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Die Zeil ist ganz ordentlich besucht. Im Hintergrund erinnert ein Schild an Jesus Christus.
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Die Zeil ist ganz ordentlich besucht. Im Hintergrund erinnert ein Schild an Jesus Christus.

Einzelhandel

Frankfurt: Geschenke auf den letzten Drücker

Trotz einiger Last-Minute-Shopper bleibt der Umsatz niedrig. Frankfurter Geschäftsleute sind unzufrieden.

Einen Tag vor Weihnachten wird es um die Mittagszeit voller in der Frankfurter Innenstadt. Während ein Musiker auf der Klarinette „Ihr Kinderlein kommet“ spielt, schwirren um ihn herum Menschen in die Geschäfte. In einigen davon ist zwar viel los, aber insgesamt scheint die Stimmung nicht ganz so geschäftig wie in den Jahren vor der Pandemie.

Laut dem hessischen Handelsverband ist das nicht nur ein subjektiver Eindruck. Normalerweise sei die Vorweihnachtszeit die umsatzstärkste Zeit des Jahres, doch im Vergleich zu 2019 verzeichne der Handel einen Umsatzverlust von bis zu 30 Prozent. Zurückzuführen sei dies auf eine sinkende Kundenfrequenz wegen der Verschärfung der Corona-Bestimmungen. Dabei gibt sich Jochen Ruth, der Präsident des hessischen Handelsverbands, überzeugt, dass der Handel kein Pandemietreiber sei und Masken und Hygienekonzepte das Einkaufen sicher machten.

Was in der Innenstadt auffällt: Vor vielen Bekleidungsgeschäften bilden sich immer wieder Schlangen wegen der 2G-Überprüfung. Zwei junge Frauen, die ihre Handys schon bereithalten, um sie dem Personal vorzuzeigen, warten darauf, eingelassen zu werden. Auf die Frage, ob sie noch schnell die traditionellen Socken für unter den Weihnachtsbaum besorgen wollten, antworten sie: „Nein, nein! Wir brauchen noch ein Outfit für morgen Abend“. Weihnachtsgeschenke habe sie schon besorgt, fügt eine von ihnen hinzu, und schon verschwinden die beiden im Ladeninneren.

Ein paar Besorgungen sind in den Taschen gelandet.

Vor der Filiale einer großen Buchhandlung bildet sich keine Schlange. Denn dieses wird zur Grundversorgung gezählt, deshalb muss der Impfstatus nicht überprüft werden. Drinnen ist dafür umso mehr los. Katrin und Kai Langer stehen vor einer Auswahl an Büchern und versuchen, sich für eines zu entscheiden. Die Geschwister suchen noch etwas für ihren Vater und Großvater. „Alles andere haben wir schon zusammen, aber diese beiden Geschenke fehlen uns noch“, erzählt Katrin Langer. Sie und ihr Bruder besorgen meistens gemeinsam die Geschenke für die Familie, dafür biete sich der große Buchladen an, in dem es neben Büchern auch allerlei andere Dinge gebe, die sich gut verschenken ließen. „Man findet hier für jeden was“, sagt Kai Langer. Und über Bücher freuten sich sowieso die allermeisten, sind die beiden sich einig.

Eine Etage tiefer steht Lisa Piontek mit mehreren Packungen bunter Bonbons in den Händen. Sie wollte eigentlich nur noch einen Kalender besorgen, habe jetzt aber doch noch ein paar Kleinigkeiten gefunden. „Ich habe für Weihnachten auch Bücher besorgt, aber das schon vor einiger Zeit und in einem anderen Laden“, sagt sie. Aber irgendwas, das man zusätzlich dazugeben könne, finde man eben doch immer noch.

Während der Klarinettist draußen zu „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ übergegangen ist, bilden sich auch immer wieder Schlangen vor einer Parfümerie. Auch dort wird das Impfzertifikat am Eingang überprüft, bevor die Kund:innen viele Täschchen mit Parfüm und Kosmetik heraustragen können.

Kosmetikartikel scheinen sowieso ein beliebtes Last-Minute-Geschenk für viele Frankfurterinnen und Frankfurter zu sein. Auch ein Laden, der von Seifen über Duschgel bis hin zu Badebomben alles im Repertoire hat, was das Badeherz begehrt, ist voll mit Menschen, die noch ein paar letzte Kleinigkeiten besorgen wollen. Und in einer Chocolaterie geht einiges an Pralinen und Konfekt über die Ladentheke. „Schokolade geht immer“, sagt eine Kundin, die gerade noch ein paar Köstlichkeiten als Zusatz zu ihren schon gekauften Geschenken besorgt hat.

Auf der Zeil haben sich mittlerweile noch ein Ziehharmonikaspieler und eine Sängerin zur musikalischen Untermalung des Last-Minute-Shoppings dazugesellt. Und während sich ein Remix aus „Jingle Bells“ und „Bella Ciao“ mit „Hallelujah“ vermischt, trägt eine Frau einen riesigen Plüschteddybären über die Einkaufsmeile und erklärt jemanden am anderen Ende der Handyverbidung: „Den wollte er unbedingt.“ (Anna Laura Müller)

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