZ litten.

Geplant seien mehrere Hörstationen. Historische Fotografien sowie ein Häftlingsanzug seien nicht verfügbar und könnten nicht gezeigt werden, sagte Altmeyer. Die NS-Bezeichnung KZ Katzbach zum Namensgeber des Gedenkortes zu machen, lehnte er ab. Gedenkstätten gäben sich nicht die oft euphemistischen Bezeichnungen des Nationalsozialismus. „Sonst würde die KZ-Gedenkstätte Neckarelz ‚Goldfisch‘ heißen.“

Kulturdezernentin Ina Hartwig lobte die Zivilgesellschaft für die Aufarbeitung der KZ-Historie seit den 1980er Jahren. Das Dezernat fördere den Geschichtsort mit 120 000 Euro im Jahr. Die Summe beinhalte einen Betriebskostenzuschuss, Personalkosten sowie Miet- und Nebenkosten. Andreas von Schoeler (SPD), der frühere Oberbürgermeister von Frankfurt, rief zu Spenden für den Geschichtsort auf.

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