Hörsaal RW1: Erstsemester-Studenten verfolgen die Einführung in das Studium der Rechtswissenschaft,
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Hörsaal RW1: Erstsemester-Studenten verfolgen die Einführung in das Studium der Rechtswissenschaft.

Universität

Frankfurt: Germanisten fordern mehr Lehrpersonal

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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In einem offenen Brief an die Präsidentin der Goethe-Uni klagen Studierende über zu wenig Lehrende und überfüllte Seminarräume. 1000 Unterschriften haben sie gesammelt. Die Uni will die Ausführungen prüfen.

In einem offenen Brief werfen Germanistik-Studierende der Goethe-Universität eine schlechte Betreuungssituation vor. Zusammen mit 1000 Unterschriften haben sie den Brief an Uni-Präsidentin Birgitta Wolff verschickt.

„Bei über 4000 Studierenden haben wir 17 Professuren und eine überschaubare Anzahl an wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, die diese enorme Anzahl an Studierenden tragen müssen.“ Auch zu kleine Seminarräume seien ein Problem. „In den Einführungsveranstaltungen insbesondere in der Didaktik und Sprachwissenschaft liegen die Veranstaltungen mit teilweise 100 und mehr Teilnehmer*innen deutlich über den gesetzlich vorgesehenen Kapazitätsverordnungen.“

Sie werfen die Frage auf: „Inwiefern soll unter derartigen Bedingungen die Studierbarkeit des Fachs und seiner Disziplinen gesichert sowie die Einhaltung der Regelstudienzeit durchführbar sein?“

Unterstützt werden sie von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. „Wir beobachten seit Jahren, dass sich die Betreuung in der Lehre insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in der Lehramtsausbildung verschlechtert. Aber es läuft ja immer weiter, bis es jetzt mal richtig quietscht“, sagt Tobias Cepok, Referent bei der GEW Hessen. Universitätsweit fehlten nach Berechnungen der Gewerkschaft fast 500 Stellen, um das Ziel der schwarz-grünen Koalition zu erreichen, die Betreuungsverhältnisse von 2005 wiederherzustellen.

Aktuell laufen die Verhandlungen zwischen dem Wissenschaftsministerium und den Hochschulen über den Hessischen Hochschulpakt, der regelt, wie viel Geld die Hochschulen für welche Aufgaben bis Ende 2025 zugewiesen bekommen. Cepok bekräftigt die Forderungen der Studierenden: „Die Hochschulleitung muss bei der aktuellen Situation gegensteuern, aber das Land Hessen ist vor allem in der Pflicht, die Hochschulen finanziell entsprechend auszustatten und auf die Einstellung von mehr und vor allem unbefristetem Personal hinzuwirken.“

Der Vizepräsident für Lehre der Goethe-Universität, Roger Erb, sagt zu den Vorwürfen der Studierenden: „Die in dem Brief gemachten Ausführungen werden derzeit geprüft. Anschließend werden die Sachlage und mögliche Reaktion zwischen Fachbereich und Präsidium besprochen.“

Im offenen Brief schreiben die Studierenden zudem: „Warum kommt ein großer Teil der eingenommenen Gelder aus den Pro-Kopf-Einnahmen beginnender Studierender in den Geisteswissenschaften nicht den Instituten zugute?“ Zu Verteilungsfragen bezüglich der Mittel des Landes Hessen zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen (QSL) sagt Erb: „Die Studierenden selbst sind aufgrund der entsprechenden Zusammensetzung der QSL-Kommission an der Mittelverteilung beteiligt.“ In der Kommission würden die zur Verfügung stehenden Mittel auf Basis eingereichter Anträge in einem transparenten Prozess verteilt.

Zur Frage, wie der Umgang mit QSL-Mitteln künftig geregelt sein wird, sagt Erb: „Die bisherigen QSL-Mittel fließen künftig ins Grundbudget ein. Insofern wird es mit dem neuen Hochschulpakt eine grundlegende Änderung geben. Es ist begrüßenswert, dass diese Mittel damit künftig nicht mehr nur temporär, sondern dauerhaft zur Verfügung stehen.“

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